Dienstag, 15.09.2015

    SWM/MVG bestellen 22 neue Trambahnen

    Nach Abschluss des europaweiten Ausschreibungsverfahrens ist es nun entschieden: Der Auftrag für neue Trambahnzüge soll an Siemens gehen. Mit einem allen Bietern vorher bekannten Bewertungssystem wurden Preise, technische Kriterien und Vertragsbedingungen bewertet.

    • Optionen für bis zu 124 weitere Züge
    • Auftrag soll an Siemens gehen
       

    Der Münchner Konzern erreichte mit seinem Angebot im Bewertungsverfahren die höchste Punktzahl. Vor der endgültigen Auftragserteilung müssen SWM/MVG nun noch die gesetzlich vorgeschriebene Frist von zehn Tagen abwarten, in der unterlegene Anbieter die Entscheidung prüfen und ggf. Einspruch einlegen können.
     
    Insgesamt sollen zunächst 22 neue Züge vom Siemens-Typ Avenio bestellt werden, und zwar je 9 zweiteilige und 9 dreiteilige sowie 4 vierteilige Züge. Je ein zwei- und ein dreiteiliger Zug werden dann werktags zu 9 so genannten Doppeltraktionszügen gekoppelt – mit rund 48 Metern die längsten bisher in München eingesetzten Trambahnen. Sie bieten dann insgesamt rund 260 Plätze und sollen auf den Linien 20/21 eingesetzt werden. Die dadurch frei werdenden Großraumzüge mit ca. 220 Plätzen der Typen R 3.3 oder Variobahn werden dann zusammen mit den 4 neuen vierteiligen Avenios (die in ihrer Länge und Kapazität den schon vorhandenen 8 Avenios entsprechen) genutzt, um auf den Linien 16  (Romanplatz – St. Emmeram) und 17 (Amalienburgstraße – Schwanseestraße) das Platzangebot zu erhöhen. Im Gegenzug werden 13 kleinere Züge des ältesten Niederflurtyps Typ R 2.2 nach Einsatzbeginn der neuen Züge ausgemustert bzw. dienen dann als Ersatzteilspender für die noch verbleibenden 55 R 2.2.

    Herbert König, SWM Geschäftsführer Verkehr und MVG-Chef: „Mit dieser Bestellung verbessern wir die Kapazität der Münchner Tram weiter ganz erheblich: 13 ältere Züge mit insgesamt 2028 Plätzen werden durch 22 neue Züge mit insgesamt 3208 Plätzen ersetzt; damit können wir das Platzangebot im Bestandsnetz um mehr als 1.000 Plätze signifikant erhöhen, darunter auch auf der Linie 16, die durch die extrem erfolgreiche Verlängerung nach St. Emmeram einen massiven Fahrgastzuwachs aufzuweisen hat.

    Doch damit nicht genug: Bestandteil der Ausschreibung und der Angebote sind auch drei Optionslose mit insgesamt bis zu 124 Einheiten (ergibt bis zu 106 Züge, sofern weitere Doppeltraktionen gebildet werden). Sie enthalten optional zweiteilige, dreiteilige, vierteilige und fünfteilige Züge, die in den Jahren 2018 bis 2028 geliefert werden sollen. König: „Mit diesen Optionen können SWM/MVG in den kommenden Jahren bis weit ins nächste Jahrzehnt hinaus bedarfsgerecht neue Fahrzeuge abrufen. Bei der Berechnung der Lose haben wir sowohl den künftigen Ersatzbedarf (für die verbleibenden 55 R 2.2), künftige Verdichtungen im Bestandsnetz wie auch den etwaigen Zusatzbedarf für Westtangente und Nordtangente einkalkuliert. Letztgenannte Züge können bestellt werden, sobald es grünes Licht für diese Neubaustrecken gibt. SWM/MVG sind mit der jetzigen Bestellung und den Optionen in der Lage, den Wagenpark im Laufe der Jahre  stark zu vereinheitlichen, was auch wirtschaftliche Vorteile, z. B. bei der Ersatzteilbevorratung haben wird. Insgesamt steigen wir damit in das größte Trambahn-Beschaffungsprogramm ein, das es in den letzten Jahrzehnten gab!“

    Warum werden mit der Festbestellung erstmals auch Doppeltraktionszüge vorgesehen? König: „Doppel- oder Mehrfachtraktionen sind in vielen deutschen Straßenbahnbetrieben bewährt. Sie haben den Vorteil, dass in Schwachlastzeiten – also z. B. schulfreien Zeiten oder Semesterferien – mit kürzeren Zügen gefahren werden kann, also weniger Energie verbraucht wird und über die rund 30 und mehr Jahre, die Trambahnen im Einsatz sind, je nach Bedarfsentwicklung auch andere Kombinationen möglich sind. Das ist jetzt besonders sinnvoll für die Linien 20/21, deren Spitzenbedarf ja sehr stark mitgeprägt ist durch die hohen Studentenzahlen der Hochschule München. Niemand weiß aber heute schon seriös, wie viele Studenten es in 10, 20 oder noch mehr Jahren geben wird. Ein weiterer Vorteil ergibt sich in der Werkstatt: Man kann die Züge trennen, ggf. getrennt bearbeiten und bei bestimmten Schäden zumindest einen Zugteil weiter einsetzen.“

    Das Auftragsvolumen für die 22 Trambahnen liegt einschließlich diverser Reserve- und Beistellteile wie z. B. Fahrkartenautomaten bei rund 70 Millionen Euro. Das Gesamtvolumen der Optionslose beträgt bis zu rund 300 Millionen Euro.

    Siemens hat einen Lieferbeginn der neuen Avenios Mitte 2017 zugesagt.

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