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Modernisierung U-Bahnhof Sendlinger Tor

 
 

Die Entstehung eines Zukunftsbahnhofs im laufenden Betrieb.

Seit März 2017 wird der U-Bahnhof Sendlinger Tor unter laufendem Betrieb umgebaut. Alle drei Ebenen werden komplett saniert, modernisiert, umgestaltet, barrierefrei ausgebaut, brandschutztechnisch an heutige Standards angepasst sowie erweitert.

Die Steigerung der Leistungsfähigkeit des teilweise über 45 Jahre alten Bauwerks steht bei dem Umbau im Mittelpunkt. Innerhalb von sechs Jahren soll bis 2023 ein Zukunftsbahnhof entstehen.

 

Neues von der Baustelle: Jetzt wird abgerissen!

 

Der neue Weg von U1&U2 zu U3&U6

 

Der erste Teil des neuen Bahnhofs ist bereits freigegeben und gibt einen kleinen Vorgeschmack auf den Zukunftsbahnhof. Die Fertigstellung des Erweiterungsbaus war ein wichtiger Meilenstein der Modernisierung, denn dieser Bereich wird als Ausweichweg genutzt damit parallel der Umbau des Zentralen Umsteigebereichs stattfinden kann, zumindest einseitig.

Bitte planen Sie längere Umsteigezeiten ein. Beschilderungen und Personal vor Ort weisen Ihnen während des Umbaus den Weg.

Was passiert wo?

  • Im Zwischengeschoss ist der Umbau der Treppen im Zentralbereich in volem Gange. Dafür wird der Abgang zum zentralen Umsteigebereich halbseitig gesperrt. Dies betrifft drei Rolltreppen vom Zwischengeschoss auf die U3/U6-Ebene bis vsl. Mitte 2021.
  • Das Erweiterungsbauwerk in der Sonnenstraße, welches das Zwischengeschoss und die Bahnsteigebene U1/U2 verbindet und somit einen zusätzlichen Zugang zur U-Bahn darstellt, wird eröffnet.
  • Auf der Bahnsteigebene wird der westliche Aufgang von der U3/U6-Ebene in das Zwischengeschoss wieder geöffnet und der Abgang zum Zentralbereich wird halbseitig gesperrt. Drei Rolltreppen von der U3/U6-Ebene auf die U1/U2-Ebene sind vsl. bis Mitte 2021 davon betroffen.
 

Was ist geplant?

Neben der Sanierung der Fassaden, Böden und Decken gibt es drei große Maßnahmen die das gesamte Gebäude verändern und vergrößern und mit denen die bestehenden Defizite durch Platzmangel sowie Staus beim Ein-/Aus- und Umsteigen behoben werden können:

Neugestaltung Durchgang auf der U1/U2-Ebene © MVG

Neugestaltung Durchgang auf der Bahnsteigebene U1/U2/U7/U8: Auf dieser Ebene wird mehr Platz für die Fahrgäste geschaffen, indem die Betriebsräume – die abgesperrten Betriebsbereiche, in denen Anlagen der elektrischen Energietechnik untergebracht sind – im Verbindungsgang zwischen den beiden Bahnsteigröhren auf ein Minimum zurückgebaut werden. Neugestaltung des Durchgangs in Kombination mit dem geplanten Umbau der zentralen Treppenanlage (siehe nächster Punkt) führt dazu, dass sich die Fußwege Fahrgäste bestmöglich verteilen.

 

Der Treppen-Dreh © MVG

Der Treppen-Dreh zwischen U1/U2 und U3/U6: Herzstück der Entlastungsmaßnahmen ist der Umbau des zentralen Umsteigebereichs zwischen U1/U2 und U3/U6. Auf beiden Seiten des Bahnsteigs der Linien U1/U2 wird jeweils eine Treppe um 180 Grad gedreht und um eine zusätzliche vierte Treppe ergänzt. Die Laufrichtungen der Fahrtreppen werden so gewählt, dass sich die Fußwege der Fahrgäste bestmöglich verteilen. So werden Staus und Querungen auf beiden Bahnsteigebenen weitgehend vermieden.

 

Neue Ausgänge © MVG

Zwei neue Erweiterungsbauwerke: Zwei neue Erweiterungsbauwerke werden neben der Unterbringung der neuen Betriebs- und Technikräume auch als zusätzliche Ausgänge dienen. An den Bahnsteigenden der Ebene U1/U2 sorgen zwei neue Verbindungsgänge zwischen den Tunnelröhren – sogenannte Querschläge – für zusätzliche Entlastung. Im Süden führt diese Verbindung in ein Erweiterungsbauwerk, über welches man direkt an die Oberfläche zwischen Blumen und Wallstraße gelangt. Über den Querschlag im Norden, an der Sonnenstraße, können Fahrgäste zukünftig das Zwischengeschoss erreichen. So können sie dann zukünftig ganz einfach an die Oberfläche gelangen, ohne den Zentralbereich durchqueren zu müssen.

 

Für mehr Barrierefreiheit wird der Bahnhof auf allen drei Ebenen mittels höherer Bahnsteige und mit mehr Liften ausgebaut. Die Bahnsteige werden um fünf Zentimeter angehoben. Dadurch ist für (mobilitätseingeschränkte) Fahrgäste, die beispielsweise mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen unterwegs sind, ein leichteres, weil stufenlosen Ein- und Aussteigen möglich. Für seheingeschränkte Personen wird im gesamten Bauwerk ein tastbares Bodenleitsystem angelegt. Und fünf Fahrstühle sorgen künftig dafür, dass alle Ebenen direkt von der Oberfläche aus erreichbar sind.

 

Projektsimulation

Ebene U1/U2

Zwischengeschoss

Ebene U3/U6

Warum ist die Modernisierung notwendig?

Der U-Bahnhof Sendlinger Tor ist im Zuge der seit vielen Jahren steigenden Fahrgastzahlen zu einer Engstelle geworden. Für das heutige Kundenaufkommen wurde die Station in ihrer Bauzeit vor 40 Jahren nicht ausgelegt – die Fahrgastzahlen haben sich seit 1980 verdreifacht.

  • Beim Ein-, Aus- und Umsteigen zwischen den beiden Bahnsteigebenen (unten U1/U2, darüber U3/U6) entstehen Wartezeiten mit Rückstaus der Fahrgäste bis an die Bahnsteigkanten.
  • Dies führt wiederum zu Verzögerungen bei der Zugabfertigung und damit zu Unregelmäßigkeiten im Betriebsablauf.
  • Der Platzmangel wird teilweise verursacht, teilweise verstärkt dadurch, dass sich die Fußwege der Fahrgäste insbesondere im Bereich der Treppenanlagen überschneiden und dadurch gegenseitig behindern. Ausweichmöglichkeiten gibt es nicht.
  • Nachdem eine Erweiterung des Bahnhofs aus Platzgründen (direkt angrenzende Nachbarbebauung) nicht möglich ist, muss innerhalb des Gebäudes umgebaut werden.
  • Außerdem haben Regen- und salzhaltiges Schmelzwasser die Betonsubstanz beschädigt, weshalb diese grundlegend instandgesetzt werden muss.

Verbesserungen auf einen Blick

  • Entlastung an Engstellen: Mehr Platz und neue Wege.
  • Bessere Orientierung durch Neuordnung der Betriebsräume sowie der Verkaufsflächen.
  • Zeitgemäßes Erscheinungsbild der Fassaden, Böden und Decken.
  • Mehr Barrierefreiheit durch höhere Bahnsteige und mehr Lifte.
  • Schnelleres Umsteigen durch den Treppendreh und eine zusätzliche Treppe.
  • Neue Wege durch Querschläge und Erweiterungsbauwerke.
  • Mehr Sicherheit durch Erneuerung der Bausubstanz und des Brandschutzes sowie durch die möglichen Fluchtwege durch die neuen Ausgänge.
  • Mehr Komfort: Ein neuer Fahrstuhl auf dem Sendlinger Tor-Platz ermöglicht einen bequemen direkten Zugang zum Bahnsteig U1/U2.
  • Erweiterung der Verkaufsflächen, um zusätzliche Erlöse zur Finanzierung des Nahverkehrs zu generieren.

Baumaßnahmen in den Jahren 2019 und 2020

An der Oberfläche:
  • Roh- und Ausbauarbeiten an beiden Erweiterungsbauwerken in 2019 und 2020. Eröffnung des Erweiterungsbauwerks Sonnenstraße Mitte 2020. Fahrgästen steht damit ein zusätzlicher Zugang zum Zwischengeschoss und zur Bahnsteigebene U1/U2 zur Verfügung. Neben neuen Aufgängen enthält das Erweiterungsbauwerk Betriebs- und Technikräume.
  • Sanierung des U-Bahn-Aufgangs Wallstraße und Wiedereröffnung Mitte 2020.
  • Erweiterung und Sanierung des Aufgangs Sendlinger Tor um jeweils eine Rolltreppe.
Im Zwischengeschoss:
  • Sanierung aller Boden-, Wand und Deckenflächen.
  • Beginn des Umbaus der Umsteigetreppen ab Anfang/Mitte 2020.
Auf Bahnsteigebene:
  • Wiedereröffnung des westlichen Aufgangs von der U3/6-Ebene in das Zwischengeschoß. Beginn des Treppenumbaus zwischen den Bahnsteigebenen ab Anfang/Mitte 2020
  • Reduzierung der Betriebsräume und damit Erweiterung der Passage um die Treppenanlage zwischen U1/U2 und U3/U6
  • Einbau der neuen gelben Verkleidung hinter den Gleisen der U1/U2
  • Teilweiser Einbau der neuen blauen Wand-, Stützen-, und Deckenverkleidungen auf der Ebene U3/U6
  • Erneuerung des Bodens auf der Bahnsteigebene U3/U6 ab Mitte 2019
  • Montage der Wandverkleidung im Erweiterungsbauwerk in der Sonnenstraße bis Mitte 2020.

 

Baufortschritt 2017-2018

An der Oberfläche:
  • Ausheben der Baugruben am Sendlinger-Tor-Platz und an der Wallstraße.
Im Zwischengeschoss:
  • Sanierung der Aufgänge vom Zwischengeschoss zur Tramhaltestelle an der Oberfläche.
  • Rückbau der Läden.
Auf Bahnsteigebene:
  • Rückbau der Betriebsräume - die abgesperrten Betriebsbereiche, in denen Anlagen der elektrischen Energietechnik untergebracht sind - im zentralen Umsteigebereich auf der Ebene U1/U2/U7/U8 zur Vorbereitung des Treppenumbaus.
  • Demontage der Wandverkleidung.
  • Anschluss der Erweiterungsbauwerke an die bestehenden U-Bahnröhren.

 

Vorabmaßnahmen 2015-2016

Für die geplante Sanierung, Modernisierung und Erweiterung des U-Bahnhofs wurde im April 2013 ein Gestaltungswettbewerb durchgeführt, mit folgendem Inhalt:

Ein wesentlicher Teil der Gesamtmaßnahme ist die vollständige Neugestaltung und Aufwertung des Erscheinungsbildes des Bahnhofes in allen drei Ebenen. Die Atmosphäre war an vielen Stellen unfreundlich und trübe. Das Sperrengeschoss als Verteilerebene und Verbindung zur Oberfläche wirkte zudem unübersichtlich und unruhig.

Aufgabe des Wettbewerbs war die Entwicklung eines ganzheitlichen Gestaltungskonzepts für das Sperrengeschoss und die beiden Bahnsteigebenen des Bauwerks einschließlich aller Zugangsbauwerke, Verbindungswege und im Zuge des Umbaus neu zu schaffenden Bauteile. Es soll ein heller, freundlicher, moderner U-Bahnhof entstehen, der gleichermaßen funktional wie attraktiv ist. Einen entscheidenden Beitrag dazu soll ein schlüssiges Lichtkonzept leisten.

Das Ergebnis: Das Preisgericht hat den SWM als Bauherrin mehrheitlich empfohlen, das über 40 Jahre alte Bauwerk nach einem Entwurf der Planungsgemeinschaft Raupach + Bohn neu zu gestalten. Die Lichtplanung übernimmt das Münchner Büro Ingo Maurer.

Im Jahr 2015 hat die Regierung von Oberbayern den Umbau des U-Bahnhofs Sendlinger Tor genehmigt. Der entsprechende Planfeststellungsbescheid für die geplante Sanierung, Modernisierung und Erweiterung der Station wurde den Stadtwerken München als Bauherrin am 30. Dezember 2015 ausgehändigt.

Um mit der eigentlichen Modernisierung und Sanierung des U-Bahnhofes Sendlinger Tor beginnen zu können, mussten zunächst Vorbereitungen im Bereich des späteren Baufeldes getroffen werden. Diese Maßnahmen dauerten von August 2015 bis Ende 2016. Erste Hauptbaumaßnahmen starteten im Jahr 2017

Oberfläche

  • Vorbereitend für die Baumaßnahmen wurden Leitungen und Kanäle (Gas, Wasser, Fernwärme usw.; vgl. MVG-Pressemitteilung vom 6. August 2015) verlegt. Im Zuge dessen mussten zwölf Bäume gefällt werden. Die Baumfällungen wurden von der Naturschutzbehörde genehmigt und werden soweit wie möglich durch Neupflanzungen vor Ort ausgeglichen.
  • Von Mitte August 2015 bis Ende 2016 fanden am Sendlinger Tor selbst und in den angrenzenden Straßen verschiedene Bauarbeiten statt. Diese dienten ebenfalls der Verlegung von Leitungen und Kanälen.

Spartenplan Senlinger Tor © MVG

Bautagebuch

Bautagebuch Sendlinger Tor auf dem MVG-Blog Das aktuelle Geschehen können Sie im Bautagebuch Sendlinger Tor in unserem MVG-Blog verfolgen. Dort gewähren wir Ihnen spannende Einblicke hinter die Kulissen unserer Großbaustelle ⇒  zum MVG-Blog

Zahlen, Daten, Fakten

  • 250.000 Fahrgäste pro Tag (Ein-/Aus-/Umsteiger), davon etwa die Hälfte Umsteiger
  • 1.600 U-Bahn-Abfahrten pro Tag (= jede Minute)
  • 13 Linien kreuzen
  • 6 U-Bahnlinien (U1/U2/U7/U8, U3/U6)
  • 5 Tramlinien (16, 17, 18, 27, 28)
  • 2 Buslinien (Bus 52, 62)
  • 19.10.1971 Inbetriebnahme Linie U3/U6
  • 18.10.1980 Inbetriebnahme Linie U1/U2/U7/U8
  • 4.700 m² Nettogrundfläche Sperrengeschoss, davon 4.100 m² öffentlich
  • 1.500 m² Bahnsteigebene U3/U6
  • 1.900 m² Bahnsteigebene U1/U2/U7/U8

Kontakt

Für Fragen oder Anregungen im Zusammenhang mit der Modernisierung am Sendlinger Tor, wenden Sie sich bitte an den MVG Kundendialog unter kundendialog@mvg.de – wir bemühen uns, Ihre Frage schnellstmöglich zu beantworten.

Betriebsänderungen

Über die jeweiligen Einschränkungen beim U-Bahnbetrieb informieren wir Sie stets aktuell auf unserer Sonderseite!