Mittwoch, 27.04.2016

    Arabellapark: SWM/MVG eröffnen erste Schnellladestation für Elektrofahrzeuge

    Projekt "Vituelle Elektromobilität im Taxi- und Gewerbeverkehr München" abgeschlossen

    Am Arabellapark wurde jetzt die erste Schnelladestation der Stadtwerke München (SWM) und der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) in Betrieb genommen. Gängige Elektrofahrzeuge, wie der E-Golf, der BMW i3 und der Nissan Leaf, können hier schnell und einfach aufgeladen werden. Leere Batterien erreichen an der Schnellladesäule in nur 30 Minuten rund 80 Prozent ihrer Ladekapazität. Der Standort in der Englschalkinger Straße am Arabellapark wurde im Rahmen des von SWM und MVG geleiteten Projektes „VEM – Virtuelle Elektromobilität im Taxi- und Gewerbeverkehr München“ festgelegt. Gerade im Taxigewerbe gibt es einen Bedarf für die Schnellladung.

    Gunnar Heipp, Leiter Strategische Planungsprojekte bei der MVG: „Im Gegensatz zu vielen anderen Schnellladeinfrastrukturen, die derzeit in Deutschland aufgebaut werden, verfolgen SWM und MVG in München einen technisch diskriminierungsfreien Ansatz. Das hier verwendete duale System mit 50 kW Leistung ermöglicht die Ladung von Elektrofahrzeugen nach zwei internationalen Ladestandards: dem europäisch-amerikani¬schen Combined Charging System CCS oder dem aus Japan stammenden CHAdeMO System. An einem zweiten konventionellen Ladepunkt können E-Fahr¬zeuge wie an den anderen SWM Ladestationen mit bis zu 22 kW laden – und damit immer noch rund 6 Mal schneller als an der Haushaltssteckdose. Mit dem direkten Anschluss zu U-Bahn, Bus und Tram sowie demnächst auch MVG Rad ist hier ein weiterer multimodaler Baustein für ein Netz künftiger Mobilitätsstationen geschaffen.“

    Erna-Maria Trixl, SWM Geschäftsführerin Vertrieb: „Wie an den 18 ‚konventionellen‘ SWM Ladesäulen mit ihren 47 Ladepunkten fließt auch an der Schnellladesäule 100 Prozent sauberer M-Ökostrom. Für die Nutzer ist der zeitliche Vorteil im Vergleich zu herkömmlichen Ladestationen deutlich spürbar – allerdings für uns als Betreiber auch der technische und finanzielle Aufwand, sie an die bestehende Infrastruktur anzubinden. So haben die SWM zusätzlich einen großen Stromverteilerkasten errichten müssen, um die Schnellladesäule anzuschließen. Die Schnellladestation wird derzeit mit der Tankkarte der SWM oder der eines der über 60 Partner im Stadtwerkeverbund ‚ladenetz.de‘ aktiviert. Die Abrechnung erfolgt im Tarif des jeweiligen Ladekarten-Anbieters. Künftig soll aber auch spontanes Laden ohne Tankkarte möglich sein. Dazu prüfen wir derzeit verschiedene Lösungen.“

    Kooperationsprojekt VEM
    Die Schnellladestation ist ein konkretes Ergebnis aus dem ambitionierten Projekt „VEM – Virtuelle Elektromobilität im Taxi- und Gewerbeverkehr München“. Dabei wurde ermittelt, ob und unter welchen Umständen der Taxi- und Gewerbeverkehr in München elektrifiziert werden könnte. Kooperationspartner im Projekt waren der Taxiverband München, Technische Universität München sowie die Handwerkskammer für München und Oberbayern. Die Auswertung und Analyse der Daten erfolgte durch die Technische Universität München.
    Benedikt Jäger, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik, TUM: „Technisches Herzstück des VEM-Forschungsprojekts waren Smartphones, die in 130 konventionelle Taxi- und Gewerbefahrzeuge eingebaut wurden. Diese erfassten dort im täglichen Betrieb Bewegungsdaten, auf deren Basis die Eignung verschiedenster Elektrofahrzeugtypen simulativ bewertet wurde. Ziel des Projekts war es, technische, ökonomische und ökologische Anforderungen an Fahrzeuge und Infrastrukturen zu ermitteln. Ergänzend dazu wurden mehrere „echte“ Elektrofahrzeuge im Taxi- und Gewerbeverkehr eingesetzt, um die virtuell ermittelten Ergebnisse zu überprüfen.“

    Als die Münchner Energie- und Mobilitätsexperten haben die SWM und die MVG die Projektleitung übernommen. Gefördert wurde das Modellvorhaben durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Technologieprogramms IKT II für Elektromobilität.

    Ergebnisse aus dem VEM-Projekt
    Der überwiegende Teil der untersuchten Fahrprofile ist mit Elektrofahrzeugen realisierbar. Aktuell verfügbare Fahrzeuge genügen jedoch noch nicht in allen Punkten den Anforderungen (u.a. Preis, Funktionalität, Reichweite). Entsprechende Bedenken der Unternehmer konnten noch nicht ausgeräumt werden.

    Dr. Wolfgang Christl, Handwerkskammer für München und Oberbayern: „Die im Projekt VEM durchgeführten Mobilitäts-analysen zeigen, dass jedes Fahrprofil im handwerklichen Gewerbeverkehr anders ist und nicht verallgemeinert beurteilt werden kann. Häufige Ladeorte sind zu Hause beim Mitarbeiter, beim Arbeitgeber, beim Kunden oder beim Groß-handel. Zur Sicherung der Einsetzbarkeit auch in Ausnahmesituationen ist ein Mindestmaß an Schnellladesäulen im Stadtgebiet erforderlich.“
    Florian Bachmann, Taxiverband München e.V.: „In dem Projekt wurde festgestellt, dass im Taxiverkehr eine schnelle Zwischenladung benötigt wird. Hier sind der Kosten- und Flächenbedarf von Schnellladesäulen die Knackpunkte. Herausforderungen bleiben die Kostendeckung und die regulatorischen Rahmenbedingungen.“

    Wie kann eine  erfolgreiche Elektrifizierung der Fahrzeugflotten im Taxi- und Gewerbeverkehr in Zukunft gelingen? 

    • Schnellladeinfrastruktur an Taxi Hotspots (u.a. Bahnhöfe, Flughafen)
    • Ladepunkte für Gewerbe, u.a. an Betriebshöfen und zum Teil im öffentlichen Raum für Nachtlader
    • höhere Reichweite und geringere Anschaffungskosten der Fahrzeuge
    • Erleichterung der Rahmenbedingungen für den E-Taxibetrieb
       

    Wie geht es in München weiter?

    • Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur, darunter auch Schnelllader an Taxi Hotspots (städtisches Förderprogramm IHFEM)
    • Bezuschussung der Anschaffung von E-Fahrzeugen für Gewerbe und Taxi seit 1. April 2016 durch das städt. Förderprogramm IHFEM mit bis zu 5.500 Euro pro Fahrzeug
    • ermäßigter Parkausweis für Handwerker und soziale Dienste für E-Fahrzeuge
       

    Die Ergebnisse wurden kürzlich auf der Abschlussveranstaltung des VEM Projekts zentralen Stakeholdern aus dem Taxi- und Gewerbeverkehr präsentiert, um die Potenziale der Elektrifizierung von Fahrzeugflotten im Taxi- und Gewerbeverkehr zu diskutieren.

    Der Abschlussbericht wird im Juli 2016 vorliegen. Die Ergebnisse fließen aber bereits heute in die Standortplanung für den Aufbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur ein, welcher durch die SWM/MVG im Auftrag der Landeshauptstadt München durchgeführt wird. So trägt das VEM-Projekt wesentlich zur Erreichung der städtischen Ziele zur Förderung der Elektromobilität  bei.

    Informationen zur Elektromobilität bei SWM und MVG auf www.swm.de >> Unternehmen >> Innovation.

    Hinweis: Die Bilder können auf www.swm.de/presse heruntergeladen werden.

     

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