Dienstag, 03.04.2018

U-Bahnhof Sendlinger Tor: Künftiges Erweiterungsbauwerk wird "angedockt"

Der Umbau des U-Bahnhofs Sendlinger Tor steht kurz vor dem (ersten) Durchbruch: Von April bis August 2018 schließen die Stadtwerke München (SWM) das künftige Erweiterungsbauwerk an der Blumenstraße (Ecke Wallstraße) an den bestehenden Bahnhof an.

Dazu werden aus der großen Baugrube, in der das Erweiterungsbauwerk derzeit entsteht, direkte Verbindungen zur Ebene der U-Bahnlinien U1 und U2 hergestellt.

Vorgesehen sind zwei Durchbrüche, einer zum südlichen Ende des stadtauswärtigen Bahnsteigs der U1/U2 (Fahrtrichtung Fraunhoferstraße), der andere zum südlichen Ende der stadteinwärtigen Seite (Fahrtrichtung Hauptbahnhof). Dort haben Fahrgäste in Zukunft die Möglichkeit, die Bahnsteigebene der U1/U2 zu verlassen oder zu betreten, ohne auf den heute oft überlasteten Zugang in den Bahnsteigmitte angewiesen zu sein. Das zweite Erweiterungsbauwerk entsteht an den nördlichen Enden der beiden U1/U2-Bahnsteige (Sonnenstraße, direkt am Sendlinger-Tor-Platz); dort sollen die beiden Durchbrüche im Herbst 2018 hergestellt werden.

Die Bauarbeiten zur Herstellung der Verbindungen zwischen Neu- und Altbauten sind lärmintensiv, weil jeweils die neu hergestellte Bohrpfahlwand des künftigen Erweiterungsbauwerks, der im Arbeitsbereich vereiste Baugrund (siehe Kasten unten) und die Bestandswand durchbrochen werden müssen. Sie sollen noch im Laufe dieser Woche beginnen, zunächst am südlichen Ende von Gleis 1 (stadteinwärts/Richtung Hauptbahnhof). Für jeden der zunächst zwei herzustellenden Durchbrüche sind rund 20 Tage in versetzten Blöcken vorgesehen, an denen voraussichtlich rund um die Uhr gearbeitet wird. Die Geräuschentwicklung wird vor allem die Fahrgäste im U-Bahnhof Sendlinger Tor beeinträchtigen; diese werden mittels Aushängen informiert und um Verständnis gebeten. Ferner sind die direkten Anlieger des Bahnhofs betroffen. Sie wurden bereits im Vorfeld über die absehbaren Beeinträchtigungen unterrichtet. Weitere Infos unter: www.mvg.de

Vereisung

Die größte Herausforderung beim Bau der Erweiterungsbauwerke besteht darin, in rund 20 Metern Tiefe den Anschluss der Neubauten an die bestehenden U-Bahnröhren zu bewerkstelligen. Dies wird – wie etwa bei der Erweiterung des U-Bahnhofs Marienplatz vor einigen Jahren – bergmännisch im Schutze einer Vereisung des Baugrunds geschehen.

Die Baugrundvereisung ist ein Bauverfahren im Tiefbau, bei dem das im Baugrund befindliche Porenwasser durch den kontinuierlichen Entzug von Wärmeenergie so weit abgekühlt, dass dieses temporär gefriert. Als Kälteträger wird eine Sole (wässrige Salzlösung) verwendet, welche durch Kälteaggregate auf Temperaturen von –30°C bis –38°C abgekühlt und mit Kreiselpumpen durch isolierte Rohrleitungen und Gefrierrohre im Kreislauf gefördert wird. Dadurch entstehen um die Gefrierrohre zylinderförmige Frostkörper, die sich mit den Gefrierkörpern der benachbarten Gefrierrohre verbinden. Der gefrorene Baugrund wird verfestigt und wasserundurchlässig. Der Vorteil  des Verfahrens liegt im hohen Sicherheitsniveau aufgrund der absoluten Dichtigkeit des Frostkörpers.

Die Ausdehnung des Frostkörpers wird messtechnisch mittels Temperaturfühlern zuverlässig überwacht. Insgesamt werden zum Anschluss der beiden neuen Erweiterungsbauwerke vier Durchbrüche mit etwa 3.000 Metern Gefrier- und Temperaturmessbohrungen und einem Frostkörpervolumen von 1.200 m³ gefrorenem Boden hergestellt.

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