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  5. 150 Jahre Tram in München

Infrastruktur im Hintergrund

Die Betriebshöfe und Werkstätten halten die Tram am Laufen. Werfen Sie mit uns einen Blick hinter die Kulissen!

Arbeitsplatz mit Spezialperspektive: Blick in die Werkstatthalle des Trambahn-Betriebshofs Einsteinstraße, wo ein Avenio bereit zur Inspektion über der Grube steht.

Depots - wo die Tram zu Hause ist

Unsere Betriebshöfe und Werkstätten – auch „Depots“ genannt – sind die Heimat unserer Straßenbahnen und das organisatorische Rückgrat für einen technisch reibungslosen Betrieb. Hier beginnt und endet fast jeder Tag der Münchner Tramflotte. Im Betriebshof in der Einsteinstraße geht es auch zu Uhrzeiten rund, zu denen die Mehrheit der Münchner Bevölkerung frei hat oder schläft: Ab 22 Uhr, wenn die dichten Takte enden, herrscht Hochbetrieb im Depot gleich beim Leuchtenbergring. Und es ist noch dunkel, wenn die Züge ab etwa 4 Uhr von dort nach und nach wieder in den Tag starten.

Nach dem Einrücken werden die Trambahnen geprüft, gereinigt und für ihren nächsten Einsatz fit gemacht. Sichtkontrollen, Bremssandbefüllung, Funktionschecks – alles notwendig, damit die Fahrzeuge zuverlässig unterwegs sein können. Der Betriebshof ist die Schnittstelle zwischen Fahrbetrieb und Werkstätte, der Betriebshof koordiniert die Fahrzeugdisposition und sorgt für die termingerechte Bereitstellung im Netz.

Hauptwerkstätte: Hier geht’s um alles

Wenn es um die grundlegende Technik geht, ist die Hauptwerkstätte in der Ständlerstraße gefragt. Hier kommt die Tram in der Regel nicht über Nacht wieder raus: Bremsen, Fahrwerke, Türen, Elektronik – je nach anstehendem Bedarf wird auseinandergebaut, geschraubt, geprüft und gewartet. Neben den Inspektionen und Wartungen für die Betriebssicherheit werden auch die vorgeschriebenen Hauptuntersuchungen dort absolviert. Eine Tram mit Unfallschaden bekommt hier ihre Karosserie gerichtet und wird bei Bedarf neu lackiert.

Präventive Instandhaltung, dazu gehört der Austausch von Verschleißteilen, ist wichtig, um Ausfälle im Linienbetrieb zu vermeiden. Auch große Projekte, etwa beim Einbau energieeffizienter Komponenten, werden hier umgesetzt.

Für die tägliche Bereitstellung der im Linienbetrieb benötigten über 100 Trambahnen sind viel Platz und Personal vonnöten. Früher, 1952, arbeiteten noch 1.515 Menschen in acht Depots sowie der Hauptwerkstätte daran, dass alle Räder rollen. Heute sind es im kleineren Netz an zwei Standorten rund 140 Profis aus unterschiedlichen Handwerksberufen vom Mechatroniker bis zum Polsterer.

Sie sorgen mit Know-how und Leidenschaft dafür, dass die Münchner Tram auch in Zukunft zuverlässig und nachhaltig unterwegs ist. Sie machen als Helden im Hintergrund wie viele weitere Kolleginnen und Kollegen die Münchner Tram seit 150 Jahren zu dem, was sie ist: ein Stück lebendige Stadtgeschichte.

In der Werkstätte Ständlerstraße ist ein Mitarbeiter mit der Radreifenprüfung beschäftigt. Download (JPG, 6,548 MB)

Werkstätte im Wandel

Der ehrwürdige Standort in der Ständlerstraße aus dem Jahr 1918 wird aktuell umgebaut. Zusätzlich zur Hauptwerkstätte soll ein vollwertiger zweiter Betriebshof entstehen. Dieser wird mit dem geplanten Netzausbau und der damit einhergehenden Vergrößerung der Trambahnflotte nötig. Bis zu 100 Trambahnen sollen hier künftig beheimatet sein.

Blick in die Geschichte

Die ersten elektrischen Wagen der Münchner Trambahn waren ab 1895 im Depot an der Schäftlarnstraße beheimatet.

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