U-Bahnbetriebshof Neuperlach

 
 

Die Basis für die U-Bahn von Morgen

Wir planen in Neuperlach Süd einen zweiten U-Bahnbetriebshof zu errichten. Dieser soll zwischen Arnold-Sommerfeld-Straße, Lise-Meitner-Weg und der südöstlich gelegenen Kleingartenanlage entstehen und voraussichtlich 2026 fertiggestellt werden. 

Der Neubau des U-Bahnbetriebshof Neuperlach wird eines der bedeutendsten U-Bahn-Projekte der vergangenen Jahre und eine Voraussetzung dafür, den Münchnerinnen und Münchnern auch weiterhin eine leistungsstarke und verlässliche U-Bahn anbieten zu können. 
 

Wieso ist das Projekt notwendig?

In München nutzen immer mehr Menschen die U-Bahn. Im letzten Jahr stieg die Zahl der Fahrgäste von 410 auf 413 Millionen. Wir setzen daher immer mehr moderne Züge ein. Zusätzlich planen wir und die Landeshauptstadt München neue Linien wie die U9 oder die Verlängerung von bestehenden Linien wie die U5. Um die zunehmende Anzahl an U-Bahnen zu warten, zu reparieren und über Nacht abzustellen, steht bisher einzig der U-Bahn-Betriebshof in Fröttmaning zur Verfügung.

Entlastung für den Betriebshof Nord in Fröttmaning schaffen

Dieser wurde in den 70er Jahren errichtet und in den 80er Jahren erweitert. Wie das gesamte Netz ist auch der Betriebshof Fröttmaning nicht für die heutige Beanspruchung ausgelegt. In naher Zukunft werden dessen Werkstätten vollständig ausgelastet sein, da immer mehr U-Bahnen in München im Einsatz sind. Zudem fehlen schon heute Abstellgleise und Züge müssen im Netz abgestellt werden. Der Standort muss also dringend entlastet und weitere Werkstätten wie auch Abstellgleisen gebaut werden. 

Nachteile und Risiken des Betriebshofs Nord in Fröttmaning minimieren

Darüber hinaus liegt der Betriebshof Fröttmaning weit im Norden Münchens. Dadurch ist er über die Linie der U6 an das U-Bahn-Netz angebunden. U-Bahnen können daher nur in den Betriebshof ein- oder ausfahren, wenn die U6 zu diesem Zeitpunkt im 10-Minuten-Takt verkehrt. Die Folgen sind mehrstündige Fahrtzeiten und ein hoher Organisationsaufwand. Um diese abzumildern ist ein zweiter ergänzender Standort in günstiger geographischer Lage nötig. 

Hinzu kommt, dass die U-Bahnen aus dem Betriebshof Fröttmaning über nur ein einziges sogenanntes „Zulaufgleis“ auf die Strecke der U6 gelangen. Sollte dieses, geplant oder ungeplant, unterbrochen oder blockiert werden, stünden bereits nach wenigen Tagen nicht mehr genügend Züge bereit. Auch ein kompletter Stillstand des U-Bahn-Betriebs ist dann möglich. Nur mit einem zweiten Betriebshof lässt sich dieses Risiko minimieren. 

Instandhaltung des Netzes optimieren

Die geographische Lage des Betriebshofs in Fröttmaning wirkt sich auch nachteilig auf die Instandhaltung der Schienen, Elektronik oder Bauwerke aus. Das Netz wird immer stärker beansprucht, gleichzeitig aber älter und reparaturbedürftiger. Die für Reparaturen eingesetzten Arbeitsfahrzeuge (siehe rechts) starten in der Nacht ebenfalls in Fröttmaning und müssen teilweise weite Wege zu ihrem Einsatzort zurücklegen. 

Um die Netzinstandhaltung angesichts der zukünftigen Herausforderungen zu optimieren, ist ein zweiter Infrastrukturstützpunkt im Südosten Münchens notwendig. Reparatur und Wartung gehen zügiger vonstatten, sobald sich die Arbeitsfahrzeuge ihren Einsatzorten im Münchner U-Bahnnetz aus zwei Richtungen nähern können.

Die Vorteile auf einen Blick

Der U-Bahnbetriebshof Neuperlach

  • ...verbessert unmittelbar die Leistungsfähigkeit, Pünktlichkeit und Verlässlichkeit der U-Bahn.
  • ...ist Grundlage dafür, das U-Bahn-Netz ausbauen zu können.
  • ...minimiert bestehende Risiken für den U-Bahn-Betrieb.
     

Wie der U-Bahnbetriebshof aussehen wird und was Rundherum geschieht

Der Betriebshof Süd wird mehrere Gebäude und Anlagen beherbergen. Er ist dabei deutlich kleiner als der Betriebshof in Fröttmaning. Darüber hinaus wird sich der Verlauf der umliegenden Straßen verändern. 
 

Gebäude und Anlagen des U-Bahnbetriebshofs Neuperlach

Gebäude und Anlagen einer möglichen Variante des U-Bahnbetriebshofs Neuperlach © mahl gebhard konzepte

Der U-Bahnbetriebshof wird folgende Gebäude und Anlagen aufweisen: 

  • Werkstatthalle inkl. Büros, Verwaltungs- und Wohneinheiten
  • Waschhalle
  • Offene Abstellanlage mit 30 Gleisen 
  • Infrastrukturhalle im Norden des Geländes
  • Abnahmegleis
  • Schallschutzwände rund um das Gelände
     
 

Veränderungen rund um den U-Bahnbetriebshof Neuperlach

Rahmenplanungsgebiet

Der Neubau des Betriebshofs Süd ist in eine Rahmenplanung eingebettet. Das heißt, dass der Betriebshof städtebaulich und landschaftlich möglichst optimal in die Umgebung integriert wird. Welches Gebiet in der Rahmenplanung betrachtet wird, zeigt das Bild auf der rechten Seite. 

Davon betroffen ist u.a. die Arnold-Sommerfeld-Straße, die verlegt wird. Sie wird an die Konturen des Betriebshofs Süd angepasst. Zudem wird der Bahnübergang vor der Arnold-Sommerfeld-Straße durch eine Unterführung ersetzt. Die bestehenden Rad- und Fußwege werden in den Planungen berücksichtigt und die gewohnten Verbindungen sollen weitgehend erhalten bleiben oder verbessert werden. 

Planungsprozess und Projekthistorie

Ende 2019 Der Stadtrat wird sich mit dem U-Bahnbetriebshof und der Möglichkeit der Überbauung des Geländes beschäftigen. 

Ende 2016

Wir starten die Grundlagenermittlung, die Vor- und die Entwurfsplanung.

Juni 2016

Der Stadtrat bestätigt den Standort Neuperlach Süd.

April 2015

Wir erhalten die Genehmigung für die Planung eines zweiten U-Bahnbetriebshof in Neuperlach Süd, starten die Rahmenplanung und erarbeiten das Betriebshofkonzept.

Information, Dialog & Beteiligung

Wir legen im Rahmen des Projekts „U-Bahnbetriebshof Neuperlach“ großen Wert darauf Anwohner, Interessensgruppen und politische Vertreter umfassend zu informieren. Darüber hinaus wollen wir stetig im Dialog mit den Anwohnern sein und diese, soweit möglich, am Planungsprozess beteiligen. 

Um verständliche, verlässliche und substanzielle Information liefern zu können, müssen die Ergebnisse der Planungen vorzeigbar und belastbar sein. Die Zeit, die nötig ist, diese Pläne zu erarbeiten, ist nicht immer deckungsgleich mit den zeitlichen Abständen, in denen Anwohner und Interessensvertreter informiert werden wollen. Dafür bitten wir um Verständnis. 

Termine für Information, Dialog und Beteiligung:

Zeitpunkt Art der Veranstaltung und Thema   Anmeldung

Anfang 2020

Öffentliche Informationsveranstaltung: SWM/MVG, das Referat für Planung und Bauordnung und verschiedene Experten informieren in Kooperation mit dem Bezirksausschuss 16 die Öffentlichkeit über den Stand der Planungen. Besucher können zudem Fragen stellen und Themen, die Ihnen wichtig sind, in den Planungsprozess einbringen. Wird rechtzeitig bekannt gegeben
 

FAQs - häufig gestellte Fragen

Wurden alternative Standorte geprüft und wie fiel das Ergebnis dieser Prüfung aus?

In einer Machbarkeitsstudie wurden die Möglichkeiten und Bedingungen des Neubaus eines zweiten U-Bahnbetriebshofes und mehrere Standorte untersucht und geprüft. Neben Neuperlach Süd wurden noch Riem Ost, Feldmoching, Moosach, Olympiaeinkaufszentrum und Studentenstadt untersucht und bewertet. Allerdings steht nur in Riem Ost und in Neuperlach Süd eine ausreichende Fläche zur Verfügung, sodass alle anderen Standorte früh ausgeschlossen wurden. 

Entfernung zu Wohngebieten und Flächennutzungsplan
An beiden Standorten sind Wohngebäude in der Nähe zu finden. Zentraler Unterschied der Standorte ist deren jeweilige Ausweisung im Flächennutzungsplan (FNP). Die vorgesehene Fläche in Riem Ost ist eine ökologische Vorrangfläche. In Neuperlach Süd handelt es sich dagegen um Misch- und dabei größtenteils um Gewerbegebiet. Somit ist Neuperlach Süd bei der Bewertung dieses Kriteriums der Standortwahl vorzuziehen. 

Eingriffe in die Umwelt
Die in Riem Ost für den U-Bahnbetriebshof betrachtete Fläche ist Teil des Landschaftsparks Riem. Der Bau des U-Bahnbetriebshofs würde eine neugeschaffene Flora und Biotope zerstören. In Neuperlach Süd befindet sich der Betriebshof auf einem Acker, sodass die Eingriffe in die Natur deutlich geringer ausfallen. 

Lage im U-Bahn-Netz
Der Standort Neuperlach Süd liegt ideal im Netz. Die U5 und die U7 können von dort in kürzester Zeit zum Bahnhof Neuperlach Süd gelangen und ihren Dienst aufnehmen. Der Standort Riem Ost liegt ungünstiger im Netz. Das hat vor allem damit zu tun, dass während Messeveranstaltungen sehr viel mehr U-Bahnen an der Haltestelle Messestadt Ost verkehren als in Neuperlach Süd. Herrscht mehr U-Bahn-Verkehr, könnten keine U-Bahnen in einen U-Bahnwerkstatt in Riem ein- und ausfahren, sodass ihre Funktion stark eingeschränkt wäre.

Beschaffenheit der Endhaltestelle
Die Endhaltestelle Neuperlach Süd liegt oberirdisch, sodass die Züge einfach an der Oberfläche in den Betriebshof einfahren können. Die Station Messestadt Ost liegt unterirdisch, sodass erst eine Rampe an die Oberfläche zum Betriebshof hin gebaut werden müsste, was wesentlich komplizierter und teurer ist. 

Anschluss an Gleise der Deutschen Bahn
Ein Betriebshof braucht eine Anbindung an das Streckennetz der Deutschen Bahn, bspw. damit neue Schienen angeliefert werden können. Heute ist die Anlieferung nur über den DB Nordring nach Betriebsschluss der U-Bahn möglich. In Neuperlach Süd ist diese mit der S-Bahnlinie 7 gegeben, sodass die Logistik der Netzinstandhaltung verbessert wird. In Riem Ost müsste der Anschluss erst mit erheblichen Aufwand hergestellt werden.  

Welche Einflüsse hat der Betriebshof auf die Einwohner (Lärm, Geruch, Abgase, Staub, etc.)?

Durch die auf dem Betriebshof geplanten Aktivitäten ist mit gewissen Lärmemmissionen zu rechnen. Wir werden unserer Planung selbstverständlich mindestens die gesetzlichen Vorgaben des Schallschutzes zugrunde legen und die entsprechenden baulichen Schallschutzmaßnahmen umsetzen. Mit Beeinträchtigungen durch Staub, Abgase und Gerüche ist in der Regel nicht zu rechnen.

Wie viel Verkehr herrscht am Betriebshof?

Da die Anlage über 30 Abstellgleise verfügt, können pro Tag zu Dienstbeginn und -schluss 30 U-Bahnen ein- und ausfahren. Hinzu kommen ca. 10 Fahrzeuge, die untertags abgestellt werden und Fahrten von Arbeitsfahrzeugen. Zusammengenommen rechnen wir mit weniger als 100 Fahrten täglich, was einem Bruchteil des durchschnittlichen Aufkommens an einem U-Bahnhof wie Neuperlach Süd entspricht.

Kontakt

Für Fragen oder Anregungen im Zusammenhang mit dem U-Bahn Betriebshof Neuperlach wenden Sie sich bitte an den MVG Kundendialog unter kundendialog@mvg.de – wir bemühen uns, Ihre Frage schnellstmöglich zu beantworten.