Die Stadtwerke München (SWM) und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) haben den Höhepunkt des Jubiläumsjahres am Samstag mit einem rund 300 Meter langen Korso aus insgesamt 15 historischen und modernen Fahrzeugen begonnen. Für historisches Flair sorgten jeweils in historischen Uniformen Schienenritzenreinigerinnen, die für freie Gleise sorgten, und Schaffner, die historische Fahrscheine verteilten. Aus einem historischen Pferdewagen haben Oberbürgermeister Dominik Krause und Florian Bieberbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der SWM, die Besucher an der Theatinerstraße begrüßt, bevor sich der Korso in Bewegung setzte.
Oberbürgermeister Dominik Krause: „150 Jahre Münchner Tram sind 150 Jahre Stadtgeschichte. Generationen von Münchnerinnen und Münchnern hat die Tram auf ihrem Weg zur Arbeit, zur Schule oder in ihrer Freizeit begleitet. Die große Begeisterung an diesem Jubiläumswochenende zeigt, wie eng die Tram mit unserer Stadt verbunden ist. Sie hat München über viele Jahrzehnte geprägt und wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle für die Mobilität und die Entwicklung unserer wachsenden Stadt spielen.“
Florian Bieberbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der SWM: „Die große Begeisterung der Besucherinnen und Besucher hat gezeigt, wie eng die Münchner Tram auch nach 150 Jahren mit unserer Stadt verbunden ist. Mein besonderer Dank gilt den Freunden des Münchner Trambahnmuseums, den Straßenbahnfreunden München und dem Omnibus-Club München. Gemeinsam mit zahlreichen Kolleginnen und Kollegen von SWM und MVG haben sie dieses Jubiläum mit großem persönlichem Einsatz möglich gemacht. Ohne ihr Engagement wäre ein Fest in dieser Form nicht denkbar gewesen. Die Tram blickt auf eine beeindruckende Geschichte zurück und ihre Erfolgsgeschichte ist noch lange nicht zu Ende.“
Rund 25.000 Schaulustige und Tram-Begeisterte bei Korso und Jubiläumslinie
Angeführt von einer modernen Tram des Typ Avenio im Jubiläumsdesign setzte sich die Fahrzeugparade aus Triebwagen und teilweise auch Beiwagen der Jahre 1901 bis heute über die Perusastraße und die Maximilianstraße zum Tram-Betriebshof Einsteinstraße in Bewegung. Den Abschluss der Fahrzeugparade bildeten historische Busse des Omnibus-Club München e.V. (OCM).
Im Anschluss an den Korso fuhren bis zum Abend eine Auswahl der historischen Straßenbahnen sowie die beiden Avenios im Retrodesign als Jubiläumslinie zwischen dem Tram-Betriebshof Einsteinstraße und dem Sendlinger Tor. Zusätzlich war eine Jubiläumslinie mit historischen Bussen des OCM im Einsatz.
An den beiden Endstationen der Jubiläumslinie Sendlinger Tor und Tram-Betriebshof Einsteinstraße gab es jeweils ein kleines Rahmenprogramm.
Am Samstagabend war außerdem das MVG Museum im Rahmen der Langen Nacht geöffnet. Hier war ebenfalls ein Shuttle aus historischen Bussen des OCM im Einsatz.
Großer Andrang beim Tag der Offenen Tür im Betriebshof
Am Sonntag hat der Tram-Betriebshof Einsteinstraße seine Tore geöffnet. Familien mit Kindern, Tram-Fans und viele weitere Interessierte erhielten spannende Einblicke hinter die Kulissen des Tram-Betriebs. Erste Prognosen gehen von einer Gesamtbesucherzahl von rund 10.000 Besucherinnen und Besucher beim Tag der offenen Tür aus. Der Betriebshof musste zeitweise wegen Überfüllung kurzzeitig geschlossen werden.
Zu sehen gab es historische und moderne Trambahnen, verschiedene Betriebsfahrzeuge wie Unimog, Turmwagen, Fahrdrahtkontrollwagen, Kran- und Schienenreinigungsfahrzeuge sowie Unfallhilfswagen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen Berufsgruppen berichteten an mehreren Stationen über ihre Arbeit im Tram-Betriebshof. Mitglieder der Tram-Vereine Freunde des Münchner Trambahnmuseums e. V. und Straßenbahnfreunde e. V. informierten in historischen Uniformen. Die Besucher hatten unter anderem die Möglichkeit, eine Tram von unten und von oben zu sehen sowie einen Blick in die Waschanlage und die Lackiererei zu werfen. Im Außenbereich wurde vorgeführt, wie Gleise verschweißt werden und wie die Oberleitung per Drohne inspiziert wird.
Auch für Familien mit Kindern war einiges geboten: Schminken, Luftballonkunst und eine Spaß-Tram, in der man selbst Durchsagen machen und klingeln konnte. Die Gewinner der Hauptpreise am Glücksrad durften selbst mit der Tram eine Runde am Betriebshof fahren.
Historische Busse des OCM pendelten zwischen Max-Weber-Platz und dem Tram-Betriebshof.
Auch der Fahrgastverband PRO BAHN hat der Münchner Tram herzlich zu ihrem Geburtstag gratuliert: „Die Tram hat München großgemacht. Ohne sie wäre die Stadtentwicklung um die Jahrhundertwende 1900 gar nicht möglich gewesen“ sagt Andreas Frank, Münchner Sprecher des bundesweiten Fahrgastverbandes PRO BAHN. Prof. Lukas Iffländer, Bundesvorsitzender des Fahrgastverbandes PRO BAHN ergänzt: „München zeigt, was eine Stadt gewinnt, wenn sie an der Tram festhält. Viele Städte, die ihre Straßenbahn in den 60er- und 70er-Jahren abgeschafft haben, bauen sie heute mühsam und teuer wieder auf. Wer jetzt noch zögert, sollte nach München schauen.“
Weitere Informationen und Berichte zum Tramjubiläum gibt es auf mvg.de/tram150.
Hinweis an die Redaktionen: Fotos vom Tag der offenen Tür folgen noch im Laufe des Tages.