Die Tram Nordtangente

 
 

So sehen die Planungen in der Franz-Joseph-Straße aus.

Die Tram Nordtangente ist neben der Tram Münchner Norden und der Tram Westtangente eines der wichtigsten Schienenprojekte der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und zentraler Baustein des Nahverkehrsplans. Hier stellen wir Ihnen das Projekt detailliert vor. 

Warum die Tram Nordtangente notwendig ist

Leistungsfähige Tramverbindungen im Norden der Innenstadt sind aktuell im Münchner ÖPNV-Netz kaum vorhanden.

Mit der Tram Nordtangente entsteht eine neue attraktive Direktverbindung zwischen den dicht bewohnten Stadtteilen Neuhausen, Schwabing, Bogenhausen und Johanneskirchen. Besonders hoch belastete Innenstadt-Haltestellen – vor allem im U-Bahnnetz – werden entlastet, da mehr Fahrgäste direkt, komfortabel und schnell das Stadtzentrum umfahren können.

Vorausschauend planen, Wachstum bewältigen

Seit vielen Jahren steigt die Nachfrage im Straßenbahnnetz: 2019 zählte die Tram bereits 125 Millionen Fahrgäste. Und alle Prognosen gehen davon aus, dass München – und damit der Verkehr – weiter wachsen wird. Gerade zu den Hauptverkehrszeiten zeigt sich schon heute, dass die Stadt kaum mehr Verkehr verkraften kann. Abhilfe schafft nur ein möglichst attraktiver ÖPNV mit seinen großen Kapazitäten. So kann eine Tram beispielsweise über 200 Menschen transportieren. Sie ersetzt damit in Spitzenzeiten rund 145 Pkw.

Was ist geplant?

Die Tram Nordtangente besteht aus drei Planungsabschnitten:

Planungsabschnitt 1 (in der Karte rot): vom Elisabethplatz bis zur Münchner Freiheit (Abschnitt Schwabing/Leopoldstraße)

Der geplante Abschnitt reicht vom Elisabethplatz über die Franz-Joseph- und Leopoldstraße bis zur Münchner Freiheit. Diese Strecke muss neu gebaut werden und hat eine Länge von ca. 1,2 km. Die charakteristischen Pappeln vor Ort bleiben erhalten.

 

Planungsabschnitt 2 (in der Karte blau): von der Kreuzung Leopold-/Giselastraße bis zur Tivolistraße (mit dem 800 m langen Abschnitt durch den Englischen Garten)

Ab der Kreuzung Franz-Joseph-/Leopoldstraße führt der Planungsabschnitt 2 über die Martius- und Thiemestraße in den Englischen Garten. Das etwa 800 m lange Teilstück verläuft dort, wo heute bereits die Busse der Linien 54, 58/68 und 154 in dichtem Takt fahren. Dort verkehren künftig anstelle der Busse Tram-Fahrzeuge der neuesten Generation mit deutlich größerem Fassungsvermögen - und Akku. Auf eine Oberleitung kann damit an dieser Stelle verzichtet werden. Die optische Veränderung des Englischen Gartens wird so auf ein Minimum reduziert.

Im Englischen Garten stehen zwei oberirdische Varianten zur Auswahl, über die der Münchner Stadtrat entscheiden wird: 

  • Bei der sogenannten Mischfläche bliebe die Straße in ihrem heutigen Verlauf bestehen. Sie würde erneuert, mit sandfarbenem Asphalt aufgewertet und um die Tramgleise ergänzt. Radfahrer*innen und die Tram würden sich den Platz teilen.
     
  • Alternativ die Rasengleis-Variante, bei der die Tram – ähnlich wie in St. Emmeram, am Bordeauxplatz, am Promenadeplatz oder im Domagkpark – auf einem abgetrennten Gleisbett fahren würde. Der Schienenzwischenraum wäre dabei mit Rasen begrünt. Fahrradfahrer*innen hätten neben der Tram einen eigenen Radweg, für Fußgänger*innen ist ein parallel geführter, heute schon vorhandener Weg vorgesehen.


Visualisierungen dieser beiden Varianten finden Sie weiter unten in unserer Bildergalerie. Eine Entscheidung des Stadtrats über den Abschnitt durch den Englischen Garten ist noch nicht terminiert.

 

Planungsabschnitt 3 (in der Karte grün): Johanneskirchner Straße (Abschnitt Johanneskirchen)

Die geplante Teilstrecke in Johanneskirchen zweigt von der bestehenden Tram-Strecke nach St. Emmeram in der Cosimastraße nach Osten ab. Die Trasse führt durch die Johanneskirchner Straße zum S-Bahnhof Johanneskirchen. Hier soll eine Wendeschleife für die Straßenbahn entstehen. 

Die Länge der neuen Strecke beträgt ca. 1 km. Sie sorgt für eine deutliche Verbesserung im ÖPNV: Fahrgäste haben über die S-Bahn-Station Johanneskirchen eine gute Anbindung ans Umland und kommen bequem mit der S-Bahn-Linie S8 zum Flughafen. Zudem besteht die Möglichkeit, die Tramlinie später nach Osten zu erweitern - für die Zeit nach einem möglichen viergleisigen Ausbau der Bahnstrecke Daglfing – Johanneskirchen.

Die MVG plant, die Tram Nordtangente ab 2025/2026 in Betrieb zu nehmen. 2022 soll der Stadtrat über die Realisierung der Planungsabschnitte 1 und 3 entscheiden. Eine Entscheidung über den Planungsabschnitt 2 ist aktuell noch nicht terminiert.

 

Die Vorteile auf einen Blick


Die Tram Nordtangente

  • … bringt Fahrgäste im Münchner Nordosten schneller, verlässlicher und pünktlicher an ihr Ziel,
  • … bietet eine neue, schnelle Direktverbindung von Bogenhausen über Schwabing nach Neuhausen,
  • … schafft eine direkte Verbindung zur S-Bahnlinie S8 in Johanneskirchen,
  • … macht Umwege über die Innenstadt überflüssig und entlastet damit die U-Bahn,
  • … kann mehr Fahrgäste transportieren als die im Moment eingesetzten Busse,
  • … ist zukunftssicher, da ihr Leistungsvermögen gesteigert werden kann,
  • … reduziert den Verkehr und damit Staub, Abgase und Lärm,
  • … schließt eine bestehende Lücke im Tramnetz und ermöglicht dadurch völlig neue Linienverbindungen
     

Bildergalerie

Öffentliche Informationsveranstaltung am 13.05.22

 

Video: Streckenverlauf Tram Nordtangente in München – Franz-Joseph-Straße

 

Video: Streckenverlauf Tram Nordtangente in München – Leopoldstraße

 

Information, Dialog und Beteiligung

Im Zuge der Planungen setzen wir auf einen intensiven Dialog mit der Öffentlichkeit. Angesichts der verschiedenen Perspektiven, die es im Planungsprozess zu berücksichtigen gilt, fanden verschiedene Veranstaltungsformate statt, um alle Interessierten, Beteiligten und Betroffenen in geeigneter Weise frühzeitig einzubinden.

Eine Zusammenfassung der durchgeführten Formate finden Sie am Ende der Seite unter "Downloads".

Die begleitenden Kommunikationsmaßnahmen im Überblick:

Zeitpunkt

Art der Veranstaltung und Thema    
13. Mai 2022 Dritte öffentliche Informationsveranstaltung (digital mit Fragerunde)  
April bis Juni 2019 Einsatz eines Lastenrads im MVG-Look als mobiler Infostand  

März bis Mai 2019

Öffentliche Spaziergänge entlang der geplanten Neubaustrecke sowie entlang bereits umgesetzter Tramneubaustrecken in Pasing, in Haidhausen und in der Parkstadt Schwabing  
24. Mai 2019 Zweite öffentliche Informationsveranstaltung in der Reithalle München.  
Mai 2019 Planungsworkshop mit Interessensgruppen  
11. Dezember 2018 Erste öffentliche Informationsveranstaltung in der Reithalle München  
November/Dezember 2018 Gespräche mit Bezirksausschüssen, Interessensverbänden und weiteren Stakeholdern, darunter Bezirksausschüsse, ADFC, Aktion Münchner Fahrgäste, Bund Naturschutz, Seniorenbeirat, IHK  

FAQ - häufig gestellte Fragen

Hier finden Sie die Fragen, die uns im bisherigen Dialog häufig gestellt wurden - und unsere Antworten. Eine ausführliche Übersicht der FAQs haben wir für Sie im PDF "Gesamtdokumentation Dialog" unter Downloads zusammengestellt.

Wieso braucht es überhaupt neue Tramverbindungen?

Der ÖPNV ist nur attraktiv, wenn er wichtige Ziele auf kurzen Wegen verbindet. Die Tram Nordtangente leistet als emissionsfreie Querverbindung ihren Beitrag für saubere Luft in München. Sie entlastet den Verkehr in der Innenstadt und ermöglicht kürzere Wege. So sollen mehr Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV motiviert werden, ohne die heute schon hoch frequentierten Umsteigestationen in der Innenstadt weiter zu belasten. Aufgrund weiter steigender Fahrgastzahlen ist die Gestaltung attraktiver Netze mit neuen Querverbindungen unabdingbar.

Reicht der Bus nicht aus? Warum muss es eine Tram sein?

Für das aktuelle Fahrgastaufkommen reichen Busse im Moment noch aus. Sie sind aber nicht auf das künftig erwartete Fahrgastaufkommen ausgelegt. Würden wir weiter mit Bussen planen, wäre mittelfristig eine weitere Buslinie durch den Englischen Garten erforderlich. Aus Nachfragesicht und unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit ist die Trambahn das geeignetere Verkehrsmittel.

Wer ist an den Planungen beteiligt?

Unter Federführung der SWM/MVG wirken an der Planung die Fachabteilungen der städtischen Referate mit. Dazu zählen das Referat für Arbeit und Wirtschaft, das Referat für Stadtplanung und Bauordnung, das Baureferat, das Mobilitätsreferat und das Kreisverwaltungsreferat.

Um den besonderen Belangen des denkmalgeschützten Englischen Gartens gerecht zu werden, wurde ein Projektbeirat ins Leben gerufen, der als Fachberatergremium die SWM/MVG im Planungsprozess regelmäßig in denkmalpflegerischen Belangen berät. Der Projektbeirat setzt sich zusammen aus Vertreter*innen des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, der höheren Denkmalschutzbehörde, des Referats für Stadtplanung und Bauordnung, des Baureferats sowie weiteren Fachleuten aus dem Gebiet der Gartenkunst und Denkmalpflege.

Kontakt

Für Fragen oder Anregungen im Zusammenhang mit der Tram Nordtangente, wenden Sie sich bitte an den MVG Kundendialog unter kundendialog@mvg.de – wir bemühen uns, Ihre Frage schnellstmöglich zu beantworten.