Dienstag, 17.10.2017

    Elektrobusse für München: Erste Fahrzeuge einsatzbereit

    Die beiden ersten Elektrobusse für München sind einsatzbereit! Am Wochenende kommenden werden die zwei zwölf Meter langen Fahrzeuge des Herstellers Ebusco im MVG Museum erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

    Anschließend stehen weitere Einweisungen für die Fahrerinnen und Fahrer auf dem Programm, bevor die „Stromer“ im November im MVG-Busnetz in den Fahrgasteinsatz gehen sollen.

    Startschuss für eigene E-Busflotte

    Es handelt sich bei den beiden Neuen in der MVG-Flotte um die ersten rein elektrisch betriebenen Fahrzeuge für den eigenen Fuhrpark. Die sieben bisher eingesetzten Elektrobusse waren Pilotfahrzeuge von anderen Unternehmen bzw. Herstellern, die jeweils nur für einen begrenzten Zeitraum testweise in München unterwegs waren.

    Die E-Busflotte der MVG wird entsprechend der technologischen Entwicklung weiter wachsen. Eine Ausschreibung für die Beschaffung von weiteren E-Bussen ist bereits in Vorbereitung. Ende 2019 sollen genügend Fahrzeuge zur Verfügung stehen, um einerseits eine erste E-Buslinie zu betreiben. Andererseits sollen auch Fahrzeuge auf unterschiedlichen Linien mit verschiedenen Streckenprofilen eingesetzt werden, um möglichst viele Einsatzszenarien zu erproben und so die weitere Entwicklung der Technologie voranzutreiben.

    Bürgermeister Josef Schmid: „Der Elektromobilität gehört die Zukunft, und die Landeshauptsteht geht mit gutem Beispiel voran. Unser integriertes Handlungsprogramm zur Förderung der Elektromobilität in München – IHFEM – setzt Maßstäbe, auch beim ÖPNV. Die beiden neuen Fahrzeuge der MVG werden aus IHFEM-Mitteln bezuschusst. Die Stadt setzt wie auch die MVG auf Elektrobusse. Nach und nach werden wir die gesamte Busflotte elektrifizieren.“

    MVG-Buschef Ralf Willrett: „Unsere Vision ist, den gesamten MVG-Verkehr, also das komplette Angebot mit U-Bahn, Tram und Bus, zu 100 Prozent elektrisch zu betreiben. Und zwar mindestens so wirtschaftlich und so zuverlässig wie heute. Denn nur dann haben Bus und Bahn eine Chance auf möglichst viele zufriedene Fahrgäste. Und davon profitiert die Umwelt am meisten. Die technischen Möglichkeiten schreiten voran, Schritt für Schritt werden wir dieses Ziel erreichen und damit auch die Abhängigkeit vom Öl hinter uns lassen.“

    250 Kilometer Reichweite

    Die zwölf Meter langen Solobusse nutzen Lithium-Eisen-Phosphat-Akkumulatoren mit einer Kapazität von rund 300 Kilowattstunden als Energiespeicher. Die Ladung der Batterien erfolgt über Nacht im Betriebshof. Die Reichweite der Busse soll bei vollem Energiespeicher rund 250 Kilometer betragen. Unterwegs wandelt der Motor – wie auch vom Hybridbus bekannt – Bremsenergie in elektrische Energie um, die in den Akkumulatoren gespeichert wird und somit für den Betrieb des Busses zur Verfügung steht. Beide Fahrzeuge sind mit einer Hybrid-Heizung ausgestattet, die mit Strom laufen und bei Bedarf mit Diesel betrieben werden können, damit der Stromverbrauch im Bedarfsfall nicht zu Lasten der Reichweite geht.

    Die technischen Komponenten der Ebusco-Fahrzeuge:

    Akkumulatorentyp: Lithium-Eisen-Phosphat
    Akkumulatorenkapazität: 311 kWh, 90 % (= 280 kWh)  nutzbar
    Akkumulatorentausch: voraussichtlich 1 x in 12 Jahren
    Reichweite: mindestens 250 km
    Motorisierung: Elektromotor mit 150 kW Leistung
    Ladetechnik: Ladestation mit 75 kW Leistung
    Dauer der Ladung: max. 4 Std.
    Fahrgastkapazität: 28 Sitzplätze, 39 Stehplätze
    Länge: 12 Meter

    Beschaffungsgemeinschaft mit anderen Verkehrsunternehmen

    Um dem Elektrobus zum Durchbruch zu verhelfen, ist die MVG auch Partner in einer deutschlandweiten E-Bus-Beschaffungsgemeinschaft. Gemeinsam mit anderen Verkehrsunternehmen, wie z. B. der Hamburger Hochbahn und den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), wird derzeit intensiv daran gearbeitet, gemeinsame Standards für Elektrobusse und für die erforderliche Lade-Infrastruktur zu definieren. Damit entsteht die Basis für die künftig geplanten gemeinsamen Beschaffungen zusätzlicher E-Busse. Zur Finanzierung weiterer Fahrzeuge sowie der Ladeinfrastruktur setzt die MVG auch auf Fördergelder, etwa der Landeshauptstadt München sowie des Freistaats.

    Innovationspartnerschaffen mit Herstellern

    Falls sich die Fahrzeuge bewähren und der technologische Fortschritt bei den Batteriesystemen anhält, könnten ab ca. 2020 zumindest Solobusse sukzessive durch E-Busse abgelöst werden. Die MVG benötigt für diesen Schritt, wie alle anderen ÖPNV-Betreiber auch, zuverlässige und ausgereifte Fahrzeuge zu vertretbaren Preisen. Die für die Beschaffung in größeren Stückenzahlen notwendigen Produktionskapazitäten werden derzeit von der Fahrzeugindustrie geschaffen. Beispielsweise streben deutsche Hersteller an, 2018 oder 2019 mit Vorserienfahrzeugen auf den Markt zu kommen.

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