Nordtangente

 

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Tram Nordtangente

Die geplante Tram Nordtangente umfasst die rund 13 km lange Straßenbahnstrecke zwischen Neuhausen (Romanplatz), Schwabing und Bogenhausen (St. Emmeram). Sie verbindet  insgesamt sieben U-Bahnlinien, sieben Straßenbahnlinien und zahlreiche Buslinien tangential miteinander. Neu gebaut werden muss lediglich der Abschnitt zwischen Elisabethplatz und Tivolistraße mit Teilstück durch den Englischen Garten. Diese ca. 2,2 km kurze Neubaustrecke schließt die Lücke zwischen den bereits vorhandenen Gleisen Richtung Romanplatz und St. Emmeram und stellt damit die Nordtangente her.

Am 24.01.2018 hat die Vollversammlung des Stadtrats die Stadtwerke München (SWM) und die Verwaltung der Landeshauptstadt München gebeten, die Planungen für die Tram Nordtangente wieder aufzunehmen. Dies wird in enger Abstimmung mit den Fachdienststellen des Freistaats Bayern erfolgen. Der Ministerrat der Bayerischen Staatsregierung hatte der Wiederaufnahme der Planung durch die Landeshauptstadt München bereits am 05.09.2017 zugestimmt. 

Der Wiederaufnahme der Planungen vorausgegangen war ein weiterer Beschluss des Ministerrats der Bayerischen Staatsregierung: Am 18.07.2017 hatte das Kabinett  ein umfassendes Maßnahmenpaket für saubere Luft in Innenstädten beschlossen, zu dem ausdrücklich auch der Bau neuer Infrastrukturen u. a. von Straßenbahnen zählt. Ziel aller Verbesserungen ist, die Schnelligkeit und Zuverlässigkeit im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu erhöhen und damit mehr Pkw-Fahrer zum Umstieg auf den ÖPNV zu veranlassen. Querverbindungen in Ballungsräumen sollen den innerstädtischen Verkehr entlasten und den Benutzerinnen und Benutzer kürzere Wege ermöglichen.
Auf dieser Basis soll nun die bereits seit den 1990er Jahren erstellte Planung für die Tram Nordtangente aktualisiert, weiterentwickelt und neu aufgelegt werden.

Auf diesen Seiten informieren wir Sie über wesentliche Projektinhalte. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und freuen uns mit Ihnen auf das künftig noch bessere ÖPNV-Angebot in München.

Projektbeschreibung

Die geplante Tram Nordtangente umfasst die rund 13 km lange Straßenbahnstrecke zwischen Neuhausen (Romanplatz), Schwabing und Bogenhausen (St. Emmeram). Sie verbindet zwischen Romanplatz im Westen und Arabellapark im Osten insgesamt sieben U-Bahnlinien, sieben Straßenbahnlinien und zahlreiche Buslinien tangential miteinander.

Der größte Teil dieser Verbindung ist bereits heute als Straßenbahnstrecke vorhanden. Neu gebaut werden muss lediglich ein ca. 2,2 km langer Abschnitt zwischen dem Schwabinger Elisabethplatz im Westen und der Tivolistraße im Osten. Hiervon führt ein ca. 800 m langes Teilstück durch den denkmalgeschützten Englischen Garten. Die Gleise sollen dort verlegt werden, wo heute bereits die Busstraße verläuft.

Leistungsfähige Ost-West-ÖPNV-Achsen nördlich der Innenstadt, die umwegfreie Verbindungen schaffen, sind derzeit im Münchner ÖPNV-Netz nicht vorhanden.

Mit Realisierung der Nordtangente wird eine neue attraktive Direktverbindung zwischen den dicht bewohnten Stadtteilen Neuhausen bzw. Schwabing und Bogenhausen geschaffen. Bestehende U-Bahnlinien als auch die Umsteigestationen in der Innenstadt werden entlastet werden, da mehr Fahrgäste direkt, komfortabel und schnell nördlich an der Innenstadt vorbei fahren und nicht mehr auf die U-Bahn angewiesen sind.

Die Tram Nordtangente ist ein wichtiger Baustein für den Ausbau des ÖPNV in München, seit 1991 Bestandteil der vom Stadtrat beschlossenen ‚Integrierten ÖPNV-Planung‘ und bis heute in der Kategorie ‚in Planung / im Bau‘ des Nahverkehrsplans eingestuft. Der Nahverkehrsplan wurde zuletzt mit Beschluss des Stadtrats vom 30.09.2015 aktualisiert. Der Beschluss der Vollversammlung des Stadtrats vom 24.01.2018 zur Wiederaufnahme der Planungen bestätigt die positive Wendung, die das Projekt seit Sommer 2017 durch die Neupositionierung der Bayerischen Staatsregierung genommen hat.

Aktuelles

November 2018:
Im Zuge der Grundlagenermittlung für die Tram-Nordtangente finden von Freitag, 16. November bis Ende November 2018 an mehreren Tagen Baugrunduntersuchungen statt. 
Die Bohrungen erfolgen an insgesamt zwölf Untersuchungsstellen im Bereich der bestehenden Busstraße. Ihr Durchmesser beträgt jeweils sechs Zentimeter. Mit den Bohrungen werden die ungebundenen Tragschichten des Straßenoberbaus und ggf. weitere Auffüllungen bis zum anstehenden Boden erschlossen und sondiert. Dabei werden auch Bodenproben entnommen. Weitere Bohrungen finden an den Widerlagern der Brücken und auch außerhalb des Englischen Gartens statt.
Ziel ist, die genaue Beschaffenheit des möglichen Baugrunds zu ermitteln und ggf. erforderliche Maßnahmen zur Herstellung einer Bodentragschicht (z. B. Bodenaustausch) zu identifizieren. Die Baugrunderkundung wurde mit der Verwaltung des Englischen Gartens abgestimmt.

Januar 2018: Stadtrat beschließt Wiederaufnahme der Planung
In der Vollversammlung am 24.01.2018 hat der Stadtrat einen entscheidenden Beschluss zur Tram Nordtangente gefasst. SWM und Stadtverwaltung wurden gebeten, die Planungen  wieder aufzunehmen und an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Zusätzlich soll geprüft werden, ob die Herstellung einer Verbindung zur Münchner Freiheit machbar ist und auch, ob außerhalb des Englischen Gartens Bereiche fahrleitungsfrei bedient werden können.

Nächste Schritte

Ab Anfang 2018: Grundlagenermittlung und Aktualisierung der Planung 
(u. a. Aktualisierung Bestandsvermessung, Baugrunduntersuchungen v.a. im Englischen Garten, Überarbeitung der Vorplanung in Abstimmung mit den städtischen Referaten und den zuständigen Fachdienststellen des Freistaats Bayern, Entwurfs- und Genehmigungsplanung in enger Abstimmung mit dem Projektbeirat*).
*Infos zum Projektbeirat siehe FAQ Punkt 4

ca. Mitte/Ende 2019: Trassierungsbeschluss (Bestätigung der Planung durch den Stadtrat und Auftrag an die SWM, den Antrag auf Planfeststellung einzureichen)

ca. Mitte/Ende 2019: Einreichen des Antrags auf Planfeststellung bei der Regierung von Oberbayern und damit Einleiten des Baugenehmigungsverfahrens

ca. Mitte 2025: Inbetriebnahme

Planungshistorie - Was bisher geschah

1895: Erste Planungen zur Tram-Querung des Englischen Gartens

1934: Einrichtung der Busstraße durch den Englischen Garten – zu großen Teilen auf der Schwabinger Fahrstraße, die bereits der Gestalter des Englischen Gartens, Ludwig von Sckell, in das Wegenetz des Parks integriert hat.

1991: Antrag für Bau, Betrieb und Linienführung der Nordtangente (Basis: einstimmiger Stadtratsbeschluss)

1994: Liniengenehmigung der Regierung von Oberbayern unter Vorbehalt der Planfeststellung, d. h. Erteilung der Baugenehmigung

1998: Einreichen des Planfeststellungsantrags durch die SWM (Bauantrag)

2001: Ablehnung des Planfeststellungsantrags durch die Regierung von Oberbayern

2006: Rücknahme des Planfeststellungsantrags durch die SWM

2011: Nachweis der technischen Machbarkeit einer fahrleitungslosen Querung des Englischen Gartens durch Demonstrationsfahrt mit einer akkubetriebenen Tram

07/2017: Befürwortung des Projekts einer Tram durch den Englischen Garten durch Ministerpräsident Horst Seehofer

09/2017: Zustimmung des Freistaats Bayern (Grundeigentümer des Englischen Gartens) zur Wiederaufnahme von Planungen einer Tramstrecke mit Radweg durch den Englischen Garten

01/2018: Zustimmung des Stadtrats der Landeshauptstadt München zur Wiederaufnahme der Planungen für die Tram durch den Englischen Garten

FAQ - Häufige Fragen

1. Wie soll die Linie verlaufen?

Von Neuhausen kommend soll die Tram Nordtangente über eine neue ca. 2,2 km lange Trasse vom Elisabethplatz über die Franz-Joseph-Straße, Thieme- und Martiusstraße am Chinesischen Turm vorbei zur Tivolistraße führen und dort an die bestehenden Gleisanlagen in Richtung Bogenhausen angeschlossen werden. Im Bereich des Englischen Gartens folgt sie dem Verlauf der heutigen Busse. Zusätzlich zum bisher geplanten Streckenverlauf  wird im Rahmen der weiteren Planung geprüft, inwiefern die Herstellung einer Verbindung zur Münchner Freiheit machbar ist.  
Mit welchen Linien sie in den Anschlussbereichen am Elisabethplatz und an der Tivolistraße verknüpft wird, ist derzeit noch offen.
Ziel ist es, zukünftig von Neuhausen bis Bogenhausen mit der Tram fahren zu können, ohne das Verkehrsmittel wechseln zu müssen. Mit einem Verbindungsstück zur Münchner Freiheit ließe sich neben einer umsteigefreien Verbindung von Schwabing nach Bogenhausen auch eine umsteigefreie Verbindung zwischen Schwabing Nord und der Innenstadt über Elisabethplatz und Nordend-/Barer Straße realisieren und damit eine größtmögliche Vernetzungswirkung durch die Tram Nordtangente erreichen.

2. Warum braucht man die Tram Nordtangente?

Attraktives Liniennetz
Der ÖPNV ist nur attraktiv, wenn er wichtige Ziele auf kurzen Wegen schnell verbindet. Die Tram Nordtangente soll als leistungsfähige emissionsfreie Querverbindung ihren Beitrag für saubere Luft in der Münchner Innenstadt leisten, den innerstädtischen Verkehr entlasten und den Benutzerinnen und Benutzern kürzere Wege ermöglichen. Durch die Schließung einer wichtigen Lücke im Tram-Liniennetz sollen neue schnelle, leistungsstarke und zuverlässige Direktverbindungen zwischen den bevölkerungsreichen Stadtteilen Neuhausen, Schwabing und Bogenhausen geschaffen werden. Damit wird das Ziel verfolgt, mehr PKW-Fahrerinnen und PKW-Fahrer zum Umstieg auf den ÖPNV zu motivieren und sowohl die U-Bahnlinien als auch die Umsteigestationen in der Innenstadt zu entlasten. Denn künftig werden mehr Fahrgäste ohne Umwege, bequem und schnell nördlich an der Innenstadt vorbei fahren können. Aufgrund weiter steigender Fahrgastzahlen ist die Gestaltung attraktiver Netze mit tangentialen Verbindungen enorm wichtig.

Erhöhung der ÖV-Kapazität
Für die Neubaustrecke wurden bereits in der Vergangenheit Fahrgastaufkommen in einer Größenordnung prognostiziert, für welche die Straßenbahn das geeignetste und wirtschaftlichste Verkehrsmittel darstellt. Wegen der höheren Fahrzeugkapazität ist sie leistungsfähiger und bei entsprechend hohen Fahrgastzahlen auch wirtschaftlicher als der Bus. Die bisher vorliegenden Untersuchungen werden unter anderem vor dem Hintergrund der stetig wachsenden Bevölkerungszahlen in München im Rahmen der Wiederaufnahme der Planungen aktualisiert.

3. Wie weit sind die Planungen?

Die SWM/MVG waren in der Vergangenheit nicht untätig. Es existieren bereits Teile einer Vorplanung, die auf Basis der noch zu aktualisierenden Grundlagendaten in Abstimmung mit dem Freistaat und der Stadt aktualisiert und vervollständigt werden muss. Ein solcher Austausch war für die Flächen im Eigentum des Freistaats aufgrund der bisherigen politischen Ausgangslage noch nicht möglich.
Im Rahmen der weiteren Planung wird untersucht werden, ob ein Verbindungsstück von der Nordtangente zur Münchner Freiheit machbar ist und ob es möglich ist, außerhalb des Englischen Gartens Bereiche fahrleitungsfrei zu bedienen.

4. Wer ist an der Planung der Tramstrecke beteiligt?

Unter Federführung der SWM/MVG wirken an der Planung die Fachabteilungen der städtischen Referate mit – u.a. des Referats für Arbeit und Wirtschaft, des Referats für Stadtplanung und Bauordnung, des Baureferats und des Kreisverwaltungsreferats. Um den besonderen Belangen des denkmalgeschützten Englischen Gartens gerecht zu werden, wird ein Projektbeirat installiert, der als Fachberatergremium die SWM/MVG im Planungsprozess regelmäßig in denkmalpflegerischen Belangen berät. Der Projektbeirat setzt sich zusammen aus Vertretern der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, des Referats für Stadtplanung und Bauordnung, eines Vertreters der Hauptabteilung Hochbau – Gestaltung öffentlicher Raum - des Baureferats sowie gegebenenfalls weiteren Fachleuten aus dem Gebiet der Gartenkunst und Denkmalpflege.

5. Kann ein (Elektro-) Bus die Tram ersetzen?

Im Rahmen der Planrechtfertigung für den Planfeststellungsantrag ist verpflichtend auch eine Variantenbetrachtung (hinsichtlich Streckenvarianten, aber auch im betrieblichen Sinne eines Systemvergleichs Tram - Bus) mit Prüfung von Alternativen durchzuführen. Damit ist u.a. auch die Prüfung des möglichen Einsatzes von Elektrobussen verbunden.

Die Frage, ob für den Bereich des Englischen Gartens anstelle einer oberleitungslosen Trambahn mit Raseneindeckung der Einsatz eines Elektrobusses mit eigener Fahrbahn und ebenfalls getrenntem Radweg vorzuziehen sei, wurde bereits seitens SWM/MVG hinsichtlich der Flächeninanspruchnahme untersucht. Im Ergebnis ist festzustellen, dass die (Fahr-)Bahnbreite bei der Variante Trambahn gegenüber Busspuren deutlich geringer ausfällt. So werden bei der Trambahn nur 6,05 m in Anspruch genommen. Dem gegenüber beträgt die Fahrbahnbreite bei einer Bustrasse 7 m. Des Weiteren könnte im Englischen Garten die heute asphaltierte Fläche durch eine oberleitungslose Tram mit Raseneindeckung teilweise entsiegelt werden. Lediglich für Fahrräder und Rettungsfahrzeuge würde eine dann deutlich schmalere Asphalttrasse verbleiben.

Unabhängig von der deutlich höheren verkehrlichen Leistungsfähigkeit einer Trambahn mit Rasengleistrasse stellt diese somit einen deutlich geringeren Eingriff in das denkmalschutzrechtlich geschützte Ensemble des Englischen Gartens dar als eine Bustrasse.

6. Wie wird die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern gewährleistet?

Entlang des gesamten Streckenverlaufs sollen Fußgängern und Radfahrern eigene Flächen im Straßenraum zur Verfügung stehen. Für den Radverkehr werden parallel zur Tramtrasse eigene Radfahr- oder Schutzstreifen eingerichtet, so dass er vom Kfz- und Tramverkehr getrennt geführt wird.

Für den Bereich des Englischen Gartens ist es Ziel, die Sicherheit aller Parkbenutzerinnen und Parkbenutzer bestmöglich zu gewährleisten und keinesfalls gegenüber dem heutigen Zustand mit Bussen zu verschlechtern. Dabei soll gelten: Sicherheit durch Übersichtlichkeit. Bestehende, zur Bustrasse quer verlaufende Wegebeziehungen sollen aufrecht erhalten bleiben. Die Querungen sollen baulich so gestaltet werden, dass die Tramtrasse für querende Verkehrsteilnehmende gut wahrnehmbar wird, ohne dabei den Charakter des Parks zu verändern. Durch die Übersichtlichkeit ist ein gefahrloses Miteinander von Straßenbahn und sonstigen Parkbenutzerinnen und Parkbenutzer unter Berücksichtigung der im Verkehr üblichen und erforderlichen Sorgfalt möglich. Wie die Querungen im Detail ausgebildet werden können, werden die weiteren Planungen zeigen. Die Belange der Gartenbesucherinnen und Gartenbesucher sollen dabei eingehend berücksichtigt werden.

Die Tram wird mit höchstens 30 km/h durch den Park fahren. Sie stellt damit, wie etwa auch in den Fußgängerzonen in der Perusa-/Maffeistraße und dem Genoveva-Schauer-Platz oder dem verkehrsberuhigten Geschäftsbereich im Pasinger Zentrum seit vielen Jahren praktiziert, keine Gefahr für Passanten dar.

7. Welche Ziele werden in der weiteren Planung verfolgt?

Planungsziele Franz-Joseph-Straße, Thieme- und Martiusstraße

Behutsame Integration der Trambahn in den Stadtraum mit Verbesserung der Aufenthaltsqualität
Die Franz-Joseph-Straße ist geprägt durch ihren alleeartigen Charakter mit sehr großzügig bemessenen Fahrbahnen für den Kfz-Verkehr in beide Richtungen. Eine Bedienung durch den ÖPNV erfolgt aktuell nicht. Die Gleise sollen straßenbündig in die Fahrbahn gelegt und der Gleiskörper durch den Individualverkehr mit genutzt werden. Mit dem Bau der Trambahntrasse können bestehende Sicherheitsmängel für Fußgänger und Radfahrer beseitigt werden. Die Baumalleen als raumprägende Grünstrukturen sollen erhalten und gestärkt werden, durch Erweiterung im Bereich westlich der Kreuzung Leopoldstraße. Durch Einbeziehung des Habsburger Platzes kann dort die Aufenthaltsqualität erhöht werden.
Die Martius- und Thiemestraße markieren den Übergang vom Stadtraum mit hoher Dichte zur Parkanlage des Englischen Gartens. Grünstrukturen auf der Nordseite und am Kißkaltplatz prägen auch hier den Straßenraum. Es gilt Tempo 30. Die Tramgleise sollen auch hier straßenbündig in die Fahrbahn gelegt und der Gleiskörper durch den Individualverkehr mit genutzt werden. Bestehende Sicherheitsmängel für Fußgänger und Radfahrer können auch hier mit dem Bau der Tramtrasse beseitigt werden.
Um dem Charakter des sensiblen Stadtraums noch mehr gerecht zu werden, wird in der weiteren Planung untersucht werden, ob es möglich ist, zusätzlich zum Bereich des Englischen Gartens auch in anderen Bereichen auf eine Fahrleitung zu verzichten.

Verbesserung der Radwegführung
Mit der Verbesserung des Angebots für den Radverkehr kann ein wichtiger Beitrag für München als Radlhauptstadt geleistet werden. Im Bestand teilen sich vielfach Rad- und Fußverkehr die Seitenräume der Straßen. Eine Verlagerung der Radverkehrsanlagen auf die Fahrbahn mit Schutzstreifen und/oder Radfahrstreifen ermöglicht eine Entflechtung vom Fußgängerverkehr. Vorhandene markierte Bordsteinradwege können entfernt, gefährliche Engstellen beseitigt und der gewonnene Raum dem Fußgängerverkehr zugeschlagen werden. Darüber wird sich die SWM/MVG im weiteren Planungsprozess insbesondere auch mit den betroffenen Bezirksausschüssen 01 (Altstadt, Lehel), 04 (Schwabing-West) und 12 (Schwabing-Freimann) abstimmen.
 

Planungsziele Englischer Garten

Hohe Sensibilität der Planung im Umgang mit dem Naturdenkmal
Der Englische Garten stellt ein herausragendes Zeugnis der Gartenbaukunst dar und steht mit seiner gesamten Fläche unter Denkmalschutz. Zudem ist der Park Bestandteil des Landschaftsschutzgebiets Isarauen. Damit liegen die Hürden für bauliche Veränderungen hoch. Ziel der SWM/MVG ist es, die bestehende Bustrasse für die Straßenbahn zu ertüchtigen und diese dabei harmonisch in die Parklandschaft einzubetten. Durch dieses behutsame Vorgehen sollen die Eingriffe in den Park auf ein Minimum reduziert werden. Um die denkmalpflegerischen Belange angemessen zu berücksichtigen, ist im weiteren Planungsprozess eine enge Abstimmung mit der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege unerlässlich und selbstverständlich. Hierzu wird ein Projektbeirat* als regelmäßiges Fachberatergremium insbesondere in denkmalpflegerischen Belangen eingerichtet.
*Infos zum Projektbeirat siehe FAQ Punkt 4

Reduzierung der befestigten Breite der Sckell’schen Kutschenfahrstraße auf das notwendige Minimum
Die weitere Planung unter Darstellung von Varianten und Alternativen soll zeigen, wie weit die befestigte Breite der historischen Sckell’schen Kutschenfahrstraße reduziert werden kann.
Für die Strecke im Englischen Garten ist flächenmäßig der Bau eines Rasengleises angestrebt. Mit einem Rasengleis kann die Wirkung der heutigen Straßenschneise reduziert und die Trasse harmonisch in die Parklandschaft eingebettet werden. Lediglich für den Radverkehr und Rettungsfahrzeuge ist eine befestigte Fläche herzustellen.

Keine Absperrgitter entlang der Trasse
Im Englischen Garten sieht die Planung die getrennte Führung von Fußgängern und Radfahrern vor. Es ist Ziel, die Sicherheit aller Parkbenutzerinnen und Parkbenutzer bestmöglich zu gewährleisten und keinesfalls gegenüber dem heutigen Zustand mit Bussen zu verschlechtern.  Dabei soll gelten: Sicherheit durch Übersichtlichkeit. Die Trasse soll nicht abgeschottet werden, weder durch Abpflanzungen noch durch Zäune oder Absperrgitter. Bestehende, zur Bustrasse quer verlaufende Wegebeziehungen sollen aufrecht erhalten bleiben. Die Querungen sollen baulich so gestaltet werden, dass die Tramtrasse für querende Verkehrsteilnehmer gut wahrnehmbar wird, ohne dabei den Charakter des Parks zu verändern. Durch die Übersichtlichkeit ist ein gefahrloses Miteinander von Straßenbahn und sonstigen Parkbenutzerinnen und Parkbenutzer unter Berücksichtigung der im Verkehr üblichen und erforderlichen Sorgfalt möglich. Wie die Querungen im Detail ausgebildet werden können, werden die weiteren Planungen zeigen. Die Belange der Gartenbesucherinnen und Gartenbesucher sollen dabei eingehend berücksichtigt werden.

8. Wann wird die Tram in Betrieb gehen?

Mit Beschluss der Vollversammlung des Stadtrats 24.01.2018 wurde entschieden, die Planung zur Tram Nordtangente wieder aufzunehmen. Eine Inbetriebnahme der neuen Tangente könnte aus heutiger Sicht im Jahr 2025 erfolgen – dies jedoch vorbehaltlich des weiteren Entscheidungsverlaufs im  Stadtrat der Landeshauptstadt München sowie in Abhängigkeit von der Dauer des Planfeststellungsverfahrens (Baugenehmigungsverfahren).

9. Was kostet die Tram Nordtangente?

Die SWM/MVG wurden in 01/2018 vom Stadtrat der Landeshauptstadt München gebeten, die Planungen zur Nordtangente wieder aufzunehmen. Auf Basis der nun zu erstellenden Planung werden die Kosten ermittelt. Gemäß einer ersten unverbindlichen Schätzung könnten die Kosten ca. 40 Millionen Euro betragen.