Mehr Tram für München

Tram Vogelweideplatz

Ausbau des ÖPNV: Stadt und MVG setzen auf die Straßenbahn

Der Nahverkehrsplan der Landeshauptstadt München ist der zentrale Maßnahmenkatalog für die Verkehrswende in München. Er stellt bereits heute die planerischen Weichen für den weiteren Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs. Das Ziel: Bereits 2030 sollen 30% der Wege in München mit dem ÖPNV zurückgelegt werden. Zudem muss das Netz mit steigenden Einwohner- und Arbeitsplatzzahlen Schritt halten. Deshalb werden U-Bahn, Tram und Bus schrittweise erweitert und damit noch attraktiver. Der Ausbau ist Voraussetzung für die Verkehrswende, er sichert die Lebensqualität in München und schützt unser Klima.

Viele Projekte sind bereits weit fortgeschritten, zum Beispiel die Tram-Westtangente, die Tram-Nordtangente und die Tram Münchner Norden. Auch die U-Bahn-Neubaustrecke U9 nimmt planerisch an Fahrt auf. Auf dieser Übersichtsseite des Planungsreferats finden Sie alle bisherigen Maßnahmen aufgelistet.

Die Renaissance der Tram geht weiter

Im März 2021 hat der Münchner Stadtrat beschlossen, dass weitere Neubaustrecken mit hoher Priorität untersucht bzw. geplant werden sollen. Neben der U4-Verlängerung vom Arabellapark in das Entwicklungsgebiet im Münchner Nordosten steht vor allem der Ausbau des Tramnetzes im Mittelpunkt. So werden sieben neue Strecken untersucht. Für sie stehen im ersten Schritt Machbarkeitsstudien an.

Tram Y-Nord

  • Verlauf: Hauptbahnhof – Dachauer Straße – Hochschule München – Lothstraße (Neubauabschnitt) – Nordbad – Schleißheimer Straße (ab Petuelring Neubauabschnitt) – Richtung Feldmoching (Lerchenauer Feld) und Am Hart
  • Länge: ca. 7 km 


Warum der Name? Die Trasse verzweigt sich im Norden in Form eines Y. Nach Nordwesten geht es in ein mögliches Stadtentwicklungsgebiet Nord (Raum Feldmoching/Lerchenauer Feld). Nach Osten könnten die Züge Richtung Am Hart fahren. In Verbindung mit der Tram Münchner Norden führt die Linie auch Richtung Bayernkaserne – mit direktem Anschluss an die verlängerte Tram 23 zur Münchner Freiheit. Zusätzlich würde die Y-Tram insbesondere die nachfragestarke U-Bahnlinie U2 entlasten und die nördliche Schleißheimer Straße hochwertig erschließen.

Tram Ramersdorf-Neuperlach

  • Verlauf: vom Ostbahnhof zunächst bis Neuperlach Zentrum, langfristig vielleicht weiter über Waldperlach bis nach Putzbrunn
  • Länge: ca. 7,5 km


Die Tram würde den ÖPNV zwischen Ramersdorf und Neuperlach stark aufwerten und attraktiver machen. Schon heute wird die MetroBus-Linie 55 auf diesem Abschnitt stark genutzt.

Tram-Südtangente

  • Verlauf: Waldfriedhof (Fürstenrieder Straße) – Harras – Candidplatz (ab hier teilweise Bestandsstrecke) – Tegernseer Landstraße – Welfenstraße – Ostbahnhof
  • Länge: ca. 7,5 km


Erste Untersuchungen haben ergeben, dass viele Menschen diese attraktive Querverbindung in dem schon heute hochfrequentierten Korridor nutzen würden. Die Tram würde die U-Bahn in der Innenstadt und sowie die Buslinien 54 und X30 entlasten. Möglich erscheint langfristig im Osten eine Verlängerung Richtung Giesing/Neuperlach und im Westen in das Würmtal (Gemeinde Planegg oder Gräfelfing).

Tram Wasserburger Landstraße

  • Verlauf: Kreillerstraße – Wasserburger Landstraße (– Haar)
  • Länge: ca. 6 bis 9 km


Eine Tram würde diese stark nachgefragte ÖPNV-Achse deutlich aufwerten und attraktiver machen. Denkbar sind weitere Erschließungen in Haar oder von städtebaulichen Entwicklungsgebieten nördlich der Bahnachse München – Rosenheim.

Tram Parkstadt-Solln

  • Verlauf: Aidenbachstraße – Parkstadt Solln (Verlängerung der Tram-Westtangente)
  • Länge: ca. 2,5 bis 4 km


Wer vom Siedlungsgebiet südlich der U3 nach Fürstenried West möchte, ist aktuell noch auf Busse angewiesen. Diese sind gerade zu den Hauptverkehrszeiten gut gefüllt. Eine Tram Richtung Parkstadt Solln würde hier mehr Optionen und Kapazitäten bieten.

Verlängerung der Linie 19 nach Daglfing

  • Verlauf: Berg am Laim Bf. – Eggenfeldener Straße und ggf. Rappelhofstraße –  Riemer Straße – Rennbahnstraße zur Südanbindung Stadtentwicklungsgebiets im  Nordosten
  • Länge: noch nicht bestimmt


Eine Alternativführung durch das Gewerbegebiet Steinhausen soll ebenfalls untersucht werden. Die Tram würde unter anderem eine direkte Verbindung zur U4 im Entwicklungsgebiet im Münchner Nordosten ermöglichen.

Tram Amalienburgstraße – Freiham

  • Verlauf: Amalienburgstraße – Verdistraße – S-Bf. Obermenzing – Blutenburgstraße – Bergsonstraße – S-Bf. Langwied – S-Bf. Aubing – Aubinger Allee – S-Bf. Freiham 
  • Länge: noch nicht bestimmt


Diese Tramverlängerung würde vier S-Bahnen miteinander verbinden.

Klares Ja zu bestehenden Projekten

Der Stadtrat hat außerdem beschlossen, dass folgende bereits bekannte und untersuchte Vorhaben bis zur Genehmigungsreife vorangetrieben werden sollen:

  • Tram in der Leopoldstraße: Zwischen Franz-Joseph-Straße und Münchner Freiheit soll die Lücke zwischen der geplanten Tram-Nordtangente und der Tram in Schwabing (Linie 23) geschlossen werden. Der Lückenschluss (ca. 0,6 km) ermöglicht attraktive neue Verbindungen Richtung Innenstadt.
     
  • Tram Johanneskirchen: Hier geht es um einen Abzweig von der Tramstrecke in der Cosimastraße durch die Johanneskirchner Straße zur S-Bahn in Johanneskirchen (ca. 1 km). Die Tram würde die Flughafen-S-Bahn erreichen und das Entwicklungsbiet im Nordosten anbinden.
     
  • Tram Kieferngarten – Am Hart: Diese Neubaustrecke gehört zur Tram Münchner Norden (Verlängerung der Linie 23). Sie würde die Querverbindung zwischen den U-Bahnhöfen Kieferngarten (U6) und Am Hart (U2) herstellen und dabei teilweise die Gleise der verlängerten Tram 23 mitnutzen.


Darüber hinaus werden weitere Ausbaumöglichkeiten wie z. B. U-Bahnprojekte untersucht, die unterschiedliche Zeithorizonte haben.  

Alle Maßnahmen sind im Zwischenbericht des Nahverkehrsplans der Landeshauptstadt München verankert, den der Stadtrat verabschiedet hat. Alle Einzelheiten können Sie hier dem Beschlusstext entnehmen. Eine erste Übersichtskarte mit allen möglichen Projekten finden Sie hier.

Ein weiterer Auftrag des Stadtrats: Die Überlegungen zur Barrierefreiheit und zu längeren Tramzügen sollen zusammen mit der Notwendigkeit zum Ausbau und der Ertüchtigung des Innenstadtnetzes (unter anderem durch zusätzliche Wendemöglichkeiten) weiter vertieft werden. Zudem wird dem Stadtrat der Vorschlag zu breiteren Tram-Fahrzeugen vorgestellt. Eine Umsetzung aller genannten Punkte erscheint im Rahmen einer Pilotlinie sinnvoll.

In diesem Zusammenhang sind auch weitere Abstellflächen und neue Betriebshöfe enorm wichtig. Ohne die wird der Ausbau des ÖPNV-Netzes nicht gelingen.