Donnerstag, 11.05.2017

    30 Jahre Niederflurbus: München war Vorreiter; Prototyp am Sonntag im Einsatz

    Die Wiege des Niederflurbusses liegt in München: Vor 30 Jahren, ab 16. Mai 1987, setzten die damaligen SWM Verkehrsbetriebe den weltweit ersten behindertengerechten Niederflur-Gelenkbus zunächst testweise auf der Linie 52 zwischen Marienplatz und Tierpark ein.

    Es handelte sich um ein viertüriges Fahrzeug, das an den vorderen beiden Türen erstmals keine Stufen mehr hatte – und an den beiden hinteren nur noch eine. Der stufenlose Einstieg war damals ein vollkommen revolutionäres Konzept, wiesen doch bis dato alle Stadtbusse an jeder Türe mindestens zwei Stufen auf. Von München aus haben die Niederflurfahrzeuge ihren weltweiten Siegeszug angetreten; heute sind sie längst eine Selbstverständlichkeit. Um das runde Jubiläum zu würdigen, organisiert die MVG zusammen mit dem Omnibus-Club München e.V. (OCM) am kommenden Sonntag, 14. Mai Pendelfahrten mit einem der ersten Niederflurbusse, und zwar zwischen Giesing Bf. und dem MVG Museum.

    Initiiert wurde das Projekt „Niederflurbus“ ursprünglich vom „Club Behinderter und ihrer Freunde“ (CBF). 1986 beschloss der Stadtrat, dass eine entsprechende Beschaffung erfolgen soll. Die SWM unterstützten das Vorhaben von Anfang an. Die Rede war damals allerdings noch nicht von einer flächendeckenden Einführung. Vielmehr sollten auf jeder Linie ein oder zwei solcher Fahrzeuge eingesetzt werden.

    Zunächst musste ein Prototyp entwickelt und gebaut werden, anhand dessen die generelle Praxistauglichkeit solcher Fahrzeuge getestet werden sollte. Nur die Firma NEOPLAN unter ihrem damaligen Geschäftsführer und Konstrukteur Dr.-Ing. Konrad Auwärter sah sich damals in der Lage, einen solchen Versuchsbus zu realisieren. Dies geschah auch. Dem ersten Fahrzeug folge schon kurz darauf ein zweiter, baugleicher Bus, mit dem auf der Internationalen Automobilausstellung im Herbst 1987 in Frankfurt das Niederflurkonzept erstmals der internationalen Fachwelt präsentiert wurde. Dort gingen bereits die ersten Bestellungen über solche Fahrzeuge (für Bremen und Gelsenkirchen) ein, etliche andere Städte zeigten großes Interesse. Es folgten weitere Prototypen und Vorserienfahrzeuge, nun auch von anderen Busherstellern. „Niederflur“ wurde zum Schlagwort der 90er-Jahre im Busbereich. 

    Pendelfahrten am Sonntag, 14. Mai
    Der zweite Prototyp war noch bis 1996 im Einsatz. Er ging dann in den Bestand des OCM über und steht in aller Regel als Ausstellungsstück im MVG-Museum. Anlässlich des runden Jubiläums wird das Fahrzeug am kommenden Sonntag, 14. Mai im Fahrgastbetrieb eingesetzt, und zwar als Shuttlebus zwischen Giesing Bf. und MVG Museum in der Ständlerstraße. Der Shuttleservice wird von ca. 10.55 Uhr (Abfahrt Giesing Bf.) bis 17 Uhr im 30-Minuten-Takt angeboten. 

    In München werden seit 1991 ausschließlich Niederflurbusse beschafft und längst besteht der gesamte Omnibusfuhrpark der MVG und ihrer Kooperationspartner ausschließlich aus Niederflurfahrzeugen – inzwischen in der dritten Generation. „Die Verkehrsbetriebe haben damals gemeinsam mit dem Fahrzeughersteller Pionierarbeit geleistet und den weltweiten Siegeszug der Niederflurtechnik mit angestoßen“, so Ingo Wortmann, MVG-Chef und SWM Geschäftsführer Verkehr. „Damit einher ging auch die Rußfiltertechnik – auch hier war München federführend. Schon der allererste Prototyp verfügte über einen solchen Filter. Das war wegweisend in Sachen Umweltschutz. Der nächste große Innovationsschritt wird die stufenweise Umstellung der Busflotte auf Elektroantrieb, sobald solche Busse serienreif verfügbar, zuverlässig einzusetzen und wirtschaftlich zu betreiben sind. Diese Entwicklung treiben wir – ähnlich wie bereits in den 80er-Jahren – wieder durch den Einsatz von Testfahrzeugen verschiedener Hersteller voran.“

    Hinweis: Fotos stehen unter www.swm.de/presse zur Verfügung.

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