Defibrillatoren in unseren U-Bahnhöfen

    Herzstillstand? Elektroschock!

    Wenn das Herz still steht, geht es um Leben und Tod. Hilfe muss her und zwar schnell. Seit Anfang 2014 ist jeder U-Bahnhof mit mindestens einem Defibrillator ausgestattet, mit dem auch jeder Laie Leben retten kann. In einigen U-Bahnhöfen sind mehrere Geräte installiert, um die Wege in einem Notfall möglichst kurz zu halten. Die Defibrillatoren befinden sich in besonders gekennzeichneten Notfallsäulen am Bahnsteig oder im Zwischengeschoss. Auf den anderen Säulen ist ein Hinweis angebracht, wo der nächste Defibrillator zu finden ist.

    Hintergrund

    Mit Defibrillatoren wird das lebensgefährliche Kammerflimmern des Herzens unterbrochen, das bei etwa 90 Prozent aller Menschen mit plötzlichem Herz-Kreislauf-Stillstand auftritt. Ursache ist oft ein Herzinfarkt. Nur ein gezielt ausgelöster Elektroschock kann den gestörten Herzrhythmus wieder in Takt und das Herz somit zum selbständigen Schlagen bringen. Wird ein Opfer innerhalb der ersten Minute mit einem Elektroschock behandelt, besteht eine Überlebenschance von über 90 Prozent. Danach sinkt die Wahrscheinlichkeit um etwa 10 Prozent pro Minute. Nach spätestens fünf Minuten treten die ersten irreparablen Hirnschäden ein. Nach acht bis zehn Minuten ohne Reanimation ist der Patient in der Regel tot.

    Viele sind heute noch der Meinung, dass der Notarzt schnell genug kommt und in wenigen Minuten beim Patienten ist. Dabei wird vergessen, dass vom Eintreten eines Notfalls bis zum Eintreffen professioneller Hilfe schnell 12 Minuten und mehr vergehen können. Deshalb kann bei einem plötzlichen Herzversagen der telefonisch gerufene Notarzt in der Regel, auch unter günstigsten Voraussetzungen, nicht rechtzeitig beim Patienten sein. Wenn Passanten, Fahrgäste, Freunde, Angehörige, Kollegen nicht sofort helfen, endet das plötzliche Herzversagen daher meist tödlich!

    Anleitung

    Im Ernstfall muss zunächst ein Notruf ausgelöst werden, durch den unsere Mitarbeiter in der U-Bahnbetriebszentrale alarmiert werden. Sprechen Sie bitte möglichst ruhig und deutlich. Der Disponent verständigt außerdem sofort Rettungsdienst und U-Bahnwache. Anschließend kann der Defibrillator, der in einem alarmgesicherten Fach untergebracht ist, entnommen werden. Entfernen Sie sich erst dann vom Notruf, wenn der Mitarbeiter in der U-Bahnbetriebszentrale keine Rückfragen mehr hat.

    Das Gerät selbst führt mittels Sprachansage klar und deutlich durch die gesamte Wiederbelebung. Auf den Gehäusedeckeln ist zudem eine Kurzanleitung angebracht.

    Unser Video

    Die Standorte

    In jedem der 100 Münchner U-Bahnhöfe ist mindestens ein Defibrillator installiert. Aktuell gibt es jetzt im Netz der MVG 121 Geräte. Fünf weitere sind zusätzlich im mobilen Einsatz.

    Das Projekt

    Bei der Ausstattung der Münchner U-Bahnhöfe mit Defibrillatoren handelt es sich um ein gemeinsames Projekt der Berufsfeuerwehr München, Stadtwerke München GmbH, Stadt Garching und Münchner Verkehrsgesellschaft mbH, in Zusammenarbeit mit dem Verein »München gegen den plötzlichen Herztod e. V.«

    Fachaufsicht und ärztliche Leitung:
    Prof. Dr. med. Karl-Georg Kanz