Freitag, 18.05.2018

Neue Mobilität für München: Der Tiger ist los!

Zum Pressegespräch mit Ingo Wortmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), Projektleiter Andreas Steinbeißer und Dr. Tom Kirschbaum, Gründer und Geschäftsführer von door2door am 18. Mai 2018 in der SWM Zentrale

  • On-Demand-Service MVG IsarTiger in den Startlöchern
  • Testbetrieb mit Abo-Kunden im Stadtzentrum ab Juni 
  • Partnerschaft mit Technologie-Unternehmen door2door  
     

Zum Pressegespräch mit Ingo Wortmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), Projektleiter Andreas Steinbeißer und Dr. Tom Kirschbaum, Gründer und Geschäftsführer von door2door am 18. Mai 2018 in der SWM Zentrale

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) baut den individuellen öffentlichen Nahverkehr in München weiter aus: Als Ergänzung zu U-Bahn, Tram und Bus, MVG Rad und CarSharing schickt der städtische Mobilitätsanbieter ab Mitte Juni den MVG IsarTiger ins Rennen. 

Die MVG bringt den On-Demand-Service in München gemeinsam mit dem Tech-nologie-Partner door2door aus Berlin auf die Straße. Als Fahrzeuge sollen VW Caddys mit Erdgasantrieb (CNG) zum Einsatz kommen, zunächst innerhalb eines Pilotprojekts in einem Testgebiet zwischen der Innenstadt und dem Münchner Westen.

Per App ans Ziel
Der MVG IsarTiger ist ein neues Ridesharing-Angebot – ein flexibler Mobilitätsser-vice, der sich ganz nach persönlichem Bedarf anfordern lässt. Der Kunde nutzt sein Smartphone, um mit der MVG IsarTiger App eine Fahrt zu buchen. Passagiere und Fahrzeuge, die optimal zueinander passen, werden innerhalb weniger Milisekunden miteinander gepaart. Linienwege und Fahrpläne gibt es nicht. Die genaue Fahrroute legt ein Algorithmus unter Berücksichtigung von Buchungen weiterer Kunden fest, so dass sich die Kunden Fahrten teilen und die Fahrzeuge optimal ausgelastet werden.

Die Software-Lösung für den MVG IsarTiger stellt das Berliner Technolo-gieunternehmen door2door zur Verfügung. Diese ermöglicht es der MVG, den Ridesharing-Service selbst zu betreiben und das bestehende Mobilitätsangebot zu ergänzen.

Fahrgast führt Regie
Ingo Wortmann, Vorsitzender der MVG-Geschäftsführung: „On-Demand-Services sind im Prinzip keine neue Idee. Flexible Bedienkonzepte wie Anrufsammeltaxis (AST) und Rufbusse gab und gibt es im ÖPNV bundesweit. Neue Möglicheiten ergeben sich aber durch die Bestellmöglichkeiten und die Abwicklung über Apps. Da sehen wir große Entwicklungspotenziale.“ Wortmann weiter: „Bei On-Demand-Lösungen führt der Fahrgast die Regie. Er bestellt sich mit seinem Smartphone Mobilität nach Maß, anstatt sich an einem Fahrplan und Linienweg orientieren zu müssen. Solche Angebote auf Abruf komplettieren die Wege in der Stadt von A nach B. Sie schließen damit auch Lücken, die der klassische ÖPNV nicht schließen kann, und sind damit ein wichtiger Schritt der MVG auf dem Weg zum integrierten Mobilitätsdienstleister der Landeshauptstadt München.“

Auch Autofahrer, die bisher keine Stammnutzer des klassischen ÖPNV sind, soll der MVG IsarTiger überzeugen und sie sicher, bequem und umweltfreundlich durch die Stadt chauffieren. Jeder Pkw steht im Mittel fast 23 Stunden pro Tag. Service-on-Demand setzt dagegen darauf, dass dank cleverer digitaler Lösungen die Einsatzzeit der Fahrzeuge optimiert wird – und aus „Stehzeugen“ Fahrzeuge werden. Das langfristige Ziel: weniger Autos, die besser gemeinsam und letztlich günstiger genutzt werden – ein Beitrag für mehr Lebensqualität in einer smart or-ganisierten Stadt.

„Als eine der ersten Metropolen Europas bringt München ein dynamisches On-Demand Rideshare Service auf die Straße und zeigt damit, wie sich der ÖPNV um smarte, bedarfsgerechte Angebote erweitern lässt”, so Dr. Tom Kirschbaum, Gründer und Geschäftsführer von door2door. „Wir freuen uns, dass die MVG mit-hilfe unserer Technologie diese neue Form des Nahverkehrs anbietet und wir ge-meinsam dazu beitragen, den Verkehr in der Stadt nachhaltig zu reduzieren und die Lebensqualität der Bürger zu verbessern.”

Der MVG IsarTiger pirscht sich in drei Stufen an:

  • Stufe 1 ist ein Vorab-Test mit geschlossenem Nutzerkreis, der rund drei Mo-nate läuft. Start wird Mitte Juni 2018 sein. IsarCard-Abonnenten, die bereits Kunden der MVG sind, werden zur freiwilligen Teilnahme am Vorab-Test ein-geladen. Sie dürfen den MVG IsarTiger zunächst kostenlos nutzen, während die MVG als Betreiber die Erfahrungen und Mobilitätsbedürfnisse der Kunden kennenlernt. Eine Marktforschung begleitet den Vorab-Test.
  • In Stufe 2, voraussichtlich ab Herbst 2018, erfolgt die Erprobung öffentlich bis Mitte 2020. Jetzt hat jeder die Möglichkeit, mit dem neuen MVG-Service – dann kostenpflichtig – durch das Bediengebiet in München zu tigern. In diesem Zeitraum kann es auch zu Anpassungen des Bediengebietes und der Einsatz-zeiten kommen – je nachdem, wie sich die Nachfrage entwickelt.
  • Stufe 3 wäre der Regelbetrieb, wenn sich das neue Angebot im Rahmen der Testläufe als sinnvoll und erfolgreich erwiesen hat und ein wirtschaftlicher Betrieb möglich erscheint. Als Ergänzung zum bestehenden ÖPNV strebt die MVG eine Genehmigung als Linienverkehr nach dem Personenbeförderungsgesetz an. Die Abstimmung mit den Behörden findet derzeit statt.

Für die Erprobung des neuen Angebots in Stufe 1 und 2 hat die MVG folgendes Konzept entwickelt:

  • Bediengebiet: Der MVG IsarTiger soll zunächst in einem Gebiet westlich des Stadtzentrums buchbar sein, das etwas über den Mittleren Ring hinausreicht (siehe Karte). Es erstreckt sich unter anderem über das belebte Gärtnerplatz-viertel sowie rund um den Rotkreuzplatz. Die MVG erwartet, in diesem Test-gebiet möglichst viele Kunden gewinnen und Fahrten anbieten zu können. Ziel ist, Software, Abrechnung, Kundenprozesse und die Betriebsabwicklung „unter Volldampf“ zu testen. Eine Änderung oder Erweiterung des Testgebiets in der Erprobungsphase ist nicht ausgeschlossen.
  • Servicezeiten: Der neue Fahrdienst wird in Stufe 1 (Vorab-Test) zunächst an Samstagabenden angeboten – zur klassischen Ausgeh-Zeit von 19 Uhr bis 2 Uhr nachts. Auch die Einsatzzeiten werden im Betatest erprobt und hinterfragt. Ab Stufe 2 soll der MVG IsarTiger auch am Freitagabend fahren.
  • Startpunkte und Ziele: Start der gewählten Verbindung ist immer ein MVG-Haltepunkt im Bediengebiet. Die App zeigt dem Kunden dabei den kürzesten Fußweg zum nächsten ÖPNV-Haltepunkt an. Das kann ein U-Bahnabgang, eine Tram- oder Bushaltestelle sein. Im Bediengebiet sind aktuell rund 450 Startpunkte vorgesehen. Auch das individuelle Ziel des Kunden muss im fest-gelegten Revier des MVG IsarTigers liegen. Der Kunde kann auf der Karte der App genau verfolgen, wo sich „sein“ Fahrzeug gerade befindet und wie lange es noch bis zum vereinbarten Abholpunkt braucht. Das Aussteigen bei der Zieladresse ist grundsätzlich überall da erlaubt, wo ein gesicherter Ausstieg des Kunden gewährleistet ist. 
  • Fahrzeuge: Zum Start hat die Flotte eine Größe von rund 20 Fahrzeugen. Diese besteht aus VW Caddys mit Erdgas-Antrieb (CNG) und Platz für bis zu sechs Fahrgäste sowie – während der Testphase – auch aus VW eGolfs und BMW i3, bei denen bis zu drei Personen mitfahren können.
  • Bedienung: Die Registrierung der Kunden sowie die Nutzung des Services erfolgt über eine App. Diese wird kostenlos für die Betriebssysteme Android und iOS verfügbar sein. Der Kunde nutzt die App, um sich einmalig zu registrieren und dann nach Belieben den MVG IsarTiger zu rufen.
  • Kosten: Für den Service gilt – nach dem kostenlosen Vorab-Test, also ab Stufe 2 – ein eigener Tarif. Dieser wird sich aus einer Grundpauschale und einem Kilometerpreis zusammensetzen und preislich zwischen MVV-Tarif und Taxitarif liegen. Mitfahrer innerhalb einer Buchung zahlen pauschal die Hälfte. IsarCardAbo-Kunden der MVG erhalten Sonderkonditionen. Nach Beendigung der Fahrt bekommt der Nutzer eine Rechnung per E-Mail, die Zahlung erfolgt über die im Kundenkonto hinterlegte Bankverbindung. 
     

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ist der kommunale Mobilitätsdienstleister der bayerischen Landeshauptstadt München. Die MVG betreibt U-Bahn, Bus und Tram sowie das Mietradsystem MVG Rad, ergänzt um weitere Mobilitätsangebote wie CarSharing. Die kostenlosen Apps MVG Fahrinfo München und MVG more vernetzen alle Services. Rund 600 Millionen Kunden pro Jahr sind mit der MVG in München ganz einfach mobil.

door2door ist ein weltweit agierendes Technologieunternehmen für intermodale Mobilität. Eine flexible und lizenzierbare Mobilitätsplattform ermöglicht Städten und ihren lokalen Verkehrsunternehmen aktuelle Verkehrsprobleme zu lösen. Mit digi-talisierten Bedarfsverkehren – sog. On-Demand ÖPNV –, der in das bestehende Verkehrsnetz integriert ist, wird der Nahverkehr innovativ erweitert. Das Unter-nehmen mit Büros in Berlin, Porto Alegre (Brasilien) und Los Angeles (USA) ist Mitglied des World Economic Forums sowie der UITP und wurde von Frost & Sul-livan zur “European Company of the Year” ernannt.

Weitere Informationen im Internet unter: www.mvg.de/isartiger 

Hinweis: Fotos/Grafiken stehen unter www.swm.de/presse zur Verfügung.

Herausgeber

Stadtwerke München GmbH
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Redaktion

Pressereferent Bereich MVG
Matthias Korte
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