Die Tram Nordtangente

 
 

Die Tram Nordtangente: neue Direktverbindung zwischen Neuhausen, Schwabing und Bogenhausen

Die Tram Nordtangente ist neben der Tram Münchner Norden und der Tram Westtangente eines der wichtigsten Schienenprojekte der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und zentraler Baustein im innerstädtischen Tramnetz. Sie verbindet künftig zwischen der Amalienburgstraße im Münchner Westen und dem Arabellapark im Münchner Osten insgesamt sieben U-Bahnlinien, sieben Straßenbahnlinien und zahlreiche Buslinien miteinander.

Der größte Teil dieser Verbindung ist bereits heute als Straßenbahnstrecke in Betrieb. Neu gebaut werden muss lediglich ein etwa 2,2 km langer Abschnitt zwischen dem Schwabinger Elisabethplatz und der Tivolistraße am Rande des Englischen Gartens. Ein etwa 800 m langes Teilstück davon verläuft durch den Englischen Garten – dort, wo heute die Busse der Linien 54, 58/68 und 154 fahren. Darüber hinaus ist ein Abzweig von der Neubaustrecke durch die Leopoldstraße zur Münchner Freiheit vorgesehen.

Dank der neuen Strecke profitieren die Fahrgäste von neuen, schnellen und vor allem umsteigefreien Direktverbindungen. Wo heute noch Busse den Englischen Garten im engen Takt durchqueren, sind künftig Tram-Fahrzeuge der neuesten Generation mit deutlich größerem Fassungsvermögen unterwegs. Auf dem Teilstück durch den Englischen Garten kommen leistungsfähige Akku-Trams zum Einsatz, auf eine Oberleitung kann damit dort verzichtet werden – ein Novum in München. Die optische Veränderung des Englischen Gartens soll so auf ein Minimum reduziert werden.

Die MVG plant, die Tram Nordtangente ab 2025/2026 in Betrieb nehmen. 2022 soll der Stadtrat über die Realisierung der Neubaustrecke entscheiden.

Streckenverlauf (Karte zoombar/verschiebbar)

Eckdaten & Zeichenerklärung

Legende Tram Nordtangente Legende Tram Nordtangente

 

Warum die Tram Nordtangente notwendig ist

Leistungsfähige Tramverbindungen im Norden der Innenstadt sind aktuell im Münchner ÖPNV-Netz nicht vorhanden.

Mit der Tram Nordtangente wird eine neue attraktive Direktverbindung zwischen den dicht bewohnten Stadtteilen Neuhausen, Schwabing und Bogenhausen geschaffen. Besonders hoch belastete Innenstadt-Haltestellen – vor allem im U-Bahnnetz - werden entlastet, da mehr Fahrgäste direkt, komfortabel und schnell die Innenstadt umfahren können.

Vorausschauend planen, Wachstum bewältigen

Seit vielen Jahren steigt die Nachfrage im Straßenbahnnetz: 2019 zählte die Tram bereits 125 Millionen Fahrgäste. Bis zum Jahr 2040 werden in München nach aktuellen Prognosen etwa 1,85 Millionen Menschen leben, wohnen und arbeiten – ein Zuwachs von fast 20 Prozent gegenüber dem heutigen Stand von 1,5 Millionen Einwohnern. Gerade zu den Hauptverkehrszeiten zeigt sich schon heute, dass die Stadt kurz vor dem Verkehrskollaps steht. Abhilfe schafft nur ein möglichst attraktiver ÖPNV mit seinen großen Kapazitäten. So kann eine Tram beispielsweise über 200 Menschen transportieren. Sie ersetzt damit rund 145 Pkw.

 

Die Vorteile auf einen Blick


Die Tram Nordtangente

  • … bringt Fahrgäste im Münchner Nordosten schneller, verlässlicher und pünktlicher an ihr Ziel,
  • … bietet eine neue, schnelle Direktverbindung von Bogenhausen über Schwabing nach Neuhausen,
  • … macht Umwege über die Innenstadt überflüssig und entlastet damit die U-Bahn,
  • … kann mehr Fahrgäste transportieren als die im Moment eingesetzten Busse,
  • … ist zukunftssicher, da ihr Leistungsvermögen gesteigert werden kann,
  • … reduziert den Verkehr und damit Staub, Abgase und Lärm,
  • … schließt eine bestehende Lücke im Tramnetz und ermöglicht dadurch völlig neue Linienverbindungen
 

Wie die Tram im Englischen Garten aussieht

Die sogenannte Mischfläche, bei der sich alle Gartenbesucher*innen den Raum mit der Tram teilen. © mgk - mahl gebhard konzepte

Grundsätzlich stehen zwei oberirdische Varianten zur Auswahl:

  • die sogenannte Mischfläche oder
  • die Rasengleis-Variante

 

Bei der Mischfläche bliebe die Straße in ihrem heutigen Verlauf bestehen. Sie würde erneuert, mit sandfarbenem Asphalt aufgewertet und um die Tramgleise ergänzt. Radfahrer*innen und die Tram würden sich den Platz teilen.

Die Rasengleis-Variante, bei der Radler*innen und Tram in eigenen, voneinander abgetrennten Bereichen unterwegs sind © mgk - mahl gebhard konzepte

Bei der Rasengleis-Variante würde die Tram – ähnlich wie in St. Emmeram, am Bordeauxplatz, am Promenadeplatz oder im Domagkpark – auf einem abgetrennten Gleisbett fahren, bei dem der Schienenzwischenraum mit Rasen begrünt ist.

Fahrradfahrer*innen hätten neben der Tram einen eigenen Radweg. Für Fußgänger*innen wäre ein parallel geführter, heute schon vorhandener Weg vorgesehen.

Der Münchner Stadtrat wird entscheiden, welche Variante im Englischen Garten zum Tragen kommt.

Information, Dialog und Beteiligung

Im Zuge der Planungen setzen wir auf einen intensiven Dialog mit der Öffentlichkeit. Angesichts der verschiedenen Perspektiven, die es im Planungsprozess zu berücksichtigen gilt, fanden verschiedene Veranstaltungsformate statt, um alle Interessierten, Beteiligten und Betroffenen in geeigneter Weise frühzeitig einzubinden.

Eine Zusammenfassung der durchgeführten Formate finden Sie am Ende der Seite unter "Downloads".

Die begleitenden Kommunikationsmaßnahmen im Überblick:

Zeitpunkt

Art der Veranstaltung und Thema   Anmeldung
April bis Juni 2019 Einsatz eines Lastenrads im MVG-Look als mobiler Infostand Keine

März bis Mai 2019

Öffentliche Spaziergänge entlang der geplanten Neubaustrecke sowie entlang bereits umgesetzter Tramneubaustrecken in Pasing, in Haidhausen und in der Parkstadt Schwabing Beendet
24. Mai 2019 Zweite öffentliche Informationsveranstaltung in der Reithalle München. Beendet
Mai 2019 Planungsworkshop mit Interessensgruppen Beendet
11. Dezember 2018 Erste öffentliche Informationsveranstaltung in der Reithalle München Beendet
November/Dezember 2018 Gespräche mit Bezirksausschüssen, Interessensverbänden und weiteren Stakeholdern, darunter Bezriksausschüsse, ADFC, Aktion Münchner Fahrgäste, Bund Naturschutz, Seniorenbeirat, IHK Beendet

FAQ - häufig gestellte Fragen

Hier finden Sie die Fragen, die uns im bisherigen Dialog häufig gestellt wurden - und unsere Antworten.

Warum braucht es die Tram Nordtangente?

Der ÖPNV ist nur attraktiv, wenn er wichtige Ziele auf kurzen Wegen verbindet. Die Tram Nordtangente leistet als emissionsfreie Querverbindung ihren Beitrag für saubere Luft in München. Sie entlastet den Verkehr in der Innenstadt und ermöglicht kürzere Wege. So sollen mehr Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV motiviert werden, ohne die heute schon hoch frequentierten Umsteigestationen in der Innenstadt weiter zu belasten. Aufgrund weiter steigender Fahrgastzahlen ist die Gestaltung attraktiver Netze mit neuen Querverbindungen unabdingbar.

Wo soll die neue Linie verlaufen?

Durch den Neubauabschnitt zwischen Tivolistraße und Elisabethplatz sowie die Verlängerungen nach Johanneskirchen bzw. den Anschluss an die Münchner Freiheit ergeben sich völlig neue Verbindungsmöglichkeiten. Es geht nach derzeitigem Planungsstand um insgesamt drei neue Linien:

  1. Johanneskirchen – Englischer Garten – Franz-Joseph-Straße – Romanplatz – Amalienburgstraße
     
  2. Kieferngarten – Schwabing Nord – Münchner Freiheit – Leopoldstraße – Franz-Joseph-Straße – Nordendstraße – Karlsplatz – Hauptbahnhof – Willibaldplatz
     
  3. Schwabing Nord – Münchner Freiheit – Leopoldstraße – Martius-/ Thiemestraße – Englischer Garten – Maxmonument – Max-Weber-Platz – Großhesseloher Brücke

Reicht der Bus nicht aus? Warum muss es eine Tram sein?

Für das aktuelle Fahrgastaufkommen reichen Busse im Moment noch aus. Sie sind aber nicht auf das künftig erwartete Fahrgastaufkommen ausgelegt. Würden wir weiter mit Bussen planen, wäre mittelfristig eine weitere Buslinie durch den Englischen Garten erforderlich. Aus Nachfragesicht und unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit ist die Trambahn das geeignetere Verkehrsmittel.

Warum kommen keine E-Busse zum Einsatz?

Elektrobusse sind zwar klimafreundlicher unterwegs als Dieselbusse, lösen aber nicht das Problem, dass der Bus als Transportmittel künftig die Nachfrage nicht mehr bewältigen kann. Wir müssen zukunftssicher planen und die Kapazitäten auf die künftig erwartete Nachfrage ausrichten. Die Tram ist aus unserer Sicht die beste Lösung.

Die Neubaustrecke schließt außerdem eine Lücke im Tramsystem: Die oben skizzierten Linienführungen lassen sich nur durch diesen Lückenschluss im Schienennetz umsetzen.

Wer ist an den Planungen beteiligt?

Unter Federführung der SWM/MVG wirken an der Planung die Fachabteilungen der städtischen Referate mit. Dazu zählen das Referat für Arbeit und Wirtschaft, das Referat für Stadtplanung und Bauordnung, das Baureferat, das Mobilitätsreferat und das Kreisverwaltungsreferat.

Um den besonderen Belangen des denkmalgeschützten Englischen Gartens gerecht zu werden, wurde ein Projektbeirat ins Leben gerufen, der als Fachberatergremium die SWM/MVG im Planungsprozess regelmäßig in denkmalpflegerischen Belangen berät. Der Projektbeirat setzt sich zusammen aus Vertreter*innen des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, der höheren Denkmalschutzbehörde, des Referats für Stadtplanung und Bauordnung, des Baureferats sowie weiteren Fachleuten aus dem Gebiet der Gartenkunst und Denkmalpflege.

Kontakt

Für Fragen oder Anregungen im Zusammenhang mit der Tram Nordtangente, wenden Sie sich bitte an den MVG Kundendialog unter kundendialog@mvg.de – wir bemühen uns, Ihre Frage schnellstmöglich zu beantworten.