Tram Nordtangente

 
 

Die neue Direktverbindung zwischen Neuhausen, Schwabing und Bogenhausen

Die Tram Nordtangente ist neben der Tram Münchner Norden und der Tram Westtangente eines der wichtigsten Schienenprojekte der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und zentraler Baustein im innerstädtischen Tramnetz. Sie verbindet künftig zwischen der Amalienburgstraße im Münchner Westen und dem Arabellapark im Münchner Osten insgesamt sieben U-Bahnlinien, sieben Straßenbahnlinien und zahlreiche Buslinien miteinander.

Der größte Teil dieser Verbindung ist bereits heute als Straßenbahnstrecke in Betrieb, neu gebaut werden muss lediglich ein etwa 2,2 km langer Abschnitt zwischen dem Schwabinger Elisabethplatz und der Tivolistraße am Rande des Englischen Gartens. Ein etwa 800 m langes Teilstück davon verläuft dann durch den Englischen Garten – dort, wo heute die Busse der Linien 54, 58/68 und 154 fahren.

Was ist geplant?

Streckenverlauf Tram Nordtangente © MVG

Dank der neuen Strecke profitieren Fahrgäste von neuen, schnellen und vor allem umsteigefreien Direktverbindungen. Wo heute noch Busse den Englischen Garten im engen Takt durchqueren, sind künftig Tram-Fahrzeuge der neuesten Generation mit deutlich größerem Fassungsvermögen unterwegs. Auf dem Teilstück durch den Englischen Garten kommen leistungsfähige Akku-Trams zum Einsatz, auf eine Oberleitung kann damit dort verzichtet werden – ein Novum in München.

Die optische Veränderung des Englischen Gartens soll so auf ein Minimum reduziert werden. Die MVG plant, die Tram Nordtangente im Jahr 2025 fertigzustellen und in Betrieb nehmen zu können. Die Grundlagenermittlung ist abgeschlossen, in einem nächsten Schritt soll der aktuelle Planungsstand dem Münchner Stadtrat vorgelegt werden.

Bisher wurden zwei Varianten des Teilstücks durch den Englischen Garten entwickelt, eine dritte Variante – die Untertunnelung des Englischen Gartens für die Tram – wurde durch uns im Rahmen einer Machbarkeitsstudie untersucht.

 

Warum die Tram Nordtangente notwendig ist

Leistungsfähige Tramverbindungen im Norden der Innenstadt sind aktuell im Münchner ÖPNV-Netz nicht vorhanden.

Mit der Tram Nordtangente wird eine neue attraktive Direktverbindung zwischen den dicht bewohnten Stadtteilen Neuhausen, Schwabing und Bogenhausen geschaffen. Besonders hoch belastete Innenstadtbahnhöfe – vor allem im U-Bahnnetz - werden entlastet, da mehr Fahrgäste direkt, komfortabel und schnell die Innenstadt umfahren können.

Vorausschauend planen, Wachstum bewältigen

Seit nunmehr vierzehn Jahren in Folge steigen unsere Fahrgastzahlen: Von 442 Millionen Fahrgästen im Jahr 2004 auf 596 Millionen Fahrgäste im Jahr 2018. Davon entfielen zuletzt 122 Millionen Fahrgäste auf die Tram. Bis zum Jahr 2040 werden in München nach aktuellen Prognosen etwa 1,85 Millionen Menschen leben, wohnen und arbeiten – ein Zuwachs von 18,8 Prozent gegenüber dem heutigen Stand von 1,5 Millionen Einwohnern. München steht vor kritischen Herausforderungen, die mit dem prognostizierten Wachstum einhergehen. Gerade zu den Hauptverkehrszeiten zeigt sich schon heute, dass die Stadt kurz vor dem Verkehrskollaps steht. Abhilfe schaffen nur ein möglichst attraktives ÖPNV-Angebot sowie ergänzende Mobilitätsangebote wie Mietradsysteme, Carsharing oder E-Scooter. Rückgrat einer funktionierenden Mobilität ist aber der ÖPNV, nur dieser hat die nötigen Kapazitäten. Eine Tram etwa transportiert über 200 Menschen und ersetzt somit rund 145 Pkw.

 

Die Vorteile auf einen Blick


Die Tram Nordtangente

  • …bringt Fahrgäste im Münchner Nordosten schneller, verlässlicher und pünktlicher an ihr Ziel,
  • …bietet eine neue, schnelle Direktverbindung von Bogenhausen über Schwabing nach Neuhausen,
  • …macht Umwege über die Innenstadt überflüssig,
  • …kann mehr Fahrgäste transportieren als die im Moment eingesetzten Busse,
  • …ist zukunftssicher, da ihr Leistungsvermögen gesteigert werden kann,
  • …reduziert den Verkehr und damit Staub, Abgase und Lärm,
  • …schließt die bestehende Lücke im Münchner Tramnetz und ermöglicht dadurch völlig neue Linienverbindungen
  • …und entlastet die U-Bahn auf den Innenstadtstrecken
 

Wie es weiter geht mit der Tram Nordtangente

Die sogenannte Mischfläche, bei der sich alle Gartenbesucher den Raum mit der Tram teilen. © mgk - mahl gebhard konzepte

Grundsätzlich stehen zwei oberirdische Varianten zur Auswahl: die sogenannte „Mischfläche“ oder die Rasengleis-Variante. Bei der Mischfläche bleibt die Straße in ihrem heutigen Verlauf bestehen – nur eben ergänzt durch Tramgleise und aufgewertet mit sandfarbenem Asphalt. Radfahrer und die Tram teilen sich den Platz.

Die Rasengleis-Variante, bei der Radler und Tram auf eigenen, voneinander abgetrennten Bereichen unterwegs sind © mgk - mahl gebhard konzepte

Bei der Rasengleis-Variante fährt die Tram – ähnlich wie in St. Emmeram, am Bordeauxplatz, am Promenadeplatz oder im Domagkpark – auf einem abgetrennten Gleisbett, bei dem der Schienenzwischenraum mit Rasen begrünt ist. Fahrradfahrer haben neben der Tram einen eigenen Radweg, für Fußgänger ist ein parallel geführter, heute schon vorhandener Weg vorgesehen

Seit Herbst 2019 läuft die Entwurfsplanung, die die Basis für die Beantragung der Baugenehmigung (das sogenannt Planfestellungsverfahren) bei der Regierung von Oberbayern bildet. In dieser Projektphase werden auch die Kosten detailliert ermittelt.

Information, Dialog und Beteiligung

Im Zuge der Planungen setzen wir auf einen intensiven Dialog mit der Öffentlichkeit. Angesichts der verschiedenen Perspektiven, die es im Planungsprozess zu berücksichtigen gilt, fanden verschiedene Veranstaltungsformate statt, um alle Interessierten, Beteiligten und Betroffenen in geeigneter Weise frühzeitig einzubinden.

 

Die begleitenden Kommunikationsmaßnahmen im Überblick:

Zeitpunkt

Art der Veranstaltung und Thema   Anmeldung
April bis Juni 2019 Zwischen April und Juni 2019 war entlang des geplanten Neubauabschnitts zwischen Elisabethplatz und Montgelasstraße ein Lastenrad im MVG Look im Einsatz. An diesem mobilen Infostand konnten sich alle Interessierten zum Projekt informieren und Rückmeldungen oder Fragen einreichen. Keine

März bis Mai 2019

Öffentliche Spaziergänge entlang der geplanten Neubaustrecke durch Schwabing und den Englischen Garten sowie entlang bereits umgesetzter Tramneubaustrecken in Pasing, in Haidhausen und in der Parkstadt Schwabing Beendet
24. Mai 2019 Zweite öffentliche Informationsveranstaltung in der Reithalle München. Diese Dokumentation können Sie hier herunterladen. Beendet
Mai 2019 Planungsworkshop mit Interessensgruppen Beendet
11. Dezember 2018 Erste öffentliche Informationsveranstaltung in der Reithalle München: Vorstellung des aktuellen Planungsstands, Experten und Vertreter von SWM und LHM sowie beteiligte Fachplaner stehen Rede und Antwort. Eine ausführliche Dokumentation steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung. Beendet
November/Dezember 2018 Gespräche mit Bezirksausschüssen, Interessensverbänden und Stakeholdern, darunter die BAs 1, 9 und 12, ADFC, Aktion Münchner Fahrgäste, Bund Naturschutz, Seniorenbeirat, IHK, Beendet

FAQ - Häufig gestellte Fragen

Hier finden Sie die Fragen, die uns im bisherigen Dialog häufig gestellt wurden. 

Warum braucht es die Tram Nordtangente?

Der ÖPNV ist nur attraktiv, wenn er wichtige Ziele auf kurzen Wegen verbindet. Die Tram Nordtangente leistet als emissionsfreie Querverbindung ihren Beitrag für saubere Luft in München. Sie entlastet den Verkehr in der Innenstadt und ermöglicht kürzere Wege. Wir möchten so mehr Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV motivieren ohne die heute schon hochfrequentierten Umsteigestationen in der Innenstadt weiter zu belasten. Aufgrund weiter steigender Fahrgastzahlen ist die Gestaltung attraktiver Netze mit tangentialen Verbindungen unabdingbar.

Wo soll die neue Linie verlaufen?

Durch den Neubauabschnitt zwischen Tivolistraße und Elisabethplatz sowie die Verlängerungen nach Johanneskirchen bzw. den Anschluss an die Münchner Freiheit ergeben sich völlig neue Verbindungsmöglichkeiten. Es geht nach derzeitigem Planungsstand nicht nur um eine neue Linie, sondern um insgesamt drei Linien, die sich mit dem Neubauabschnitts umsetzen lassen:

  1. Johanneskirchen – Englischer Garten – Franz-Joseph-Straße – Romanplatz – Amalienburgstraße
  2. Kieferngarten – Schwabing Nord – Münchner Freiheit – Leopoldstraße – Franz-Joseph-Straße – Nordendstraße – Karlsplatz – Hauptbahnhof – Willibaldplatz
  3. Schwabing Nord – Münchner Freiheit – Leopoldstraße – Martius-/ Thiemestraße – Englischer Garten – Maxmonument – Max-Weber-Platz – Großhesseloher Brücke

Reicht der Bus nicht aus? Warum muss es eine Tram sein?

Für das aktuelle Fahrgastaufkommen sind Busse im Moment noch ausreichend, sie sind aber nicht für das vorhergesagte Fahrgastaufkommen ausgelegt. Würden wir mit dem Bus planen, würden mittelfristig eine weitere Buslinie durch den Englischen Garten fahren müssen. Aus Nachfragesicht und unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit ist die Trambahn das geeignetere Verkehrsmittel.

Warum kommen keine E-Busse zum Einsatz?

E-Busse sind zwar deutlich klimafreundlicher unterwegs als Dieselbusse, lösen aber das nicht das Problem, dass der Bus als Transportmittel künftig die Nachfrage nicht mehr bewältigen kann. Wir möchten zukunftssicher planen, die Tram ist aus unserer Sicht die beste Lösung.

Zudem lassen sich die weiter oben skizzierten Linien nur durch den Ausbau des Tramnetzes umsetzen. Auf den meisten Abschnitten der neuen Linien fährt bereits heute die Tram – etwa in St. Emmeram, wo die Linie 16 im Jahr 2011 den Bus abgelöst hat.

Mit der Tram Nordtangente möchten wir die bestehende Lücke im Tramnetz schließen.

Wer ist an den Planungen beteiligt?

Unter Federführung der SWM/MVG wirken an der Planung die Fachabteilungen der städtischen Referate mit – u.a. des Referats für Arbeit und Wirtschaft, des Referats für Stadtplanung und Bauordnung, des Baureferats und des Kreisverwaltungsreferats. Um den besonderen Belangen des denkmalgeschützten Englischen Gartens gerecht zu werden, wurde ein Projektbeirat ins Leben gerufen, der als Fachberatergremium die SWM/MVG im Planungsprozess regelmäßig in denkmalpflegerischen Belangen berät. Der Projektbeirat setzt sich zusammen aus Vertretern des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, der höheren Denkmalschutzbehörde, des Referats für Stadtplanung und Bauordnung, des Baureferats – Gestaltung Öffentlicher Raum sowie weiteren Fachleuten aus dem Gebiet der Gartenkunst und Denkmalpflege.

Kontakt

Für Fragen oder Anregungen im Zusammenhang mit der Tram Nordtangente, wenden Sie sich bitte an den MVG Kundendialog unter kundendialog@mvg.de – wir bemühen uns, Ihre Frage schnellstmöglich zu beantworten.