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Presse 23. Januar 2026

Studie zur Mobilität in München und im MVV-Gebiet

  • Mehr Wege mit öffentlichem Nahverkehr und zu Fuß
  • Mehr Autos aber weniger Pkw-Verkehr 

An der bundesweiten Studie „Mobilität in Deutschland 2023“ (MiD) haben sich auch die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) mit einer umfangreichen regionalen Stichprobe beteiligt. Die Untersuchung liefert ein aktuelles und differenziertes Bild der Alltagsmobilität im MVV-Gebiet und in der Landeshauptstadt München.

MVG-Chef Ingo Wortmann: „Die Studienergebnisse sind eine wichtige Grundlage für unsere Strategie und Planung. Seit der letzten Untersuchung von 2017 haben wesentliche Faktoren zu Veränderungen des Mobilitätsverhaltens in München und im Umland geführt: die Einschränkungen während der Corona-Pandemie, veränderte Arbeitsbedingungen und die Einführung des Deutschlandtickets. Besonders erfreulich dabei ist die leichte Zunahme bei den öffentlichen Verkehrsmitteln im Vergleich zur Erhebung von 2017. Damit ist die geringere Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) während der Pandemie wieder ausgeglichen. “

MVV-Geschäftsführer Dr. Bernd Rosenbusch: „Die Ergebnisse zeigen, dass Busse und Bahnen im MVV-Raum ein wesentlicher Baustein der Mobilität sind und die Nutzung im gesamten MVV-Raum weiter gestiegen ist. Ich gehe davon aus, dass wir bei der nächsten Befragung durch die Verbunderweiterung noch stärkere Effekte pro ÖPNV sehen. Die Investitionen zahlen sich daher aus.“

Modal Split: Umweltverbund gewinnt, Autonutzung sinkt
Die prozentualen Anteile der Verkehrsmittel an allen Wegen (Weg meint eine einfache Strecke unabhängig von deren Entfernung) der Bevölkerung werden als „Modal Split“ bezeichnet. Der „Modal Split“ für 2023 zeigt, dass obwohl der Pkw-Besitz in München und im Umland insgesamt weiter angestiegen ist, der Anteil des motorisierten Individualverkehrs (MIV) an den Wegen im MVV-Gebiet von 46 auf 41 Prozent deutlich gesunken ist. 

Gleichzeitig sind mit 60 Prozent deutlich mehr Wege mit dem Umweltverbund (Öffentlicher Personennahverkehr, Rad- und Fußverkehr) zurückgelegt worden als noch 2017 mit 54 Prozent. Besonders zugenommen haben die Anteile der Fußwege um 5 Prozentpunkte und der öffentlichen Verkehrsmittel um 1 Prozentpunkt, während der Radverkehr stabil blieb. Damit gleicht sich die geringere Nutzung des Öffentlichen Personen Nahverkehrs (ÖPNV) während der Pandemie wieder aus. Unter anderem in Folge der Einführung des Deutschlandtickets liegt der ÖPNV-Anteil schon im ersten Jahr nach der Einführung über dem Anteil vor der Pandemie. Der Anteil der Einwohner, die 2023 ein Deutschlandticket nutzten lag in München mit 40 Prozent doppelt so hoch wie im Umland und damit deutlich über dem Bundesschnitt von 16 Prozent. 

Betrachtet man nur die in München Gemeldeten, ist der ÖPNV-Anteil 2023 auf 25% gestiegen und lag 2017 noch bei 24%. Mit 29% werden die meisten Wege zu Fuß zurückgelegt. Der Fahrrad-Anteil liegt wie schon 2017 bei 18%. Der MIV ging von 34% auf 29% zurück. Im Umland zeigt sich die gleiche Entwicklung jedoch mit höheren Anteilen für den MIV bei 51% (2017 noch 58%), 24% reinen Fußwegen (2017: 18%) und je 12% für den ÖPNV und das Fahrrad, wobei auch hier der ÖPNV-Anteil um einen Prozentpunkt gestiegen ist.

Einwohner im MVV-Gebiets weniger unterwegs auf kürzeren Strecken
Im Jahr 2023 haben die Einwohner im MVV-Gebiet täglich durchschnittlich rund 8,9 Millionen Wege zurückgelegt – 2017 waren es noch 9,4 Mio.. Die durchschnittliche Tagesstrecke pro Person ist von 42 auf 35 Kilometer, die Wegezahl pro Person von 3,2 auf 2,9 pro Tag gesunken. Auch der Anteil der Menschen, die an einem durchschnittlichen Tag unterwegs waren, ist von 88 auf 84 Prozent gesunken. Diese Entwicklung entspricht dem bundesweiten Trend und ist auf Faktoren wie Homeoffice und veränderte Mobilitätsgewohnheiten, insbesondere als Nachwirkung der Corona-Pandemie, zurückzuführen.

Mehr Wege in der Freizeit
Die Analyse der Wegezwecke zeigt eine relativ stabile Alltagsmobilität der Bewohner des MVV-Gebiets im Vergleich von 2023 zu 2017. Die größten Veränderungen zeigen sich im Freizeitverkehr: Der Anteil der Wege zur Freizeitzwecken hat von 29 Prozent 2017 auf aktuell 32 Prozent zugenommen. Auch bei den zurückgelegten Kilometern zeigt sich dieser Trend: Der Anteil der Freizeitwege an der gesamten Verkehrsleistung ist von 39 auf 44 Prozent gestiegen. Das zeigt, dass Einwohner im MVV-Gebiet in hohem Umfang für Freizeit und Erholung mobil sind. Klassische Arbeitswege verlieren durch Homeoffice und flexible Arbeitsmodelle etwas an Bedeutung.

Deutschlandticket und Sharing-Angebote als Impulsgeber
Das Deutschlandticket ist ein wichtiger Anreiz, den ÖPNV zu nutzen: 30 Prozent der Menschen im MVV-Gebiet hatten 2023 ein entsprechendes Abonnement, besonders hoch war der Anteil der Studierenden mit 65 Prozent. Auch Carsharing-Angebote gewinnen an Bedeutung: 30 Prozent der volljährigen Einwohner der Stadt München sind bei mindestens einem Carsharing-Angebot angemeldet, im Umland sind es 11 Prozent. Laut den erhobenen Daten wird das Carsharing allerdings selten regelmäßig, sondern vor allem gelegentlich genutzt. 63 Prozent der Haushalte im MVV-Gebiet, in denen eine Carsharing-Mitgliedschaft besteht, verfügen trotzdem über einen eigenen PKW.

Zufriedenheit und Herausforderungen
Die Zufriedenheit mit dem ÖPNV ist bei den Bewohnern im MVV-Gebiet höher als im Bundesdurchschnitt. 52 Prozent bewerten das Angebot als sehr gut oder gut, nur 10 Prozent urteilen mit mangelhaft oder ungenügend. 2017 fiel die Bewertung noch etwas positiver aus. Dabei ist die Zufriedenheit bei den Münchnern mit 64% (sehr gut/gut) deutlich höher als im Umland (39%). 

Informationen zur Studie
Die Studie „Mobilität in Deutschland“ (MiD) wurde wie bereits in den Jahren 2002, 2008 und 2017 vom infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) durchgeführt. Für die MiD 2023 wurden bundesweit zwischen Mai 2023 und Juni 2024 über 218.000 Haushalte und rund 420.000 Personen befragt. Im MVV-Gebiet haben 14.913 Haushalte mit insgesamt 29.108 Personen teilgenommen.

Weitere Informationen zur Studie unter www.mobilitaet-in-deutschland.de.

Quelle: Mobilität in Deutschland 2023, infas Download (PNG, 0,051 MB)
Quelle: Mobilität in Deutschland 2023, infas Download (PNG, 0,05 MB)

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