MVG-Betriebszentrum

Im MVG-Betriebszentrum wird der Betrieb von U-Bahn, Bus und Tram gesteuert und überwacht. Seit 2021 hat die MVG eine gemeinsame Zentrale für alle drei Betriebszweige in einem eigens dafür errichteten Neubau. Zuvor war die Leitstelle für die Oberfläche (Bus und Tram) von der U-Bahn-Betriebszentrale räumlich getrennt.

Geschichte der Leitstellen

Leitstelle für Bus und Tram

In den 1950er-Jahren wurde der Verkehr auf Münchens Straßen so dicht, dass die Verkehrsbetriebe 1956 die Einsatzwagen an den damaligen Stadtfunk anschlossen. So konnten sie bei Störungen und Wagenausfällen schneller reagieren.

1966 wurde eine Funkzentrale in einer Baracke an der Sophienstraße eingerichtet, ab 1968 zogen die Funker*innen provisorisch ins Stationshaus am Karlsplatz (Stachus). 1970 erhielten alle Omnibusse und 1971 alle neueren Trambahnen UKW-Funksprechgeräte.

Mit dem Verkehr wuchsen auch die Anforderungen an eine Leitstelle. 1990 wurde das Rechnergesteuerte Betriebsleitsystem (RBL) angeschafft und in der damaligen Leitstelle für Bus und Tram im Hauptgebäude der Verkehrsbetriebe an der Einsteinstraße 28 untergebracht.

Im August 2002 zog die Leitstelle für Bus und Tram zur Zentrale der Stadtwerke München nach Moosach. 2021 wurde die Leitstelle der Oberfläche schließlich mit der U-Bahn-Betriebszentrale im neuen MVG-Betriebszentrum zusammengeführt.

 

U-Bahn-Betriebszentrale

In der Anfangszeit der U-Bahn wurde der Betrieb aus einem kleinen Stellwerksraum am U-Bahnhof Münchner Freiheit gesteuert. Erst 1980 zog die U-Bahn-Leitstelle ins Untergeschoss am Marienplatz. 24 Jahre lang überwachten die Disponent*innen von dort aus den Betrieb. Die Weichen und Signale wurden damals noch ausnahmslos in den Stellwerken vor Ort gestellt.

Seit 2004 befand sich die U-Bahn-Leitstelle am Standort der Stadtwerke-Zentrale in Moosach, wo zwei Jahre zuvor bereits die Leitstelle für Bus und Tram eingezogen war. Seitdem werden die rund 2.000 Signale und gut 500 Weichen der U-Bahn in der Regel per Computer ferngesteuert und nicht mehr über Drucktasten in den Stellwerken vor Ort.

2021 wurde die U-Bahn-Betriebszentrale mit der Leitstelle für die Oberfläche im neuen MVG-Betriebszentrum zusammengelegt.

 

Gemeinsamer Leitraum für U-Bahn, Bus und Tram

Das MVG-Betriebszentrum befindet sich am Standort der Stadtwerke-Zentrale. An 34 modernen Arbeitsplätzen auf einer Grundfläche von rund 800 Quadratmetern sorgen die Disponent*innen für U-Bahn, Bus und Tram zusammen in einem großen Leitraum dafür, dass die Fahrgäste zuverlässig und sicher ans Ziel kommen. Stellwerker*innen überwachen die Weichen und Signale und greifen bei Bedarf in die automatische Steuerung ein.

Außerdem koordiniert das Betriebszentrum Servicedienste und die U-Bahnwache. So werden beispielsweise die Info- oder Notrufe über die roten Notfallsäulen an den U-Bahnhöfen hier angenommen.

Kommunikation und Management im Störungsfall

Im Störungsfall liefern die Disponent*innen für Fahrgastinformation umgehend Hinweise auf Einschränkungen und Empfehlungen für Ausweichmöglichkeiten.

Blockiert ein Zug einen Streckenabschnitt, leiten die Disponent*innen die übrigen Züge auf der Linie um den betroffenen Bereich herum, lassen sie vorzeitig wenden oder richten einen Pendelbetrieb ein. Sie sorgen bei Bedarf auch für die Einrichtung von Ersatzverkehren mit Bussen oder Taxen.

Schichtleiter*innen koordinieren rund um die Uhr größere Ereignisse, stehen in Kontakt mit der Betriebsleitung und sorgen für reibungslose Abläufe im MVG-Betriebszentrum. Wenn Fahrer*innen kurzfristig ausfallen, suchen Personaldisponent*innen Ersatz.

Digitalisierung der technischen Systeme

Die Arbeit der Disponent*innen wird durch eine durchdachte IT-Architektur unterstützt. Beispiel Fahrgastinformation: Ein neues EDV-System sorgt in der Kommunikation über Monitore und Durchsagen an den Haltestellen sowie über die Live-Ticker in der App und auf der Website für konsistente, schnelle und zielgerichtete Informationen.

Darüber hinaus wird in den nächsten Jahren ein neues Betriebsleitsystem für Bus und Tram eingeführt. Für die U-Bahn ist ebenfalls ein neues Leitsystem in der Entwicklung. Davon profitieren auch die Fahrgäste, unter anderem durch die verbesserte Darstellung von Live-Abfahrtszeiten sowie Störungsinformationen.