Die Vollversammlung des Münchner Stadtrats hat in ihrer Sitzung vom Mittwoch, 29. Juli, dem Fahrplan der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) für 2027 zugestimmt. Der neue Fahrplan tritt am Sonntag, 13. Dezember 2026, in Kraft.
Einsparungen aufgrund angespannter Finanzierungslage
Das Anpassungsprogramm 2027 steht im Zeichen der städtischen Haushaltskonsolidierung. Zur angespannten finanziellen Lage der Landeshauptstadt kommt hinzu, dass die Tarifeinnahmen schon seit mehreren Jahren nicht mehr auskömmlich sind. Der pauschalierte Ausgleich des Deutschlandtickets und die Anpassungen des MVV-Tarifs reichen nicht aus, um den Öffentlichen Nahverkehr nachhaltig zu finanzieren. Hinzu kommen Steigerungen bei Personal- und Energiekosten.
Aus diesen Gründen hat die MVG unter den vorgegebenen finanziellen Rahmenbedingungen einen Fahrplan erarbeitet, der nachfrageorientierte Anpassungen und Konsolidierungen enthält. Die Maßnahmen betreffen das gesamte Stadtgebiet, die Innenstadt ebenso wie die Gebiete außerhalb des Zentrums. Alle Haltestellen werden auch künftig bedient und alle heutigen Fahrtbeziehungen sind weiterhin möglich.
Start für die Modernisierung des Busnetzes
Zentraler Bestandteil des Fahrplans 2027 ist die Neugestaltung des Busnetzes innerhalb des Mittleren Rings. Mit dem neuen Angebot im Innenstadtbereich werden die Betriebskosten dauerhaft reduziert, die Pünktlichkeit verbessert und durch die nachfragegerechte Neugestaltung insgesamt knapp 1.000 neue Fahrgäste pro Tag gewonnen. Verspätungsanfällige Linienwege werden gekürzt, um den Betrieb zu stabilisieren, parallele Angebote gestrafft und Linien besser aufeinander abgestimmt.
Die Modernisierung umfasst die bisherigen Buslinien 52, 54, 58/68, 100, 132, 153, 187, 199 und X30. Zu wesentlichen Verbesserungen zählen die neue Führung der Linie 52 durch die nördliche Au bis zum Marienplatz, die bedarfsgerechte Neugestaltung des bisherigen Cityrings sowie die Umwandlung der Linie X30 zur neuen Linie 64 mit Stopp an allen Unterwegs-Haltestellen und erweiterten Bedienzeiten.
Konsolidierungsmaßnahmen im Bestandnetz
Um dem vorgegebenen Finanzrahmen und insbesondere der angespannten Haushaltssituation zu entsprechen, sind außerdem Konsolidierungsmaßnahmen im bestehenden ÖPNV-Angebot notwendig. Die Auswahl der Maßnahmen geht auf eine intensive Analyse der aktuellen Fahrgastzahlen zurück. Kürzungen werden dort vorgenommen, wo es die Nachfrage beziehungsweise die Auslastung der Fahrzeuge am ehesten zulassen. Dabei werden insbesondere Handlungsspielräume genutzt, die sich durch eine Veränderung des Fahrgastaufkommens ergeben. Die Leistungsreduzierungen betreffen unter anderem die Verstärkerlinie U7, die in Zukunft nur noch im Berufsverkehr während der Schulzeit zwischen Olympia-Einkaufszentrum und Sendlinger Tor verkehrt, die Tram 25, die künftig Montag bis Freitag zwischen ca. 9 und 13 Uhr auch im Stadtgebiet alle 10 statt alle 5 Minuten fährt, sowie etwa 20 Buslinien zu bestimmten Zeiten oder in bestimmten Abschnitten.
Weitere Fahrplanänderungen
Außerhalb des Konsolidierungspakets sind einige weitere Fahrplanänderungen geplant, um auf Nachfrageverlagerungen zu reagieren. Einzelne betriebliche Effizienzsteigerungen federn Kompensationserfordernisse an anderer Stelle ab – bei gleichzeitiger Erhöhung der Betriebsstabilität. So tauschen etwa die Tramlinien 19 und 21 ihre östlichen Linienäste.
Einzelne Änderungen treten bereits vor dem Fahrplanwechsel im Laufe des 2. Halbjahres in Kraft. Bereits ab Montag, 3. August, fährt die Tram 23 im Berufsverkehr künftig mit größeren Fahrzeugen alle 10 statt 5 Minuten, da sich Fahrgastströme auf die parallel verkehrende Tram 12 verlagert haben. Mit Beginn des Wintersemesters verkehrt die Linie 20 ab Montag, 28. September 2026 künftig im Berufsverkehr alle 5 statt wie bisher nur alle 10 Minuten nach Moosach.
Über die konkreten Fahrpläne der einzelnen Linien informiert die MVG rechtzeitig, wenn die Detailplanung abgeschlossen ist.
Territoriale Mitfinanzierung von Regionalbuslinien in die Stadt
Neben den Leistungen der MVG wurde auch die territoriale Mitfinanzierung der Regionalbuslinien beschlossen, die die Stadt-Landkreis-Grenzen überschreiten. Die Landeshauptstadt München wird sich somit unter anderem auch bei den anstehenden Folgeausschreibungen der Linien X204, X206, 259 und 265 finanziell beteiligen. Die Linie X204 soll dabei ab Dezember 2028 aufgrund ihrer Bedeutung für die Verbindung zwischen Stadt und Umland und der verhältnismäßig geringen Mehraufwände bis zum Harras geführt werden.
Die Regionalbuslinien, die das Umland mit der Stadt verbinden, erfüllen eine wichtige Rolle für die Landeshauptstadt München sowie das Umland und bringen Einpendler sowie Auspendler umweltschonend zu ihren Arbeitsplätzen, zum Beispiel nach Oberschleißheim, Ottobrunn und Unterhaching.