U5: Verjüngungskur für unsere Bahnhöfe

Sanierung und Neugestaltung der Hintergleiswände entlang der U5 Süd

Bahnhof Quiddestraße vor der Modernisierung © MVG

Einfache Umsetzung, kostengünstiger Unterhalt und eine ansprechende Optik: Mit diesen Zielen modernisieren wir die U-Bahnhaltestellen Michaelibad, Quiddestraße, Neuperlach Zentrum sowie Therese-Giehse-Allee. Alle vier Bahnhöfe wurden am 18.10.1980 eröffnet. Heute, über 40 Jahre später, ist es notwendig geworden, sie zu sanieren und dabei auch ästhetisch neue Akzente zu setzen.

Im ersten Schritt erneuern wir seit Dezember 2021 die Hintergleisfassaden. Warum? Weil im Lauf der Jahre Mängel an den dortigen Wänden entstanden sind. Kleinere Schäden sind nichts Außergewöhnliches, müssen allerdings behoben werden. So hat beispielsweise der Klebstoff zur Befestigung der Fassadenplatten nun seine Lebensdauer überschritten. Schraubenverbindungen in den Wänden sind mit der Zeit brüchig geworden und der damals verwendete Beton muss z. B. wegen Rissen instandgesetzt werden. 

Neben baulichen Sicherheitsaspekten leidet mit den Jahren auch die Optik der U-Bahnhöfe, wie hier an der Haltestelle Quiddestraße zu sehen ist. Die einzelnen Fassadenplatten werden daher von uns nach und nach entfernt, die Deckenelemente sind bereits abgebaut.

Unsere Modernisierung soll nachhaltig sein, wir konzentrieren uns dabei auf zwei wichtige Aspekte. Die Fahrgäste profitieren zunächst von einer zeitgemäßen, ansprechenden Optik, die thematisch stets Bezug nimmt auf die Haltestelle bzw. deren Umgebung. Durch den Verzicht auf Wandverkleidungen in Form von Platten reduzieren wir zudem nicht nur die Kosten der Sanierung, sondern langfristig auch die für den Unterhalt. Es kommt eine spezielle Beschichtungs-Technik zum Einsatz, die zukünftig die regelmäßige Bauwerksüberprüfung erlaubt, ohne erst Fassadenplatten aufwändig abbauen zu müssen. Das führt auch zu weniger Beeinträchtigungen im Fahrbetrieb. 

Diese Erneuerung der Hintergleisfassaden ist Teil eines umfangreichen Sanierungs- und Modernisierungsprogramms. An den U-Bahn-Haltestellen Michaelibad, Quiddestraße, Neuperlach Zentrum und Therese-Giehse-Allee werden zu einem späteren Zeitpunkt auch die Säulen und Decken saniert. Weitere Bahnhöfe im Netz Münchens werden nach und nach folgen. Informationen zu Gleissperrungen im Zuge der aktuellen Arbeiten an der U5 Süd erhalten Sie unter www.mvg.de/u5sued.

Unser Gestaltungskonzept

Am Bahnhof Neuperlach Zentrum testen wir vorab die verschiedenen Wand-Designs © MVG

Die vier Haltestellen auf dem Süd-Ast der U5 werden schon bald eine spannende Geschichte erzählen – jeweils ihre eigene. Durch eine attraktive wie kreative Neugestaltung der Hintergleiswände bekommt jeder Bahnhof eine unverwechselbare Optik. Individuelle Symbole und Bilder vor Ort spiegeln die Gegend sowie berühmte Namensgeber*innen der Haltestellen wider.

So werden an der U-Bahn-Station Michaelibad Wellen und Wasserbälle hinter den Gleisen zu sehen sein, Friedenstauben zollen wiederum dem Nobelpreisträger Ludwig Quidde an gleichnamiger Haltestelle Respekt. In Neuperlach Zentrum ragen Hochhäuser an den Hintergleiswänden empor, während an der Therese-Giehse-Allee Portraits an die beliebte Münchner Volksschauspielerin erinnern. Durch ein einheitliches Farbkonzept bleibt die Erkennbarkeit als zusammenhängender Linienabschnitt der U5 erhalten.

Bei den Arbeiten kommt eine spezielle Beschichtungs-Technik zum Einsatz, die vergleichsweise kostengünstig und schnell umsetzbar ist. Mithilfe von Folien, die als Schablonen dienen, werden die jeweiligen Muster und Symbole auf die Wände gebracht. Sobald die Farben getrocknet sind, werden die Folien wieder entfernt.

Durch die schnelle Umsetzbarkeit der Neugestaltung kann diese parallel zu den oben beschriebenen Sanierungsmaßnahmen erfolgen. Dadurch werden die Einschränkungen für Fahrgäste auf ein Minimum reduziert.

 

Der Zeitplan

Unsere Arbeiten finden in zwei Phasen statt. In der ersten modernisieren wir an den Bahnhöfen jeweils die Wände hinter Gleis 1. Danach folgt Phase 2, in der die Wände hinter Gleis 2 saniert werden. Hier die einzelnen Schritte im Überblick, Änderungen im Zeitplan sind möglich.

  • Dezember 2021: Sanierungsbeginn (Phase 1) der Haltestellen Michaelibad, Quiddestraße, Neuperlach Zentrum, Therese-Giehse-Allee. Die veralteten Hintergleisfassaden werden abgebaut.
     
  • Februar 2022: Die Wände hinter Gleis 1 sind an den Bahnhöfen freigelegt, saniert und werden im nächsten Schritt mit den jeweiligen Grafik-Elementen verziert. Zuvor findet an einer Musterfläche (Neuperlach Zentrum) ein Testlauf der modernen Beschichtungstechnik statt.
     
  • März 2022: Phase 1 der Modernisierung ist abgeschlossen. Die Hintergleiswände der vier Haltestellen an Gleis 1 erstrahlen im neuen Look. Nun startet Phase 2. Wir entfernen die Fassaden hinter Gleis 2.
     
  • Mai 2022: Nun sind die Wände an Gleis 2 saniert und wir können auch hier mit den Malerarbeiten beginnen.
     
  • Juni 2022: Phase 2 ist abgeschlossen, unsere Modernisierung der Hintergleiswände an den vier U-Bahnhöfen beendet. Die jeweiligen Stationsnamensschilder werden in weiterer Folge angebracht.

Die Haltestellen im Einzelnen - so werden die Hintergleiswände aussehen

Michaelibad

► In den 1950er Jahren wurde das Michaelibad in München eröffnet und über die Jahre weiter ausgebaut. Es ist das größte Freizeitbad der Stadt. 1972 diente es bei den Olympischen Spielen als Trainingsstätte für Schwimmer*innen. Da ist es nur logisch, dass wir die gleichnamige U-Bahnhaltestelle mit grafischen Elementen wie Wellen, Wasserbällen und Schwimmer*innen an den Hintergleiswänden schmücken.

Quiddestraße

► Durch die U-Bahnstation Quiddestraße fliegen Friedenstauben! Zwar keine echten, jedoch sind sie an den Wänden hinter den Gleisen zu sehen. Der Grund: Die Haltestelle ist nach dem Politiker und Historiker Ludwig Quidde benannt. Er erhielt im Jahre 1927 den Friedensnobelpreis für seine Leistungen in der deutschen Friedensbewegung. Sein Leben widmete er ganz dem Pazifismus. Quidde starb 1941 im Alter von 82 Jahren.

Neuperlach Zentrum

► München wächst. Damals wie heute. 1960 hat daher der Stadtrat den Bau von sog. Entlastungsstädten entschieden. Die Menschen sollten damit mehr Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten in München bekommen. Im Zuge dessen entstand so auch die Großsiedlung Neuperlach, deren Zentrum 1978 fertiggestellt wurde. Urbanes Design mit markanten Hochhäusern spiegelt an den Hintergleiswänden der Haltestelle die dortige Umgebung wider.

Therese-Giehse-Allee

► Eine große Münchnerin: Die Schauspielerin Therese Giehse lebte von 1898 bis 1975 und wurde für ihre vielseitigen Rollen berühmt. Sie spielte u.a. in Stücken von Bertolt Brecht und trat in ihrem eigenen Kabarett-Ensemble "Die Pfeffermühle" auf. 1933 floh sie vor dem Nationalsozialismus aus München. Die Flucht hielt Giehse allerdings nicht davon ab, auch im Ausland erfolgreich auf die Bühne zu gehen. Sie wurde 76 Jahre alt. Neben München wurden auch in Zürich, Berlin und Hamburg Straßen nach ihr benannt. Wer in unserem U-Bahnhof Therese-Giehse-Allee auf den Zug wartet, wird Porträts von ihr an den Wänden sehen.