Freitag, 17.06.2016

    Münchner Stadtrat: Grünes Licht für drei Betriebshofprojekte der MVG

    Das ungebrochene Fahrgastwachstum bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) erfordert größere und vor allem zusätzliche Fahrzeuge; damit muss auch die Betriebshofkapazität wachsen.

    Deswegen bereitet die MVG zusammen mit ihrer Muttergesellschaft SWM derzeit gleich drei neue Betriebshofprojekte vor, je eines für U-Bahn, Tram und Bus. Für alle drei Projekte hat der Münchner Stadtrat jetzt grünes Licht gegeben.

    Bus: Am weitesten fortgeschritten ist das Projekt „Neuer Busbetriebshof Moosach“. Dieser bildet den Auftakt für ein großräumiges Stadtentwicklungskonzept im Münchner Nordwesten. Der Gebäudekomplex mit dem Betriebshof entsteht dabei als „Hybridkonzept“: Das Busdepot wird teilweise mit einem bis zu sechsstöckigen Bürogebäude für zirka 900 Arbeitsplätze überbaut; dafür hat bereits ein Architekturwettbewerb stattgefunden. „Hybrid M“ – so der Projektname – setzt an der Ecke Georg-Brauchle-Ring/Hanauer Straße im Stadtteil Moosach, ganz in der Nähe der SWM Zentrale, einen neuen städtebaulichen Akzent. Unmittelbar südlich davon schließt sich ein Wohngebiet mit bis zu 600 Wohneinheiten inkl. Werkswohnungen an, die auch Fahrdienstmitarbeitern angeboten werden. In dem neuen Quartier werden außerdem eine Grundschule, Kindertagesstätten und Einkaufsmöglichkeiten entstehen. Der geplante Busbetriebshof ersetzt zwar einen vorhandenen Standort im Münchner Westen, bietet jedoch mit rund 200 Stellplätzen erweiterte Kapazitäten. Er soll 2019/2020 fertiggestellt sein.

    U-Bahn: Für die U-Bahn wird ein neuer, zweiter Betriebshof in Neuperlach Süd entstehen. Dieser Standort, an dem sich heute bereits eine kleinere Abstellanlage befindet, liegt günstig zum U-Bahnnetz, da von dort die Linien U5 und U7 direkt sowie die Linien U2 und U1 mit kurzen Wegen angefahren werden können. Dem U-Bahnbetrieb verschafft ein zweiter Standort außerdem  Flexibilität, weil die Züge künftig nicht mehr nur über den Streckenast der U6 in die Werkstatt und zurück ins Netz kommen. Geplant sind in Neuperlach Süd Abstell-, Wartungs- und Werkstattkapazitäten für rund 180 U-Bahnwagen (30 Langzüge). Baubeginn soll spätestens im Jahr 2020 sein. Der neue Standort muss angesichts des geplanten weiteren Wachstums des Wagenparks ca. 2023 einsatzbereit sein.

    Tram: Für die Straßenbahn, deren Betriebshof an der Einsteinstraße mit derzeit 120 Einheiten bereits an der Kapazitätsgrenze angelangt ist, soll in der Ständlerstraße im Stadtteil Ramersdorf ein zweiter Betriebshof entstehen. Die vorgesehene Fläche liegt unmittelbar neben der Tramhauptwerkstätte und dem MVG Museum; sie wird schon seit über 100 Jahren als Werkstattgelände für den Trambetrieb genutzt. Von dort können etwa die Tramlinien 15, 25 und 17 auf kurzen Wegen bedient werden. Vorgesehen sind im zweiten Trambetriebshof im Wesentlichen eine Abstellhalle sowie ein Werkstattgebäude. Der neue Betriebshof soll ab 2019 gebaut werden und ab voraussichtlich 2022 in Betrieb genommen werden.

    MVG-Chef Herbert König: „Mit diesen drei Projekten stellen wir wesentliche Weichen für die Zukunft des Münchner Nahverkehrs. Alle drei Betriebszweige werden weiter wachsen; das setzt zusätzliche Betriebshofkapazitäten voraus. Die Standortsuche in einer wachsenden Stadt war nicht einfach. Ich bin sehr froh, dass nun auch der Stadtrat unsere Planungen akzeptiert hat und damit alle drei Projekte an Standorten verfolgt werden können, die richtig im Netz liegen, gut anzufahren sind, sich umwelt- und stadtbildverträglich umsetzen lassen und die Leistungsfähigkeit unserer Systeme signifikant erhöhen werden.“

    MVG-Planungschef Gunnar Heipp zu den Planungen bei Tram und U-Bahn: „Wir bedanken uns für die bisherige konstruktive Zusammenarbeit mit den Bezirksausschüssen, den Stadtratsfraktionen und der Verwaltung bei der Abstimmung. Bei den Projekten für den U-Bahn- und Tram-Betriebshof geht es jetzt in die weitere konkrete Planung. Voraussichtlich ab Herbst werden wir dann zu den nun vom Stadtrat bestätigten Standorten Neuperlach Süd und Ständlerstraße auch Konzepte zur baulichen Umsetzung zeigen können.“

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