Entlastungsspange U9

     

    Kontakt

    Für Fragen oder Anregungen im Zusammenhang mit diesem Projekt kontaktieren Sie bitte folgende
    E-Mailadresse:

    kontakt@mvg.swm.de

    Neue U-Bahnstrecke von der Implerstraße über den Hauptbahnhof zur Münchner Freiheit

    Die Münchner U-Bahn ist beliebt bei Einheimischen wie Touristen. Das zeigt das stetige und überdurchschnittlich steigende Fahrgastwachstum: die Nachfrage bei der U-Bahn hat in jüngster Vergangenheit jeweils um bis zu zehn Millionen Fahrgäste pro Jahr zugelegt. Neben dem attraktiven ÖPNV-Angebot ist auch das Bevölkerungswachstum in München und der Region ursächlich für diese Entwicklung.
    Mittelfristig für Entlastung sorgen könnte eine neue U-Bahnstrecke im Nord-Süd-Korridor von der Implerstraße über den Hauptbahnhof zur Münchner Freiheit: die sogenannte U9-Spange. Eine von SWM/MVG beauftragte Machbarkeitsstudie zeigt die grundsätzliche bauliche Machbarkeit der Entlastungsstrecke.

    Auf diesen Projektseiten möchten wir Ihnen das Projekt „U9-Spange“ vorstellen.

    Ihre Münchner Verkehrsgesellschaft

    Projektbeschreibung

    Projektanlass:

    Anlass für das Projekt U9-Spange und die bauliche Machbarkeitsstudie war und ist das stetige und überdurchschnittliche Fahrgastwachstum in München. Dort hat die Nachfrage in jüngster Vergangenheit jeweils um ca. zehn Millionen Fahrgäste pro Jahr zugelegt. Allein zwischen 2007 und 2012 gab es eine Steigerung von über 10 Prozent – Tendenz weiter steigend. Über die letzten zehn Jahre legten U-Bahn, Tram und Bus um etwa ein Viertel zu.

    Neben dem attraktiven ÖPNV-Angebot ist vor allem das Bevölkerungswachstum in München und der Region ursächlich für die hohen Steigerungsraten. 2030 werden etwa 20 Prozent mehr Menschen im Großraum München leben als im Jahr 2000.

    Wegen der hohen Belastung im Zentrum fährt die U-Bahn dort schon heute in Spitzenzeiten nahe an der Auslastungsgrenze. Im Rahmen der „MVG-Angebotsoffensive 2010-2020“ sind daher bereits weitere Taktverdichtungen, Bahnhofserweiterungen und Ausbaumaßnahmen (etwa 2 Minuten-Takt bei der U-Bahn, Um- und Ausbau des Bahnhofes Sendlinger Tor oder der Bau von Tram-Tangenten) umgesetzt bzw. geplant. Mit diesen Maßnahmen werden allerdings nach 2020 die Entlastungsmöglichkeiten der U-Bahn im Zentrum ausgeschöpft sein.

    Zusammenfassend gibt es also viele gute und zwingende Gründe für eine Entlastungsstrecke im Zentrum Münchens wie die U9.

    Die U9-Spange verschafft daher eine längerfristige Kapazitätsperspektive für das anschließende Jahrzehnt. 2009 wurden SWM/MVG vom Stadtrat – nach einem entsprechenden Antrag der Stadtratsfraktionen von SPD und Grünen – mit weiterführenden Planungen beauftragt. Im aktuellen Entwurf des städtischen Nahverkehrsplans ist die U9-Spange bereits mit Status „in Untersuchung“ enthalten.

    Mögliche Linienführungen:

    Nach Realisierung der U9-Spange könnte die Linienführung zum Beispiel wie folgt gestaltet werden:
    Die U9 übernimmt als Stammlinie die komplette Strecke Garching-Forschungszentrum – Fröttmaning – Hauptbahnhof – Implerstraße – Klinikum Großhadern – Martinsried, während die U6 zwischen Fröttmaning und Klinikum Großhadern den Kern des Stammastes über Marienplatz und Sendlinger Tor bedient. Damit wären zum Beispiel die Hochschulstandorte und auch die Allianz Arena umsteigefrei mit dem Hauptbahnhof verbunden. Die Verstärkerlinie U10 verknüpft zeitweise den Bereich der südlichen U3/U6 via Marienplatz und Münchner Freiheit mit der U2 Nord, schafft damit zusätzliche Kapazität im wachsenden Einzugsbereich der U2 Nord und zudem Direktfahrmöglichkeiten von dort zum Marienplatz.

    Zudem gäbe es für die neue Entlastungsstrecke – möglicherweise in einer zweiten Baustufe –eine zusätzliche Verknüpfungsoption: Nördlich des Hauptbahnhofs könnte die U9-Spange mit der U2 Nord verbunden werden. Dadurch würde einerseits die Netzflexibilität weiter erhöht werden, andererseits würden sich weitere neue Perspektiven für das Liniennetz und die Streckenkapazität eröffnen: Über diese Verknüpfung könnte z. B. eine weitere neue Verstärkerlinie – Arbeitstitel U12 – geführt werden, die den Nordast der U2 teilweise weiter verdichtet, aber ab Haupt-bahnhof über die neue Spange nach Süden (z. B. Richtung Harras) geführt wird. Damit würden im Abschnitt Hauptbahnhof – Sendlinger Tor – Kolumbusplatz wieder Streckenkapazitäten frei, die in den Spitzenzeiten zum Beispiel von einer neuen Verstärkerlinie U11 (Arbeitstitel) zwischen OEZ, Rotkreuzplatz, Hauptbahnhof und dem Ostast der U2 (je nach Bedarf Richtung Messestadt oder Neuperlach) genutzt werden könnten. Dies bedeutet: Das Konzept U9-Spange plus Verbindung zur U2 würde die Voraussetzung dafür schaffen, auch die U1 im Nordabschnitt bei weiterer baulicher Entwicklung und Bedarf verdichten zu können.

    Ergebnisse:

    Grundsätzlich ist die U-Bahn-Entlastungsstrecke im Korridor Implerstraße – Hauptbahnhof – Münchner Freiheit baulich möglich. Für die beiden Richtungstunnel gibt es im bestehenden Untergrundnetz ausreichend Platz und Trassierungsmöglichkeiten. Ebenso könnten die zusätzlich erforderlichen Bahnhöfe baulich realisiert und – wie auch die Streckentunnel – in geeigneter Weise mit dem Bestandsnetz verknüpft werden.
    Als Vorzugsvariante wurde dabei folgende ca. 6 km lange Verbindung identifiziert: Implerstraße – Theresienwiese – Hauptbahnhof – Pinakotheken – Giselastraße (– Münchner Freiheit). Im Unterschied zur ursprünglich von der MVG vorgeschlagenen Trassenführung würde die neue Strecke nicht an der Münchner Freiheit in das Bestandsnetz münden, sondern bereits an der Giselastraße. Dort lässt sich eine Verknüpfung mit der U-Bahnbestandsstrecke (zusätzlich mit Umsteigemöglichkeit zur Tram-Nordtangente) baulich besser bewältigen und durch einen viergleisigen Ausbau dieses Bahnhofs und der Strecke bis zur Münchner Freiheit optimal mit der U3 und der U6 verknüpfen.
    Im Bereich der Theresienwiese könnte die Spange alternativ zum viergleisigen Ausbau des bestehenden Bahnhofs auch mit einer zusätzlichen Station unterhalb des Bavariaparks verlaufen. Beide Optionen steigern als gewünschten Nebeneffekt die Kapazität für den Oktoberfest-Verkehr.
    Im Bereich der Pinakotheken könnte ein neuer U-Bahnhof entstehen, der an die Tramlinien 27/28 anschließt und das dortige TU-Gelände noch besser erschließt.

    Am Hauptbahnhof entstünde für die neue Strecke U9 ein zusätzlicher U-Bahnhof, der in etwa unterhalb des Gleisfeldes des Hauptbahnhofs zu liegen käme. Hierfür gibt es mehrere Varianten: Denkbar wäre, das Sperrengeschoss dieses neuen U-Bahnhofs zugleich mit direkten Zugängen zu den Fernbahnsteigen sowie zu den beiden Flügelbahnhöfen zu versehen. Damit wäre nicht nur eine optimale Verknüpfung zwischen Fernverkehr, Regionalverkehr und U-Bahn gegeben, sondern gleichzeitig auch ein westlicher Zugang zu den Bahnsteigen des Sackbahnhofs sowie eine direkte unterirdische Verbindung der beiden Flügelbahnhöfe.

    Die Realisierung einer solchen Neubaustrecke zwischen Sendling und Schwabing hätte erhebliche positive Auswirkungen. Sie wäre ein essenzieller Beitrag zur Bewältigung der weiter steigenden Fahrgastzahlen im Stadtzentrum, böte aber auch verschiedene Optionen für eine langfristige Sicherung der Leistungsfähigkeit des Münchner U-Bahn-Systems.
    Erste Prognosen ergaben für die neue U9-Spange rund 50.000 Fahrgäste täglich im Abschnitt Hauptbahnhof – Giselastraße, die nach einer Langfristprognose bis ca. 2050 auf gut 100.000 Fahrgäste anwachsen könnten. Das entspräche etwa dem heutigen Verkehrsaufkommen z. B. auf den Abschnitten Max-Weber-Platz – Ost-bahnhof (U5), Stiglmaierplatz – Hauptbahnhof (U1/U7) oder beispielsweise auch der Prognose für die 2. S-Bahn-Stammstrecke im Teilabschnitt Marienhof – Ostbahnhof.

     

    Ziele & Vorteile

    Ziele:

    Ziele der nun durchgeführten Machbarkeitsuntersuchung waren Folgende:

    • die MVG-Konzeptidee U9-Spange auf ihre grundsätzliche bauliche Machbarkeit prüfen und
    • mögliche Varianten zu untersuchen und diese bezüglich ihrer verkehrlichen Wirkung einzuschätzen.

    Eine Ermittlung von Baukosten waren dagegen kein Thema der Machbarkeitsstudie; dazu sind zunächst weitere detailliertere Untersuchungen an den Streckenführungen und den geplanten Bauwerken erforderlich. Auch die Wirtschaftlichkeit wurde noch nicht bewertet, denn dazu müssen konkrete Investitionskosten und Folgekostenberechnungen vorliegen.

    Vorteile:

    Zusammengefasst eröffnet die neue U-Bahnstrecke folgende Verbesserungen:

    • Entlastung der am stärksten belasteten Abschnitte und Bahnhöfe des U-Bahn-Bestandsnetzes im Zentrum durch deutliche Kapazitätssteigerung im Nord-Süd-Verkehr
    • Attraktivitätssteigerung durch neue Direktfahrmöglichkeiten und erhebliche Fahrzeitgewinne
    • Bei Realisierung der Verbindung U9/U2 zusätzliche Möglichkeiten zur Verdichtung der U2 Nord sowie der U1 Nord
    • Neue Liniennetzverknüpfungen, zum Beispiel:
      Garching-Forschungszentrum – Fröttmaning (Stadion) – Münchner Freiheit – Hauptbahnhof – Imperstraße – Klinikum Großhadern – Martinsried (Arbeitstitel U9)
      Mit Spange U9/U2: OEZ – Rotkreuzplatz – Hauptbahnhof – Kolumbusplatz – Innsbrucker Ring – Messestadt oder Neuperlach (Arbeitstitel U11)
      Mit Spange U9/U2: Harthof oder Milbertshofen – Hauptbahnhof – Implerstraße – Harras (Arbeitstitel U12)
    • Entzerrung des Fußballverkehrs durch eine zusätzliche, umsteigefreie Verbindung Hauptbahnhof – Fröttmaning
    • Kapazitätssteigerung für die Bedienung des Oktoberfestes
    • Massive Steigerung der Netzflexibilität (z. B. bei Störungen und Baustellen)
    • Völlig neue Optionen für die Erschließung im Bereich Hauptbahnhof und der Verknüpfung mit dem Regional- und Fernverkehr durch einen zusätzlichen U-Bahnhof Hauptbahnhof unterhalb des DB-Gleisfeldes.

    Nächste Schritte

    SWM und MVG schlagen der Stadt vor, dieses Projekt auf Basis der vorliegenden Machbarkeitsstudie nun gemeinsam weiter voranzutreiben und die Planung weiter zu vertiefen. Notwendig sind nun als nächstes unter anderem detaillierte Untersuchungen zur Ausgestaltung der neuen Bahnhöfe. Das Betriebskonzept soll weiter verfeinert und noch genauer auf seine Auswirkungen hin überprüft werden. Wesentliche Grundlage für alle weiteren Planungsschritte ist zudem die Fortschreibung der Strukturdaten als Bewertungsgrundlage – etwa für die zwingend erforderliche Nutzen-Kosten-Rechnung. Zudem sind die baulichen Abhängigkeiten etwa zum geplanten neuen DB-Empfangsgebäude am Hauptbahnhof sowie zur 2. S-Bahn-Stammstrecke mit allen Beteiligten, nicht zuletzt auch dem Freistaat Bayern und der DB AG, zu klären.

    Filme

     

    Gestaltung