Freitag, 05.10.2018

MVG IsarTiger: Testbetrieb erfolgreich angelaufen

Zum Pressegespräch mit Ingo Wortmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), und Projektleiter Andreas Steinbeißer am Freitag, 5. Oktober 2018, 11:00 Uhr, in der SWM Zentrale

Der MVG IsarTiger erobert sein Test-Revier in München: Das neue RideSharing-Angebot der MVG wird seit Juli 2018 erprobt und funktioniert bisher reibungslos, technisch wie betrieblich. Auch bei den Kunden kommt der On-Demand-Service laut Befragungsergebnissen sehr gut an. In Stufe 1 testet ein geschlossener Nutzerkreis (persönlich eingeladene Abokunden der MVG) den MVG IsarTiger derzeit noch kostenlos. In Stufe 2 ist eine öffentliche Erprobung voraussichtlich ab Januar 2019 geplant. 

Die Idee: Der Fahrgast führt Regie
Der MVG IsarTiger bietet individuelle Mobilität nach Maß: Der Kunde nutzt sein Smartphone, um mit der MVG IsarTiger App eine Fahrt ganz nach persönlichem Bedarf zu buchen. Ausgangspunkt jeder Fahrt ist immer eine MVG-Haltestelle, feste Linienwege und Fahrpläne gibt es hingegen nicht. Passagiere und Fahrzeuge, die optimal zueinander passen, werden innerhalb weniger Millisekunden miteinander gepaart. Die genaue Fahrroute legt ein Algorithmus unter Berücksichtigung weiterer Buchungen fest, so dass sich die Kunden Fahrten teilen. Solche Angebote auf Abruf sollen die Wege in der Stadt von A nach B komplettieren. Sie können Lücken im klassischen ÖPNV schließen und damit einen wichtigen Baustein im gesamtstädtischen MVG-Angebot darstellen.

Die Zwischenbilanz: Der Tiger packt’s …
Der MVG IsarTiger pirscht seit 7. Juli 2018 durch sein Test-Revier westlich der Münchner Innenstadt. Wie geplant wurden bis zum Oktoberfest elf Betriebstage absolviert, immer samstags von 19 Uhr bis 2 Uhr. Dabei kamen zwischen sechs und zehn Fahrzeuge zum Einsatz, und zwar eGolfs, T6 und ein kleiner Caddy. Pro Abend nutzten bis zu 150 Fahrgäste den MVG IsarTiger. Die Fahrzeuge legten bis zu 90 Fahrten zurück und die Auslastung betrug unter den Rahmenbedingungen des Testbetriebs bis zu 40 Prozent. 

Die Wartezeit bis zum Eintreffen des bestellten Fahrzeugs lag in der Regel zwischen sechs und acht Minuten, die durchschnittliche Fahrzeit zwischen zehn und 12 Minuten. Dies entsprach einer zurückgelegten Wegstrecke von etwa vier bis fünf Kilometern je Fahrgast. Die betriebliche Organisation lief mit Unterstützung der MVG Leitstelle von Anfang an rund – und auch die Technik spielte mit. Die MVG IsarTiger App für die Kunden funktioniert ebenso wie die FahrerApp und das DispatcherTool für den Disponenten in der Leitstelle. Die eingesetzte Software-Lösung für den MVG IsarTiger stellt das Berliner Technologieunternehmen door2door zur Verfügung, mit dem die MVG eng kooperiert.

Die Meinung der Kunden
Der Testbetrieb in Stufe 1 wurde an zehn Tagen von Interviewern begleitet. Sie befragten insgesamt 179 Fahrgäste an Bord des MVG IsarTigers. Als Zweck ihrer Fahrt gab ein Drittel aller Befragten den Besuch einer Gaststätte, Kneipe oder eines Clubs an. Über ein Fünftel der Fahrten waren Heimwege aus der Stadt. 93% aller Befragten zeigten sich mit der Bedienbarkeit der IsarTiger App (sehr) zufrieden. Häufigster Verbesserungsvorschlag war, den Abholort genauer erkennbar zu machen, insbesondere die Straßenseite. 

97% aller Befragten waren mit der Wartezeit (sehr) zufrieden. 55% bewerteten ihre Fahrt als sehr gut und ein weiterer großer Anteil mit gut. 88% der Befragten würden den neuen MVG-Service im regulären Betrieb (sehr) wahrscheinlich nochmal nutzen, 89% ihn weiterempfehlen. Als Hauptgrund für die Nutzung des MVG IsarTigers war Neugierde: Die meisten Testkunden wollten den neuen Service einfach ausprobieren.  Das Servicemodell „Haltestelle zum Wunschziel“ hat sich dabei bewährt.

Der Zeitplan: Stufe 1 wird verlängert
Der MVG IsarTiger pirscht sich in drei Stufen an: Stufe 1 ist ein Vorab-Test mit geschlossenem Nutzerkreis, der ursprünglich bis zum Oktoberfest laufen sollte. IsarCard-Abonnenten, die bereits Kunden der MVG sind, wurden im Juni 2018 zur freiwilligen Teilnahme am Vorab-Test eingeladen. Sie durften den MVG IsarTiger an den bisher durchgeführten Testtagen kostenlos nutzen. 


Der Vorab-Test – Stufe 1 – wird nun über das Oktoberfest hinaus bis Ende 2018 verlängert. Grund dafür ist, dass die bestellten Fahrzeuge (VW Caddys mit 6 Fahrgastplätzen) nicht geliefert werden und der MVG IsarTiger damit bis auf weiteres mit einer provisorischen Fahrzeugflotte auskommen muss. Nächster Testtag ist Samstag, der 13. Oktober. Am Samstag, den 22. Dezember 2018, soll die letzte Fahrt mit geschlossenem Nutzerkreis stattfinden. Gefahren wird wie bereits bisher immer samstags von 19 Uhr bis 2 Uhr. Eine Kooperation mit den Münchner Taxizentralen ist in Vorbereitung.


In Stufe 2, voraussichtlich ab 19. Januar 2019, erfolgt die Erprobung öffentlich bis Ende 2020. Dann hat jeder die Möglichkeit, mit dem neuen MVG-Service – nun kostenpflichtig – durch das Bediengebiet in München zu tigern. In diesem Zeitraum kann es auch zu Anpassungen des Bediengebietes und der Einsatzzeiten kommen – je nachdem, wie sich die Nachfrage entwickelt.

Stufe 3 wäre der Regelbetrieb, wenn sich das neue Angebot im Rahmen der Testläufe als sinnvoll und erfolgreich erwiesen hat und ein wirtschaftlicher Betrieb möglich erscheint. Als Ergänzung zum bestehenden ÖPNV strebt die MVG eine Genehmigung als Linienverkehr nach dem Personenbeförderungsgesetz an.

MVG-Chef Ingo Wortmann: „Unser IsarTiger-Team ist an den ersten elf Testtagen bereits zu einer eingeschworenen Gemeinschaft geworden, die Feuer und Flamme ist, den MVG IsarTiger dauerhaft in München zu etablieren. Dazu passt auch die sehr positive Resonanz der Kunden. Wenn der Vorab-Test nun in die Verlängerung geht, werden wir unsere Marktforschung fortsetzen und zusätzliche Erfahrungen sammeln. Richtig spannend wird freilich die Stufe 2, in die wir im Januar 2019 einsteigen wollen. Sie wird darüber entscheiden, wie gut der dann kostenpflichtige Service tatsächlich genutzt wird – und zu welchem Zweck. Wir wollen mit dem MVG IsarTiger den ÖPNV ergänzen und damit insgesamt noch attraktiver machen. Mit On-Demand-Angeboten wird auch individuelle Mobilität für unsere Kunden teilbar. Das kann dazu beitragen, das eigene Auto verzichtbar zu machen  und damit ein wichtiger Schritt Richtung Verkehrswende in München sein.“

Projektleiter Andreas Steinbeißer: „Wir freuen uns, dass uns der Start gut gelungen ist. Toll ist auch, dass die Kunden den MVG IsarTiger gerne rufen und mit unserem Angebot zufrieden sind, obwohl wir mangels Auslieferung noch nicht mit den richtigen Fahrzeugen fahren können. Wir werden den Testbetrieb mit unseren Abokunden daher bis Ende 2018 fortsetzen. Vorerst wird sich auch noch nichts am Testgebiet oder an den Einsatzzeiten ändern. Allerdings freuen wir uns, dass wir sehr viel positives Feedback und viele Vorschläge erhalten. Alle Wünsche und Ideen fließen in unsere Überlegungen für die weitere Ausgestaltung ein.“ 

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ist der kommunale Mobilitätsdienstleister der bayerischen Landeshauptstadt München. Die MVG betreibt U-Bahn, Bus und Tram sowie das Mietradsystem MVG Rad, ergänzt um weitere Mobilitätsangebote wie CarSharing. Die kostenlosen Apps MVG Fahrinfo München und MVG more vernetzen alle Services. Rund 600 Millionen Kunden pro Jahr sind mit der MVG in München ganz einfach mobil.

door2door ist ein weltweit agierendes Technologieunternehmen für intermodale Mobilität. Eine flexible und lizenzierbare Mobilitätsplattform ermöglicht Städten und ihren lokalen Verkehrsunternehmen aktuelle Verkehrsprobleme zu lösen. Mit digitalisierten Bedarfsverkehren – sog. On-Demand ÖPNV –, der in das bestehende Verkehrsnetz integriert ist, wird der Nahverkehr innovativ erweitert. Das Unternehmen mit Büros in Berlin, Porto Alegre (Brasilien) und Los Angeles (USA) ist Mitglied des World Economic Forums sowie der UITP und wurde von Frost & Sullivan zur “European Company of the Year” ernannt.

Weitere Informationen im Internet unter: www.mvg.de/isartiger

Hinweis: Fotos/Grafiken stehen auch unter www.swm.de/presse zur Verfügung. 

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