Dienstag, 08.10.2019

Ridepooling im Münchner ÖPNV

Der MVG IsarTiger erschließt die Parkstadt Schwabing On Demand und door2door liefert die branchenerprobte Plug- & Play-Lösung. Die Landeshauptstadt München finanziert das neue Angebot mit.

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) erweitert ihr Ridepooling-Revier: Gemeinsam mit dem branchenerfahrenen Partner door2door und der Landeshauptstadt München bringen die kommunalen Mobilitätsmacher ihren On-Demand-Service „MVG IsarTiger“ vorbehaltlich der Zustimmung durch die Regierung von Oberbayern neu in die Parkstadt Schwabing. Das Ridepooling-Angebot mit Fahrzeugen der Caddy-Klasse soll das Quartier im Münchner Norden ab Mitte Dezember 2019 erschließen. Die MVG vertieft mit dem neuen Projekt ihre erfolgreiche Kooperation mit door2door aus Berlin. Die Landeshauptstadt München wird die Betriebskosten mitfinanzieren und damit einen wichtigen Beitrag zur weiteren Verbesserung des Münchner ÖPNV-Angebots leisten.

On Demand von A nach B
In der Parkstadt Schwabing richtet sich der MVG IsarTiger insbesondere an die Beschäftigten der dort ansässigen Unternehmen, Geschäftsleute und Anrainer. Er soll etwa 12.000 Arbeitsplätze und ca. 6000 Anwohner erreichen und mit den umliegenden Knoten von U-Bahn, Bus, Flughafen-Expressbus und Tram verknüpfen. Durch die enge Bebauung und Straßenführung ist eine engmaschige Bedienung mit dem klassischen ÖPNV nicht in gleicher Weise realisierbar. Das neue On-Demand-Angebot wird auch einen Beitrag dazu leisten, den Individualverkehr sowie den Parkdruck in der Parkstadt Schwabing zu reduzieren. Zudem stellt es einen attraktiven Baustein für das betriebliche Mobilitätsmanagement der ortsansässigen Unternehmen dar. Die Fahrzeuge sollen rund 40 klassische und virtuelle Haltestellen bedienen. Der Ridepooling-Verkehr in der Parkstadt Schwabing muss von der Regierung von Oberbayern genehmigt werden. Die Abstimmung dazu läuft.

Der MVG IsarTiger soll in der Parkstadt Schwabing zunächst montags bis freitags von ca. 6 Uhr bis 20 Uhr fahren. Bei entsprechender Nachfrage können die Betriebszeiten erweitert werden.

Erfahrene Partner für die Verkehrswende
„Unser neues Projekt in der Parkstadt Schwabing zeigt, wie sich Ridepooling in urbanen Zentren intelligent mit Bussen und Bahnen vernetzen lässt“, sagt Ingo Wortmann, Vorsitzender der MVG-Geschäftsführung. „Mit door2door steht uns dabei ein Technologiespezialist zur Seite, der den ÖPNV als Partner versteht. Die Plattform funktioniert als branchenerprobte Plug- & Play-Lösung und ermöglicht dem ÖPNV die Eroberung der ersten und letzten Meile. Unsere Branche gewinnt damit neue Dynamik auf dem Weg zur Mobilitätswende. Integrierte Lösungen unter kommunaler Regie wie unser Münchner Modell sind der richtige Ansatz, um neue Bedienformen vernünftig auf die Straße zu bringen und in die gewachsenen ÖPNV-Netze einzubinden.“

door2door ist deutscher Marktführer und Technologie-Spezialist für Ridepooling. Das Berliner Unternehmen stellt eine Mobilitätsplattform zur Verfügung, um innovative Ridepooling-Angebote tief in den Nahverkehr integriert anzubieten. Die Navigation der Fahrzeuge wird auf Basis intelligenter Algorithmen durchgeführt und über eine mobile App dem Fahrer angezeigt. Fahrgäste erhalten eine mobile App, um sich ihren Shuttle individuell zu buchen. Das Verkehrsunternehmen erhält eine integrierte Betriebssteuerung, um das Ridepool-System zu managen und eine hohe Bündelung und Auslastung der Fahrzeuge sicherzustellen. door2door unterstützt zudem durch umfangreiche Consulting-Leistungen, Analysen und Simulationen, die auf Erfahrungen aus zahlreichen Projekten mit Partnern der öffentlichen Hand resultieren.

Individuelle Mobilität auf Bestellung
Der MVG IsarTiger bietet individuelle Mobilität nach Maß: Der Kunde nutzt sein Smartphone, um per App eine Fahrt ganz nach persönlichem Bedarf zu buchen. Ausgangspunkt jeder Fahrt ist immer eine MVG-Haltestelle, festgelegte Routen und vorgegebene Fahrpläne gibt es nicht. Die genaue Fahrroute legt ein Algorithmus unter Berücksichtigung weiterer Buchungen fest. Fahrtwünsche, die gut zueinander passen, werden gebündelt, und die Passagiere teilen sich dann die Fahrt.

In München testet die MVG Ridepooling in Zusammenarbeit mit door2door seit Juli 2018. Seit Juni 2019 wird ein symbolisches Entgelt verlangt. Die Fahrzeuge tigern seitdem an drei Abenden pro Woche durch ein 120 Quadratkilometer großes Revier zwischen Pasing und Trudering sowie Freimann und Giesing. Die Nachfrage liegt mittlerweile bei bis zu 8.000 Anfragen pro Abend. Pooling-Quote und Auslastung haben kontinuierlich zugelegt und zeigen, dass eine große Nachfrage besteht. Eine Zusammenarbeit mit dem Taxigewerbe ist geplant.

Flexible Einsatzzwecke
MVG-Chef Ingo Wortmann: „Ridepooling hat aus unserer Sicht großes Potenzial, um den ÖPNV noch bedarfsgerechter und attraktiver zu gestalten. So könnte der MVG IsarTiger künftig auch in Stadtrandgebieten zur festen Größe im MVG-Angebot werden oder unser Nachtnetz bereichern. Die Fahrzeuge der Caddy-Klasse eignen sich aber auch, um in geeigneten Zeitfenstern außerhalb der Pooling-Zonen als Shuttle für bestimmte Zielgruppen eingesetzt zu werden. Mittelfristig soll sich unser Tiger auf diese Weise als eigene Mobilitätssparte neben U-Bahn, Trambahn und Bus etablieren.“

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ist der kommunale Mobilitätsdienstleister der bayerischen Landeshauptstadt München. Die MVG betreibt U-Bahn, Bus und Tram sowie das Mietradsystem MVG Rad, ergänzt um weitere Mobilitätsangebote wie CarSharing. Die kostenlosen Apps MVG Fahrinfo München und MVG more vernetzen alle Services. Rund 600 Millionen Kunden pro Jahr sind mit der MVG in München ganz einfach mobil.

door2door ist Marktführer für Ridepooling im städtischen und ländlichen Nahverkehr. Das Technologieunternehmen bietet eine Ridepool Mobilitätsplattform, Verkehrsanalysen & Simulationen für Städte, Kommunen und Verkehrs-unternehmen. Ziel ist ein Nahverkehr, so komfortabel wie das private Auto. Gemeinsam mit Städten werden dafür neue On-Demand Ridepool Angebote im Nahverkehr integriert. Im Ergebnis werden Fahrten gebündelt, die Qualität und das Angebot des Nahverkehrs erhöht, um Staus und Emissionen zu reduzieren.

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