Samstag, 10.12.2016

    Mehr Tram für München: Neubaustrecke nach Steinhausen wird eröffnet – Linie 25 bis Berg am Laim

    Pünktlich zum Fahrplanwechsel erweitern die Stadtwerke München (SWM) und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) das Tramnetz: Die Linie 25 fährt ab Sonntag, 11. Dezember von ihrer bisherigen Endstation am Max-Weber-Platz weiter bis zur neuen Endhaltestelle Berg am Laim Bf.

    Bereits am Samstag, 10. Dezember geben Oberbürgermeister Dieter Reiter und MVG-Chef Ingo Wortmann die „Tram Steinhausen“ frei. Zur Eröffnung der Neubaustrecke werden dann kostenlose Pendelfahrten zwischen Max-Weber-Platz und Berg am Laim Bf. angeboten (siehe separate Meldung).

    Streckenplan Tram Steinhausen (Download PDF)

    Die insgesamt ca. 2,7 Kilometer lange Strecke verläuft durch Haidhausen und Bogenhausen bis an den nördlichen Rand von Berg am Laim. Sie ist – wie das gesamte Tramnetz der MVG – komplett beschleunigt und dank eigenem Gleiskörper weitgehend unabhängig vom Individualverkehr, so dass die Fahrgäste schnell und möglichst störungsfrei vorankommen.

    Auf den ersten ca. 1,4 Kilometern vom Max-Weber-Platz zum Trambetriebshof (Einsteinstraße 148) fahren die Züge auf bestehenden Betriebsgleisen in der Einsteinstraße; diese wurden bisher nur zum Ein- und Ausrücken von Zügen sowie im Umleitungsfall genutzt. Zwischen Trambetriebshof und Berg am Laim Bf. (Hultschiner Straße) haben die SWM in rund neun Monaten Bauzeit eine ca. 1,3 Kilometer lange Neubaustrecke entlang der Truderinger Straße errichtet, und zwar als optisch ansprechendes Rasengleis. Auch sonst trägt ein anspruchsvolles Gestaltungskonzept mit viel Grün und einem schlanken Fahrleitungssystem dazu bei, dass sich die Neubaustrecke gut in die Umgebung einfügt. Das Straßenbahnnetz erreicht mit Fertigstellung dieser Netzerweiterung eine Ausdehnung von ca. 82 Kilometern. Die Zahl der im Regelbetrieb bedienten Tram-Haltestellen steigt um 6 von 166 auf 172. Die Baukosten betragen rund 21 Millionen Euro. Der Freistaat Bayern fördert das Neubauprojekt aus Mitteln des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG). Der fahrplanmäßige Betrieb der verlängerten Linie 25 wird am Sonntag, 11. Dezember aufgenommen.

    Städtebauliche Entwicklung ausschlaggebend

    Ausgangspunkt für den Ausbau des Tramnetzes im Münchner Osten war das Ziel, die aufstrebenden Geschäfts- und Gewerbestandorte zwischen Vogelweideplatz und Zamdorf (v.a. Bogenhausener Tor/„Bavaria Towers“, Gewerbegebiet Steinhausen, SZ) hochwertig, leistungsstark sowie wirtschaftlich an den bestehenden ÖPNV anzubinden und gut zu vernetzen. Dies geht mit einer Strecke am besten, die neben den städtischen Entwicklungsgebieten die zahlreichen Wohnorte und Arbeitsplätze entlang der Einsteinstraße mit erschließt und am Bahnhof Berg am Laim kreuzungsfrei und auf kurzem Fußweg mit der S-Bahn verbunden ist.

    Die Prognosen der Gutachter lassen nach Fertigstellung der Bebauung knapp 7.000 Fahrgäste pro Werktag am stärksten Querschnitt erwarten. Derzeit wohnen im Einzugsbereich der neuen Tramhaltestellen etwa 16.000 Münchnerinnen und Münchner, die nun mit der Straßenbahn eine attraktive Anbindung an das Schienennetz mit direktem Anschluss zur U- und S-Bahn erhalten. Im Busnetz wird durch die neuen Linienführungen auch das neue Wohngebiet Baumkirchen-Mitte (südlich des S-Bahnhofs Berg am Laim) besser angebunden und eine neue Verbindung von Berg am Laim zum Michaelibad (U5) geschaffen (siehe separate Meldung zum Fahrplanwechsel).

    8 Minuten bis Berg am Laim Bf.

    Die Fahrzeit zwischen Max-Weber-Platz und Berg am Laim Bf. beträgt etwa 8 Minuten. Die Züge fahren auf der neuen Strecke bis ca. 22 Uhr grundsätzlich im 10-Minuten-Takt, danach alle 20 Minuten. Sie bedienen zwischen Max-Weber-Platz und Berg am Laim Bf. insgesamt sieben Haltestellen. Vier Haltestellen davon liegen an der ca. 1,4 Kilometer langen Bestandsstrecke in der Einsteinstraße, drei an der etwa 1,3 Kilometer langen Neubaustrecke im Bereich der Truderinger Straße.

    Haltestellen und Streckenverlauf im Überblick

    Max-Weber-Platz: Die bestehende Haltestelle Max-Weber-Platz in der Einsteinstraße wurde in stadtauswärtiger Richtung um einen zusätzlichen Bahnsteig vor dem künftigen Bildungszentrum „Einstein 28“ (ehemalige Direktion der Verkehrsbetriebe) erweitert. Dort halten die Züge der Linie 25 in Fahrtrichtung Berg am Laim Bf. In der Gegenrichtung (Ziel Grünwald) wird weiterhin die schon bisher bediente Halteposition vor der Stadtsparkasse genutzt. Umsteigemöglichkeiten bestehen am Max-Weber-Platz zur U4 und U5, zu den Tramlinien 16 und 19 sowie zum StadtBus 148 Richtung Ostbahnhof und Silberhornstraße. Der neue Bahnsteig am Max-Weber-Platz bietet – wie auch alle anderen Haltestellen entlang der Verlängerungsstrecke – folgende Grundausstattung:

    • Wartehallen mit Sitzgelegenheit, Abfalleimer, Lautsprecher

    • Anzeiger der dynamischen Fahrgastinformation (DFI) zur Ankündigung der nächsten Abfahrten in Echtzeit

    • ein Blindenleitsystem (Rippenplatten)

    Außerdem gehört am Max-Weber-Platz ein Ticket-Automat zur Ausstattung. Eine MVG Radstation ist in unmittelbarer Nähe.

    Flurstraße: Diese Station wurde für die Tram in der Straßenmitte neu errichtet. Auch sie verfügt neben der üblichen Ausstattung über einen Ticket-Automaten. Die vorhandene Bushaltestelle am Straßenrand wurde im Rahmen des Tramprojekts barrierefrei ausgebaut; sie wird weiterhin von der StadtBus-Linie 148 (Max-Weber-Platz – Ostbahnhof – Silberhornstraße) bedient.

    Grillparzerstraße und Einsteinstraße: Die beiden Haltestellen Grillparzerstraße und Einsteinstraße bestanden bereits; sie wurden bisher nur von ein- und ausrückenden Zügen sowie im Umleitungsfall bzw. vom Bus angefahren. An der Grillparzerstraße können Fahrgäste von und zum MetroBus 54 (Münchner Freiheit – Lorettoplatz) und zum StadtBus 100 (Hauptbahnhof Nord – Ostbahnhof) umsteigen. An der Einsteinstraße besteht direkter Übergang zur MetroBus-Linie 59 (Ackermannbogen – Giesing Bf.). Dort steht auch ein Ticket-Automat.

    Am Trambetriebshof beginnt die eigentliche Neubaustrecke. Zur Anbindung der neuen Trasse an die Bestandsgleise sowie den Betriebshof haben die SWM an dessen Aus- und Einfahrt in den Sommerferien ein neues Gleisdreieck eingebaut, über welches die Züge Richtung Berg am Laim Bf. oder Richtung Max-Weber-Platz ausrücken können. Kurz hinter dem Betriebshof verschwenken die Gleise der Neubaustrecke an den Fahrbahnrand der stadtauswärts führenden Einsteinstraße; von dort geht es rechts ab in die Truderinger Straße, wo die Gleise ebenfalls am Fahrbahnrand Richtung Berg am Laim Bf. verlaufen.

    Vogelweideplatz: An der Abzweigung Einsteinstraße/Truderinger Straße wurde an der Stelle der früheren Bushaltestelle – auf Höhe des dortigen Busbetriebshofs Ost der MVG – eine komplett neue Tram-Station errichtet. Von hier sind es nur wenige Schritte zum gegenüber entstehenden Neubau-Ensemble „Bavaria Towers“, welches aus drei Büro-Türmen und einem Hotel bestehen wird und sich derzeit noch im Bau befindet. Die Ausstattung der Haltestelle umfasst auch einen Ticket-Automaten, Fahrradständer sowie eine MVG Radstation.

    Riedenburger Straße: Diese Haltestelle gab es bisher noch nicht. Sie dient der Erschließung des Gewerbegebiets Steinhausen und wird durch den geplanten Ausbau des Standorts weiter an Bedeutung gewinnen.

    Zwischen den Haltestellen Riedenburger Straße und Berg am Laim Bf. wurde an der Truderinger Straße bereits im Jahr 2014 eine ca. 200 Meter lange Stützmauer errichtet. Sie dient zur Absicherung der bestehenden Böschung zum benachbarten DB-Gelände und war Voraussetzung, um die neue Tramtrasse sowie einen Fahrradstreifen an dieser Stelle realisieren zu können.

    Berg am Laim Bf.: Genau zwischen dem S-Bahnhof Berg am Laim und dem Areal des Süddeutschen Verlags liegt die neue Endstation der Linie 25 mit dem Namen Berg am Laim Bf. Sie bietet zwei Haltestellengleise mit direkten Umsteigemöglichkeiten zu den S-Bahnlinien S2, S4 und S6 sowie den StadtBus-Linien 185 (Arabellapark – Iltisstraße), 187 (Arabellapark – Michaelibad), 190 (Messestadt Ost – Ostbahnhof/Friedenstraße) und 191 (Zamilapark – Ostbahnhof/Frieden­straße). Die Busse halten an neu ausgebauten, barrierefreien Haltestellen an der Hultschiner Straße in unmittelbarer Nähe zur Tram. Am neuen ÖPNV-Knotenpunkt gibt es auch einen Ticket-Automaten, überdachte Fahrradständer sowie eine MVG Radstation.

    Anspruchsvolle Gestaltung

    Die neue Tramtrasse wurde nicht nur durch den Einbau von Rasengleis, sondern auch darüber hinaus gestalterisch in den angrenzenden Stadt- und Straßenraum eingebunden und begrünt.

    • Wie u.a. schon bei der Neubaustrecke nach St. Emmeram (Tram 16/18) haben SWM/MVG ein schlankes Fahrleitungssystem realisiert, das besonders stadtbildverträglich ist. Es handelt sich dabei um eine so genannte Seilgleiterfahrleitung, die ohne ein zusätzliches Tragseil auskommt.

    • Baumpflanzungen auf den Warteflächen der Haltestellen entlang der Neubaustrecke akzentuieren und gliedern die Straßenbahnstrecke, kennzeichnen den Ort der Haltestelle und schaffen eine angenehme Aufenthaltsqualität. Insgesamt werden entlang der Trasse gut 100 neue Bäume gepflanzt.

    • An der Truderinger Straße ist bis zur Kreuzung mit der Riedenburger Straße begleitend zur Tramlinie auch eine durchgehende Baumreihe geschaffen worden, die ein angemessenes Pendant zur lockeren Bepflanzung der gegenüberliegenden Parkbuchten und der geplanten parkartigen Bepflanzung des direkt angrenzenden Entwicklungsquartiers „Bogenhausener Tor“ darstellt.

    • In der östlichen Truderinger Straße befinden sich künftig neben den Schienen auch breitere Randzonen mit extensiven Blumenwiesen, durch die ein stimmungsvoller Kontrast zum Rasengleis entsteht.

    • Extensive Blumenwiesen mit lockeren Baumgruppen und Einzelbäumen werden 2017 auch an der Hultschiner Straße sowie im Bereich der Wendeschleife entstehen, um dort ein attraktives Erscheinungsbild zu schaffen.

    Der an die Neubaustrecke angrenzende Straßenraum wurde umgestaltet und verbreitert, um den Anforderungen des Auto- und Lieferverkehrs im Bereich des Gewerbegebiets zu genügen. Darüber hinaus werden in der Truderinger Straße beidseitig Radverkehrstreifen angelegt, damit die Radfahrer künftig sicher und getrennt vom Autoverkehr fahren können.

    An der südlichen Einsteinstraße mussten neun Stellplätze und in der westlichen Truderinger Straße 17 entfallen. Dafür werden in der östlichen Truderinger Straße gegenüber der Kleingartenanlage (Kaninchenzuchtverein) 14 neue Parkplätze geschaffen. Gleisüberfahrten sind lediglich an der Einfahrt zum MVG-Busbetriebshof, zum Gelände des Abfallwirtschaftsbetriebs und der Kleingartenanlage erforderlich.

    Restarbeiten im Bereich der Neubaustrecke werden im kommenden Jahr noch einige Monate Zeit in Anspruch nehmen. Der genaue Zeitplan ist unter anderem von der Witterung sowie vom Fortschritt der Baumaßnahme „Bogenhausener Tor“ am Vogelweideplatz abhängig.

    Tram Steinhausen in Zahlen

    7  Haltestellen sorgen für kurze Wege von und zur Tram

    8 Minuten beträgt die Fahrtzeit ab Max-Weber-Platz

    76 Fahrleitungsmasten wurden für die Neubaustrecke aufgestellt

    100 Bäume begrünen die Haltestellen und das Umfeld der Strecke

    2.000 Meter Rasengleis sind entstanden (Einzelgleis Neubaustrecke)

    2.700 Meter Gleise umfasst die Neubautrasse insgesamt (Einzelgleis)

    7.000 Fahrgäste pro Werktag werden am stärksten Querschnitt erwartet

    8.000 Blumenzwiebeln werden entlang der Strecke insgesamt gepflanzt

    Die MVG informiert auch im Internet ausführlich über die Tram Steinhausen unter: www.tram-steinhausen.de

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