Westtangente

 

Kontakt

Für Fragen oder Anregungen im Zusammenhang mit diesem Projekt kontaktieren Sie bitte folgende E-Mailadresse:

kundendialog@mvg.de

Tram Westtangente

Neue Tram sichert leistungsfähiges Verkehrsnetz im Münchner Westen © SWM / MVG

Die geplante neue Tram im Münchner Westen, die Tram Westtangente, befindet sich in einer entscheidenden Phase: Die Entwurfsplanung kann abgeschlossen und der Antrag auf Planfeststellung bei der Regierung von Oberbayern vorbereitet werden. Grundlage dafür ist ein Beschluss, der am 21.03.2018 vom Stadtrat genehmigt wurde, und in den viele Anregungen der Bürgerinnen und Bürger sowie der Bezirksausschüsse eingeflossen sind.

Die ca. 8,25 km lange Neubaustrecke ist ein wichtiges Projekt des vom Stadtrat beschlossenen Nahverkehrsplans der Landeshauptstadt München. Sie soll die Stadtbezirke Neuhausen-Nymphenburg, Laim, Hadern, Sendling-Westpark und Obersendling direkt miteinander verbinden, das bestehende Schienennetz im Westen der Stadt ergänzen und damit in der Innenstadt entlasten.

Das Einwohner- und Arbeitsplatzwachstum in und um München führt grundsätzlich zu einer steigenden Nachfrage nach Mobilität. Die gestiegene Nachfrage erfordert eine leistungsfähige und attraktive Erschließung durch den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), insbesondere vor dem aktuellen Hintergrund der Luftreinhaltung und drohender Dieselfahrverbote.

Entlang der geplanten Strecke der Tram Westtangente findet ein städtebauliches Wachstum statt. Auch das S-Bahnsystem im Raum München wächst weiter. Am Bahnhof Laim werden künftig deutlich mehr Fahrgäste ein-, aus- und umsteigen als bisher. Die Tram Westtangente wird diesen Anforderungen gerecht – und sichert damit ein leistungsfähiges Verkehrsnetz im Münchner Westen.

Auf diesen Seiten erfahren Sie alles Wesentliche über den aktuellen Sachstand zur Tram Westtangente und erhalten allgemeine Informationen zum Projekt.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und freuen uns mit Ihnen auf das künftig noch bessere ÖPNV-Angebot im Münchner Westen.

 

Aktuelles

Im März 2018 hat der Stadtrat eine wichtige Weiche für den weiteren Ausbau des ÖPNV in München gestellt: In einer gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Arbeit und Wirtschaft, des Ausschusses für Stadtplanung und Bauordnung, des Bauausschusses sowie des Kreisverwaltungsausschusses wurde am 07.03.2018 der sogenannte Trassierungsbeschluss für die Neubaustrecke der Tram-Westtangente genehmigt. In der Vollversammlung am 21.03.2018 schließlich hat die Vollversammlung des Stadtrats diesen Beschluss zur Einleitung des Genehmigungsverfahrens bestätigt. Damit kann die Entwurfsplanung abgeschlossen und der Antrag auf Planfeststellung bei der ROB eingereicht werden.

Die nächsten Schritte

Die Stadtwerke München werden nun für das Tramprojekt die  Planfeststellungsunterlagen ("Bauantrag") bei der Regierung von Oberbayern einreichen.

Projektbeschreibung

Beschreibung der Linienführung

Die neue Tram Westtangente soll fünf Stadtbezirke im Münchner Westen verbinden. Dazu zählen die Stadtbezirke Sendling-Westpark, Neuhausen-Nymphenburg, Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln, Hadern und Laim. Die geplante Neubaustrecke führt vom Romanplatz über die Wotan-, Fürstenrieder und Boschetsrieder Straße zum Ratzingerplatz und endet am U-Bahnhof Aidenbachstraße. Sie ist ca. 8,25 Kilometer lang und hat voraussichtlich 17 Haltestellen.

Schnelle Verbindungen ohne Umwege übers Stadtzentrum
Die Tram Westtangente ermöglicht kürzere Reisezeiten im ÖPNV-Netz als bisher. Über die beschriebene Linienführung kann eine direkte Verbindung von Schwabing kommend über Neuhausen bis nach Laim und Sendling angeboten werden – ohne Umsteigen und ohne Umwege über das Stadtzentrum. Die derzeit am Romanplatz endende Linie 12 soll auf der Westtangente direkt bis zur Aidenbachstraße weiterfahren. Prognosen zeigen, dass die Tram Westtangente deutlich mehr Fahrgäste anziehen würde, als heute entlang dieser Nord-Süd-Achse mit den Bussen der MVG unterwegs sind. Auch die bestehende Tramlinie 12 zwischen Romanplatz und Schwabing hätte durch die Verlängerung nach Laim und Sendling mehr Fahrgäste.

Beschreibung der Planung
Die vorliegende und vom Stadtrat beschlossene Planung ist noch keine "baureife" Planung. Sie zeigt, wo die Tram-Haltestellen und die Tramtrasse liegen und wie diese aussehen werden, wie der Rad- und Fußverkehr funktionieren und wie viele Kfz-Fahrspuren bzw. Abbiegespuren es an den Kreuzungen geben wird.
In Abstimmung mit dem Baureferat und dem Kreisverwaltungsreferat (Verkehrsaufsichtsbehörde) der Landeshauptstadt München werden die Planung verfeinert.
Bei der Planung der Tram-Neubaustrecke wurden die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer vor dem Hintergrund beschränkter Platzverhältnisse abgewogen und möglichst gleichberechtigt berücksichtigt.

Tram auf Rasengleis in der Straßenmitte
Die Tram wird auf der gesamten Strecke in der Straßenmitte geführt, fast überall getrennt vom Kfz-Verkehr auf einem Rasengleis. Dies gewährleistet eine höhere Pünktlichkeit der Tram, und der Verkehrsfluss ist insgesamt besser zu steuern. Nur in der Wotanstraße zwischen Kemnatenstraße und Hirschgartenallee fährt die Tram auf der Fahrbahn, um breitere Geh- und Radwege zu ermöglichen und Platz für neue Bäume zu haben. In der Boschetsrieder Straße und der Fürstenrieder Straße gibt es vier Fahrspuren für den Kfz-Verkehr; in der Wotanstraße sind zwei Fahrspuren ausreichend, um die Leistungsfähigkeit des Kfz-Verkehrs zu gewährleisten. An den Kreuzungen wird es größtenteils zusätzliche Spuren für Links- und Rechtsabbieger geben, je nach Belastung der einzelnen Fahrtrichtungen.

Großzügige Haltestellen mit Bäumen

Die Haltestellen der Tram Westtangente ermöglichen einen bequemen und schnellen Umstieg zu anderen Linien. Alle Haltestellen der Tram entsprechen selbstverständlich den Standards der Barrierefreiheit. Sie verfügen über breite Wartebereiche mit Wartehalle und können fast alle mit Bäumen bepflanzt werden. Gemeinsam mit dem Rasengleis verleiht dies der Tramtrasse einen grünen, urbanen Charakter.

Verbesserungen bei Geh- und Radwegen

Im Zuge des Tramprojekts können an einigen Stellen die Rad- und Gehwege attraktiver gestaltet werden - hier ist v.a. der nördliche Bereich der Wotanstraße zu nennen. Auch die Querungen für Fußgänger und Radfahrer werden verbessert.

Mehr Grün in heute stark versiegelten Straßen – Aufwertung von Stadtteil- und Quartierszentren

Die Reduzierung der Kfz-Spuren jenseits der Kreuzungen, das Rasengleis und viele neu gepflanzte Bäume sorgen für eine stärkere Begrünung der heute stark versiegelten Straßen. So sollen zum Beispiel eine Allee in der Boschetsrieder Straße angelegt und Bäume in der nördlichen Wotanstraße gepflanzt werden. 

Durch die Neuordnung der Bushaltestellen kann an der Kreuzung Fürstenrieder Straße / Waldfriedhofstraße eine neue Platzfläche entstehen. Dadurch kann vor den bestehenden Läden eine einladende Aufenthaltsfläche angelegt und das Quartierszentrums an der Waldfriedhofstraße insgesamt aufgewertet werden. Wie die Platzfläche genau organisiert und gestaltet wird, entscheidet sich in der weiteren Planung, in Abstimmung mit dem Baureferat.

Ratzingerplatz

Am Ratzingerplatz erarbeitet das Referat für Stadtplanung und Bauordnung einen Bebauungsplan zur Neugestaltung des Platzes und zur Neubebauung der Umgebung. Damit wird der gesamte Bereich an der Kreuzung Boschetsrieder Straße / Aidenbachstraße schöner und belebter . In diesem Zuge soll auch die bestehende P+R-Anlage an der Aidenbachstraße durch einen attraktiven Neubau ersetzt werden.

Romanplatz

Der Romanplatz soll umgestaltet und damit attraktiver werden. Zu diesem Zweck hatten die Stadtwerke München (SWM) im Auftrag des Stadtrats der Landeshauptstadt und in Abstimmung mit der Verwaltung 2015 einen Realisierungswettbewerb mit Ideenteil ausgelobt. Aufgabe der Teilnehmer war die gestalterische Aufwertung des gesamten ÖPNV-Umsteigeknotens mit Tram- und Bushaltestellen samt Rondell. Gleichzeitig sollten Ideen zur künftigen Gestaltung der teilweise privaten, aber öffentlich genutzten Seitenbereiche einschließlich der öffentlichen Grünfläche im Norden des Platzes eingereicht werden. Ziel der geplanten Umgestaltung ist, dass der Romanplatz seiner zukünftig noch stärkeren Funktion als Verkehrsdrehschreibe gerecht, aber gleichzeitig auch als Quartiersplatz erlebbar wird.
Im März 2016 entschied sich die Jury für den Entwurf des Büros ver.de landschaftsarchitektur aus Freising mit straub architekten. Die Umsetzung soll ab März 2019 beginnen.

Fakten & Vorteile

Der zunehmende Bedarf an Mobilität kann und soll nicht allein durch das Auto gedeckt werden. Im Verkehrsentwicklungsplan 2006 der Landeshauptstadt München ist dieses Ziel des Stadtrates folgendermaßen beschrieben: »Für die aus wirtschaftlichen und sozialen Gründen notwendige Gewährleistung einer stadtverträglichen Mobilität in München haben alle Maßnahmen zur Verkehrsverminderung und zur Verkehrsverlagerung auf umweltgerechte Verkehrsmittel höchste Priorität. Dieser Vorrang ist die Grundvoraussetzung für die geplante Siedlungsverdichtung, die nur bei entsprechender Kapazität und Attraktivität des ÖPNV stadtverträglich verwirklicht werden kann.« Insbesondere angesichts des erwarteten Bevölkerungszuwachses in München ist es wichtig und richtig, mit dem Projekt Tram Westtangente diese erfolgreiche Verkehrspolitik fortzusetzen.

Die Tram braucht weniger Fläche als das Auto

Diagramm Kapazitätsvergleich Bus/Tram

Obwohl die Tram vorwiegend unabhängig vom Autoverkehr auf eigener Trasse mit Rasengleis fahren soll, braucht sie je Fahrgast weniger Fläche als der Autoverkehr: Sie nutzt den Straßenraum effektiv: In einer Tram können so viele Personen befördert werden wie in zwei Gelenkbussen oder in 145 Pkws.

Ohne Tram steigt die Belastung der Anwohner weiter. Mehr Verkehr, weil München wächst – denn mobil wollen alle sein

Das Einwohner- und Arbeitsplatzwachstum in und um München führt grundsätzlich zu einer steigenden Nachfrage nach Mobilität. Entlang der geplanten Strecke der Tram Westtangente findet ein städtebauliches Wachstum statt, z. B. im Umfeld des Bahnhofs Laim, in Obersendling an der Drygalski-Allee, rund um den Ratzingerplatz sowie südlich der geplanten Endstation der Tram Westtangente an der Aidenbachstraße.
Das beste Mittel gegen Staus in Großstädten ist der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Die Münchnerinnen und Münchner nutzen die Tram gerne. Je mehr Menschen für Fahrten in der Stadt das Auto stehen lassen und je häufiger sie den ÖPNV nutzen, desto mehr Platz wird auf der Straße für notwendige Fahrten geschaffen, beispielsweise für den Wirtschaftsverkehr.
Die Kapazität der Tram Westtangente könnte durch den Einsatz größerer Züge oder/und eine Verdichtung des Taktes noch erhöht werden. Demgegenüber weist das bestehende, nicht erweiterbare Straßennetz zahlreiche Straßenkreuzungen auf, die keine Möglichkeiten zur Kapazitätssteigerung für den Kfz-Verkehr haben.

Die Tram fährt auf einer eigenen Spur und steht nicht im Stau

Im Gegensatz zu den heute fahrenden Bussen hat die Tram fast auf der gesamten Strecke eine eigene Spur und kann somit auch zu den Hauptverkehrszeiten unabhängig vom Kfz-Verkehr auf einem Rasengleis fahren, was einen weniger störungsanfälligen und somit pünktlicheren Betrieb gewährleistet.
Im Übrigen müssten auch bei weiteren Taktverdichtungen der Buslinien durchgehende, autofreie Busfahrstreifen gebaut werden, da die bestehende Infrastruktur eine Verdichtung des Takts nicht zulässt. Dadurch würden dem Kfz-Verkehr - genauso wie durch den Bau der Tram Westtangente - zwei Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung stehen.
Die eigene Spur der Tram in Straßenmitte mit den großteils auch mittig liegenden Haltestellen hat außerdem den Vorteil, dass Konflikte bei dem in der Zukunft zunehmendem Gesamtverkehr zwischen unterschiedlichen Verkehrsteilnehmern reduziert werden können. Dort, wo parallel zur Tram kein Bus verkehrt werden Radfahrer nicht mehr von den heute seitlich ein- und aussteigenden Busfahrgästen „ausgebremst“. Auch das Rechtsabbiegen der Autos kann ohne die auf der rechten Spur mitfahrenden Busse flüssiger funktionieren. Die Linksabbieger werden mittels intelligenter Ampelsteuerungen vor einfahrenden Trambahnen geschützt. Dies erfolgt entweder über spezielle Sonderphasen für die Tram oder über eigene Grünphasen für den Linksabbieger. Dazu kommt, dass der Platz an den teilweise schmalen Gehwegen dann nicht mehr für die Wartebereiche "verbraucht" wird, sondern den Fußgängern zur Verfügung steht.

Der Straßenraum wird attraktiver

Rasengleis mit Tram 19 am Promenadeplatz

In München gibt es bereits gute Beispiele für eine gelungene Integration der Tram in den Straßenraum: zum Beispiel am Promenadeplatz, auf der neuen Tramstrecke 23 in die Parkstadt Schwabing oder bei der Verlängerung der Tramstrecke vom Effnerplatz nach St. Emmeram.

Auch die Tram Westtangente wird ansprechend gestaltet werden. So sind beispielsweise in großen Teilen Rasengleise vorgesehen, die für eine Begrünung des Straßenraums sorgen. Zudem bietet der Bau der Tram die Chance, zeitgleich zentrale Orte wie das Laimer Stadtteilzentrum, die Waldfriedhofstraße oder den Ratzingerplatz aufzuwerten.

Fakten und Vorteile im Überblick

Rasengleis mit Tram 23 in der Leopoldstraße

Die Tram Westtangente ist eine sinnvolle Investition in die Zukunft, weil sie im Vergleich zum bestehenden ÖPNV-Angebot im Münchner Westen zahlreiche Vorteile hat.

Die Tram Westtangente

  • hilft umweltfreundlich den zunehmenden Bedarf an Mobilität im Münchner Westen zu decken.
  • bietet angesichts der weiter steigenden Nachfrage im ÖPNV mehr Platz für mehr Fahrgäste. In der Tram finden doppelt so viele Fahrgäste Platz wie in einem Gelenkbus.
  • steht auf ihrem eigenen Gleiskörper nicht im Stau; sie ist schneller und pünktlicher unterwegs als Busse im Kfz-Verkehr.
  • schafft schnelle Direktverbindungen zwischen den Stadtteilen.
  • wirkt durch ihre Attraktivität einer noch stärkeren Zunahme des Kfz-Verkehrs entgegen und führt zu mehr Fahrten mit dem ÖPNV.
  • entlastet die Anwohnerinnen und Anwohner von noch mehr Staub, Lärm und Abgasen.
  • macht den Straßenraum grüner durch den Bau von Rasengleisen und die Pflanzung vieler neuer Bäume, nicht nur auf den Haltestellen.
  • bietet die Chance zur Aufwertung des Straßenraumes und zur Belebung der Stadtteilzentren. So belebt etwa ein neuer Platz an der Waldfriedhofstraße das dortige Quartierszentrum.
  • ist leistungsfähig, nutzerfreundlich und wirtschaftlich.

 

Tramstrecken wie die Osttangente oder die Tram vom Effnerplatz nach St. Emmeram zeugen vom erfolgreichen Ausbau des Münchner Tramnetzes. Überall sind die Fahrgastzahlen nach Einführung der Tram deutlich stärker angestiegen als im Gesamtnetz. Die Münchnerinnen und Münchner nutzen die Tram gerne und oft.

FAQ - Häufige Fragen

Wie sieht der Verlauf der neuen Tramstrecke aus?

Die geplante Neubaustrecke führt vom Romanplatz über die Wotan-, Fürstenrieder und Boschetsrieder Straße zum Ratzingerplatz und endet am U-Bahnhof Aidenbachstraße. Sie ist ca. 8,25 Kilometer lang und hat 17 Haltestellen. Die neue Tramlinie ersetzt den Metrobus 51 auf diesem Abschnitt und verbindet verschiedene U-Bahn-Linien (U3, U5, U6), Tramlinien (12, 16/17, 18, 19) sowie den S-Bahn-Haltepunkt Laim. Die Strecke stellt somit eine wichtige Tangente dar, die dazu geeignet ist, Überlastungen im Stadtzentrum zu vermeiden. Überdies wird durch die Querverbindung mehrerer Stadtviertel ein weiterer Ausbau des ÖPNV gefördert.

Warum ist der Ausbau des ÖPNV notwendig?

Die Stadt München plant vielfältige Maßnahmen für eine stadtverträgliche Mobilität. Dabei haben alle Maßnahmen zur Verkehrsverlagerung auf umweltgerechte Verkehrsmittel höchste Priorität. Darüber hinaus gilt es, die Stadtteile durch eine entsprechende Stadtteilentwicklung auch dezentral zu stärken. Basierend auf diesen grundsätzlichen Zielen und einer Verkehrsprognose war die Neubaustrecke Tram Westtangente von Anfang an Bestandteil des Nahverkehrsplans der Landeshauptstadt München.
Die Siedlungsentwicklung in und um München wird auch in Zukunft zu einem Zuwachs an Einwohnern sowie Arbeitsplätzen führen. Diese Entwicklung hat Auswirkungen auf den Verkehr, die jetzt schon spürbar sind. Es ist daher dringend nötig, den derzeitigen und zukünftigen Bewohnern ein leistungsstarkes und umweltschonendes Verkehrsmittel wie die Tram zur Verfügung zu stellen. 

Auch entlang der geplanten Strecke findet ein städtebauliches Wachstum statt, zum Beispiel im Umfeld des Bahnhofs Laim, in Obersendling an der Drygalski-Allee, rund um den Ratzingerplatz sowie südlich der geplanten Endstation der Tram Westtangente an der Aidenbachstraße.

Das S-Bahn-Angebot im Raum München wird ausgebaut. Am Bahnhof Laim steigen daher künftig deutlich mehr Fahrgäste ein, aus oder zur Weiterfahrt mit anderen Verkehrsmitteln um. Durch die dort geplante Umweltverbundröhre – eine neue Unterführung für Fußgänger, Radfahrer und ÖPNV – wird der Bahnhof Laim attraktiver. Dies führt zu noch mehr Fahrgästen und Umsteigern im ÖPNV. Allein vor diesem Hintergrund bedarf es einer leistungsfähigen Verbindung von Norden (Romanplatz über Laim) in Richtung Süden (Aidenbachstraße), wie sie mit der Tram Westtangente entsteht.

Was sind die nächsten Planungsschritte?

Die Stadtwerke München werden nun den Planfeststellungsantrag ("Bauantrag") bei der Regierung von Oberbayern einreichen.

KEIN Dauerstau durch Trambahnbau!

Relevant für eine Staubildung ist nicht die Anzahl der Fahrspuren „auf der Strecke“, sondern die Zahl der Spuren an den Kreuzungen wie auch die Länge der Grünphasen. (Vorstellen kann man sich dies wie bei einem Trichter: Dieser kann oben sehr groß sein, es passt aber nur mehr durch, wenn die Größe der Öffnung unten entsprechend groß ist). An den Kreuzungen wird es in den meisten Fällen mehr als vier Spuren geben, mit eigenen Spuren für Links- und Rechtsabbieger, je nach Belastung der einzelnen Fahrtrichtungen. Die Tram fährt mit dem Hauptstrom des Kfz-Verkehrs über die Kreuzungen, der Kfz-Verkehr wird also nicht ständig für die Tram angehalten.
Auch nach dem Bau der Tram Westtangente wird für den Kfz-Verkehr genügend Fläche vorhanden sein. So werden beispielsweise in der Fürstenrieder Straße jenseits der Straßenkreuzungen insgesamt vier Fahrstreifen ausreichen. Bereits heute stehen hier zu den Hauptverkehrszeiten in Laim »nur« vier Fahrstreifen zur Verfügung, da ein Fahrstreifen für Busse reserviert ist. Durch ein entsprechend ausgebautes ÖPNV-Angebot entsteht möglichst wenig zusätzlicher Kfz-Verkehr, da sich gezeigt hat, dass das Auto bei einem attraktiven ÖPNV-Angebot eher stehen gelassen wird. Verkehrsprognosen zeigen deutlich: Mit der Tram ist die Zunahme des Kfz-Verkehrs geringer als ohne den Bau der Tram. Die Tram verhindert also zusätzlichen Stau mit noch mehr Lärm und einer noch höheren Abgasbelastung für die Anwohner.

Wird der Kfz-Verkehr durch die Tram-Haltestellen behindert?

Wurden Alternativen zur Tram-Planung untersucht?

Im Vorfeld der Trambahn-Planung wurde untersucht, ob und wie das Bussystem zwischen Romanplatz, Laim und Aidenbachstraße verbessert werden könnte. Fazit: Die Tram stellt die bessere Alternative für die Lösung zukünftiger Mobilitätsbedürfnisse dar, weil die Kapazität der Tram durch den Einsatz größerer Züge oder/und eine Verdichtung des Taktes noch erhöht werden könnte. Dafür sprechen auch der größere Komfort bei vergleichsweise hoher Reisegeschwindigkeit und die Pünktlichkeit. Zudem würde auch ein leistungsfähiges Bussystem, ebenso wie die Tram, eigene Spuren benötigen.

Wird auch die Umgebung entlang der Tram Westtangente mit aufgewertet?

Der trennende Charakter der Fürstenrieder Straße wird mit der Tram Westtangente aufgehoben oder zumindest abgemildert. Durch die Reduzierung um eine Kfz-Spur je Fahrtrichtung und die Anlage eines durchgängigen Rasengleises sinkt der Asphaltanteil und damit die Versiegelung deutlich. Der Straßenraum wird durch das Rasengleis insgesamt grüner werden. Zusätzlich sorgen die geplanten Bäume auf den Haltestellen für eine stärkere Begrünung des Straßenbildes.
Zudem werden die Leitplanke und der Zaun im Mittelstreifen der Fürstenrieder Straße entfernt, die bisher auch eine optische Barriere darstellten. Damit verschwindet auch der heutige Autobahncharakter der Fürstenrieder Straße. Mit dem Tram-Projekt sind einige "Verschönerungsmaßnahmen" vorgesehen, So wird es etwa mehr Bäume in der nördlichen Wotanstraße oder in der Boschetsrieder Straße geben. Geplant ist auch ein neuer Quartiersplatz an der Waldriedhofstraße. Dazu kommen noch Verbreiterungen von zu schmalen Geh- und Radwegen, wie z. B. in Teilen der Wotanstraße.
Nach dem Beschluss des Stadtrats vom Juli 2013 ist das Baureferat der Landeshauptstadt München für die Planung dieser sogenannten "Maßnahmen zur stadtgestalterischen Aufwertung und zur Verbesserung der Geh- / Radwege" zuständig.

Weniger Parkplätze durch die Tram Westtangente?

Die Erhaltung von ausreichendem Parkraum steht neben anderen Belangen bei allen Planungen mit im Fokus. Zählungen haben ergeben, dass die vorhandenen Parkmöglichkeiten im Umfeld der geplanten Trasse nicht voll ausgelastet sind. Daher können, gemäß dem aktuellen Planungsstand, auch nach Realisierung der Tram Westtangente insgesamt ausreichend Stellplätze angeboten werden.
In der weiteren Planung wird in Abschnitten, in denen tageszeitlich Engpässe entstehen könnten, untersucht, wie das Parkraumangebot verbessert werden kann.

Werden für die Tram Bäume gefällt?

Nach dem aktuellen Planungsstand können insgesamt mehr neue Bäume gepflanzt werden, als geschützte Bäume nach Baumschutzverordnung für das Tramprojekt gefällt werden müssen. Die Planung gewährleistet die größtmögliche Schonung des Baumbestandes im Straßenraum. Auch wird darauf geachtet, dass zu fällende Bäume so weit wie möglich durch Neupflanzungen vor Ort ersetzt werden. Für unvermeidbare Verluste von Bäumen muss gem. Art. 6a des Bayerischen Naturschutzgesetzes ein Ausgleich bzw. Ersatz geleistet werden. Dies sieht auch die Baumschutzverordnung der Landeshauptstadt München vor, in deren Geltungsbereich der betroffene Baumbestand liegt.

Wieso ist eine Tram nötig, wo es doch bereits Busse gibt?

Für die Frage nach dem geeigneten Verkehrsmittel ist zunächst die Anzahl der zu erwartenden Fahrgäste von entscheidender Bedeutung. Neben einer Erschließung mit der Tram wurden auch die bestehenden Busanbindungen geprüft. Um mit Bussen die erforderliche leistungsfähige Verbindung in Zukunft herzustellen, wäre eine erheblich größere Anzahl an Bussen erforderlich. Dies würde zu zusätzlichen Verkehrsproblemen führen. Obwohl heute auf der Fürstenrieder Straße in den Hauptverkehrszeiten teilweise alle drei Minuten ein Bus fährt, lassen sich Pünktlichkeit und Leistungsfähigkeit nicht zu allen Tageszeiten sicherstellen.
Die Tram stellt in Zukunft die bessere Alternative für die Lösung der Mobilitätsbedürfnisse dar, weil die Kapazität der Tram z.B. durch den Einsatz größerer Züge oder/und eine Verdichtung des Taktes noch erhöht werden könnte. Dafür sprechen auch der größere Komfort bei vergleichsweise hoher Reisegeschwindigkeit und die Pünktlichkeit. Zudem müssten für ein leistungsfähiges Bussystem durchgehende, autofreie Busfahrstreifen gebaut werden.
Dadurch würden dem Kfz-Verkehr – genauso wie durch den Bau der Tram Westtangente– zwei Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung stehen. Zudem müssten die Fahrbahnflächen verbreitert werden, da die vorhandenen Kfz-Fahrstreifen für einen zuverlässigen und pünktlichen Busbetrieb zu schmal sind.
Der Ausbau der Bus-Infrastruktur würde also ebenfalls umfangreiche Baumaßnahmen notwendig machen und Platz beanspruchen.

Warum nicht einfach Busse mit Busanhängern (Buszüge) statt Tram?

Die bisher eingesetzten Fahrzeugtypen der Tram mit 220 Plätzen haben gegenüber dem zweiteiligen Buszug bis zu 70% mehr Kapazität. Entsprechend mehr Buszüge wären erforderlich. Bei neuen Fahrzeugtypen der Tram sind noch höhere Kapazitäten durch größere Fahrzeuglängen möglich– während der Buszug mit 23m die maximale Fahrzeuglänge erreicht. Bei noch höherem Fahrgastaufkommen müsste man folglich deutlich mehr Buszüge einsetzen. Ein solcher Fahrzeugeinsatz ist aber rein hypothetisch, da die bestehende Infrastruktur eine Verdichtung des Takts nicht zulässt. Für ein leistungsfähiges Bussystem müssten durchgehende, autofreie Busfahrstreifen gebaut werden.
Dadurch würden dem Kfz-Verkehr – genauso wie durch den Bau der Tram Westtangente – zwei Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung stehen. Zudem müssten die Fahrbahnflächen verbreitert werden, da die vorhandenen Kfz-Fahrstreifen für einen zuverlässigen und pünktlichen Busbetrieb zu schmal sind.
Der Ausbau der Bus-Infrastruktur würde also ebenso umfangreiche Baumaßnahmen notwendig machen und Platz beanspruchen.
Selbst bei Einsatz von Buszügen ist der Busbetrieb in der Fürstenrieder Straße auf Dauer nicht zukunftsfähig. Er ermöglicht keine ausreichende Kapazität bei insgesamt kontinuierlich steigenden Fahrgastzahlen und damit keine wünschenswerte Verlagerung auf den öffentlichen Nahverkehr.

Gibt es wegen der Tram mehr Schleichverkehr in den Wohnvierteln?

Mit dem kreuzungsfreien Ausbau des Mittleren Rings Südwest zwischen der Ammerseestraße (A 96) und der Passauer Straße wird ein attraktives, leistungsfähiges Angebot für den Kfz-Verkehr geschaffen. Der Verkehr aus dem angrenzenden Straßennetz wird damit auf dem Mittleren Ring gebündelt. Aufgrund der höheren Leistungsfähigkeit des ausgebauten Mittleren Rings Südwest wird der parallel verlaufende Straßenzug Fürstenrieder Straße / Boschetsrieder Straße entlastet. Gleichzeitig wirkt sich die Verlagerung des Verkehrs auf den Mittleren Ring wegen der wesentlich umweltverträglicheren Führung durch den Tunnel positiv aus.

Verkehrsprognosen zeigen keine nennenswerten Verlagerungen ins untergeordnete Straßennetz durch den Bau der Tram Westtangente. Bereits heute gilt, dass bei Kreuzungen von Hauptverkehrsstraßen mit Erschließungsstraßen die Leistungsfähigkeit der Hauptverkehrsstraße eine höhere Priorität genießt. An Kreuzungen von zwei Hauptverkehrsstraßen sollte weiterhin ein Abbiegen in beide Richtungen möglich sein, um zu vermeiden, dass sich der Durchgangsverkehr in Wohngebiete verlagert. An diesen Prinzipien ändert sich auch durch den Bau der Tram Westtangente nichts.