Donnerstag, 26.07.2018

Luftreinhaltung: MVG ist Vorreiter; noch sauberer wird’s mit noch mehr ÖPNV

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) begrüßt den gestern im Stadtrat verabschiedeten Masterplan zur Luftreinhaltung und das damit verbundene Bekenntnis zur Verkehrswende in München. Der Masterplan beinhaltet eine Vielzahl an verkehrlichen Vorhaben, die einen Beitrag zur Schadstoffreduzierung in der Luft leisten sollen. Es geht um insgesamt 127 Einzelmaßnahmen in zwölf Paketen. Die Landeshauptstadt reicht den Plan bis 31. Juli 2018 als Grundlage für mögliche Förderzusagen gemäß „Sofortprogramm Saubere Luft 2017-2020“ beim Bund ein.

NOx: Bus auf Pkw-Niveau
Die MVG hält die Luft in München schon heute rein: U-Bahn und Tram fahren mit Ökostrom und damit bereits komplett emissionsfrei. Sie machen 80 Prozent des MVG-Angebots aus. Auch die Busflotte schützt das Klima: Ein moderner Euro-VI-Gelenkbus der MVG emittiert genauso viel NOx wie ein einzelner Diesel-Pkw. Pro Person und Kilometer kommt der Bus bei 20 Fahrgästen auf ca. 30 mg NOx-Ausstoß, der Diesel-Pkw mit durchschnittlich 1,3 Insassen dagegen auf ca. 414 mg, also das 14-fache. Im Berufsverkehr mit 100 und mehr Fahrgästen an Bord ist der NOx-Vorteil der Busse noch wesentlich größer. 

Verkehrsanteile: Bus effizient
Dass Handlungsdruck vor allem im Individualverkehr besteht, zeigen auch die Verkehrsanteile: Die durchschnittliche Tagesfahrleistung der gesamten MVG-Busflotte von ca. 102.000 Fahrzeugkilometern entspricht einem Anteil von 1,7 Prozent am Kfz-Verkehr im Bereich des Mittleren Rings (Ring inklusive); sie spielt deswegen – selbst bei einer massiven Steigerung des Busmobilität über die nächsten Jahre – in Bezug auf Schadstoffemissionen eine unwesentliche Rolle. Schon heute entlasten die mehr als 200 Millionen Busfahrgäste/Jahr die Straßen auch im Sinne der Luftreinhaltung. Bereits 40 Prozent der Busse haben Euro VI; bis ca. 2020 soll der Rest der Busflotte umgestellt werden. Ziel ist, gleichzeitig die Zahl der Elektrobusse kontinuierlich zu steigern (40 Fahrzeuge sind aktuell ausgeschrieben). Die MVG peilt die weitgehende Elektrifizierung ihres Busnetzes bis ca. 2030 an, wenn entsprechende, auch kapazitätsstarke Gelenkbusse und Buszüge mit hoher Reichweite von der Industrie zur Verfügung gestellt werden. Die Fahrzeugflotten der MVG werden im Zielzustand zu 100 Prozent emissionsfrei und unabhängig von nur begrenzt vorhandenen Energieträgern unterwegs sein.

Finanzierung sicherstellen!
Aufgrund des für München prognostizierten Verkehrs- und Bevölkerungswachstums ist eine nachhaltige stadtweite Reduzierung der NOx-Belastung nur zu erreichen, wenn kurzfristig umsetzbare Maßnahmen gemäß Sofortprogramm durch einen massiven Ausbau des ÖPNV-Angebots ergänzt werden. Mit der von der Landeshauptstadt initiierten ÖPNV-Offensive wurden erste wichtige Weichen gestellt. Allerdings muss die Finanzierung von mittel- und langfristig geplanten Ausbauvorhaben wie etwa der U9-Spange noch geklärt werden. Die Kosten für diese Projekte können nicht von der Landeshauptstadt und der MVG allein getragen und auf die Fahrpreise umgelegt werden. Daher ist eine weitere Aufstockung der bestehenden staatlichen Fördermittel (z.B. im Rahmen des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes) unumgänglich.

Für München lebenswichtig
MVG-Chef Ingo Wortmann: „Der weitere Ausbau des ÖPNV ist die beste Versicherung gegen schlechte Luft und Dauerstau auf unseren Straßen. Mehr Busspuren, zusätzliche Tramstrecken und neue U-Bahntunnel machen den ÖPNV attraktiver, leistungsstärker und konkurrenzfähig gegenüber dem Auto. Ziel aller Akteure muss sein, den ÖPNV-Anteil am Gesamtverkehr deutlich zu erhöhen. Wenn das – auch weit über den begrenzten zeitlichen Rahmen des Masterplans hinaus – in einer gemeinsamen Kraftanstrengung gelingt, profitieren wir am Ende von sauberer Luft, weniger Autoverkehr und weniger Staus. Für große Städte wie München ist der weitere massive ÖPNV-Ausbau lebenswichtig.“

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