Dienstag, 28.04.2020

U-Bahnstation Sendlinger Tor: Etappenziel erreicht; neue Bauphase bringt neue Farben und Wege

Am Donnerstag wird das erste Erweiterungsbauwerk freigegeben. Das hat neue Wege für Aus- und Umsteiger der Linien U1/U2 zu Folge. Jetzt beginnen weitere Bauarbeiten für mehr Platz im Zentralbereich.

Die Erweiterung des U-Bahnhofs Sendlinger Tor geht trotz Corona-Krise planmäßig in die nächste Runde: Das erste Erweiterungsbauwerk unter dem Sendlinger-Tor-Platz ist soweit fertiggestellt, dass es am Donnerstag, 30. April 2020 für die Fahrgäste freigegeben werden kann. Die Stadtwerke München (SWM) und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) erreichen damit ein wegweisendes Etappenziel beim Umbau des zentralen U-Bahn-Knotenpunkts zu einem barrierefreien und großzügig gestalteten Zukunftsbahnhof.

„Die Fertigstellung und Freigabe des Erweiterungsbaus am Sendlinger-Tor-Platz ist ein wichtiger Meilenstein, den wir jetzt trotz Corona-Krise erreichen. Unsere Fahrgäste erhalten zum ersten Mal einen Eindruck, wie der U-Bahnhof mit seinem neuen Farb- und Lichtkonzept künftig aussehen wird“, so MVG-Chef Ingo Wortmann. „Nach den Bahnhöfen Münchner Freiheit, Hauptbahnhof und Marienplatz ist das Sendlinger Tor das bisher komplexeste Bahnhofsprojekt: Wir grunderneuern und modernisieren zwei übereinanderliegende Bahnsteigebenen sowie das Zwischengeschoss zeitgleich und mit möglichst geringen Einschränkungen im laufenden Betrieb. Ferner erhöhen wir durch Um- und Neubauten die Leistungsfähigkeit der Station, um für die Fahrgäste mehr Platz zu schaffen und damit auch den Betriebsablauf zu verbessern. Wir packen auf allen Ebenen an – für die U-Bahn von morgen.“

Die Farben Gelb (U1/U2) und Blau (U3/U6) bleiben das Markenzeichen der U-Bahnstation. Sie gestalten den unterirdischen Verkehrsknotenpunkt auf den beiden Bahnsteigebenen, nehmen damit das ursprüngliche Erscheinungsbild wieder auf und unterstützen dabei auch die Orientierung der Fahrgäste in dem Bauwerk. Im Zwischengeschoss bilden die hellen Böden und Fassaden der künftigen Ladenzeilen eine Verbindung mit den dunklen Oberflächen der neuen Wände und Decken.

Mehr Platz beim Um-, Ein- und Aussteigen
Mit dem neuen Erweiterungsbau unter dem Sendlinger-Tor-Platz gibt es nun eine weitere Verbindung zwischen der Bahnsteigebene der U1/U2 und dem Zwischengeschoss. Dieser sogenannte Querschlag befindet sich am nordwestlichen Ende der beiden Bahnsteigröhren (Richtung Hauptbahnhof). In dem Neubau sind neben den Treppenanlagen für die Fahrgäste auch Betriebs- und Technikräume untergebracht. Die Fertigstellung des zweiten Erweiterungsbauwerks an der Blumenstraße ist 2023 geplant. Dann soll auch das Gesamtprojekt abgeschlossen werden. Der Neubau an der Blumenstraße wird zusätzliche Wege von der Bahnsteigebene der U1/U2 direkt zur Oberfläche bieten und ebenfalls dazu beitragen, die Fahrgastströme in dem U-Bahnhof zu entzerren und damit Engstellen zu beseitigen.

3.000 qm Zuwachs im Untergrund
Das Erweiterungsbauwerk am Sendlinger-Tor-Platz fasst insgesamt rund 9.000 Kubikmeter – so viel wie etwa 60.000 Badewannen. Auf drei Ebenen bietet es den Fahrgästen im öffentlichen Bereich rund 1.000 qm mehr Platz. Zusammen mit dem zweiten Neubau an der Blumenstraße erweitert sich der U-Bahnhof insgesamt um eine Fläche in der Größenordnung des Sendlinger-Tor-Platzes (ca. 3.000 qm). In den Rohbauwerken wurden ca. 7.000 Kubikmeter Beton und rund 1.500 Tonnen Stahl verbaut.

Bahn frei für Umbau im Zentralbereich
„Mit der Fertigstellung der neuen Verbindung haben wir jetzt die Möglichkeit, den Zentralbereich des bestehenden Bahnhofs umzubauen und zu erweitern. Zu diesem Zweck leiten wir einen Teil der Fahrgäste durch den Neubau um“, erklärt der Leiter des Geschäftsbereichs Verkehrsinfrastruktur, Arne Petersen. „Auf die Nutzerinnen und Nutzer der U1/U2, die am Sendlinger Tor aus- oder umsteigen kommen damit ab Donnerstag neue Wege zu.“

Umleitung von der U1/U2 zur U3/U6
Fahrgäste, die am Sendlinger Tor aus der U1/U2 aussteigen, gelangen ab Donnerstag über den neuen Erweiterungsbau ins Zwischengeschoss. Auch Umsteiger zur U3/U6 gehen diesen Weg über das Zwischengeschoss und erreichen von dort aus den Bahnsteig der U3/U6. Der direkte Umstieg von der U1/U2 zur U3/U6 ist wegen der Bauarbeiten im Zentralbereich vorerst nicht mehr möglich. Fahrgäste werden gebeten längere Umsteigezeiten einzuplanen. Für Kundinnen und Kunden, die auf einen Aufzug angewiesen sind, ändert sich nichts. Sie gelangen wie bisher über die beiden Lifte im Zentralbereich zum Zwischengeschoss und von dort über den östlich gelegenen Aufzug zur U3/U6.

Bypass und Treppendreh
„In der jetzt beginnenden Bauphase fangen wir damit an, mehr Platz im Zentralbereich zu schaffen. Zu diesem Zweck ersetzen wir eine tragende Wand durch Säulen. Dadurch vergrößert sich am Ende der gesamte Durchgangsbereich. Wir drehen außerdem eine erste Rolltreppe um 180 Grad und ergänzen eine Festtreppe. Später passiert das auch auf der anderen Seite. So funktioniert die Verteilung der Fahrgäste dann künftig wesentlich besser als bisher“, ergänzt Projektleiter Andreas Schmid. „Wir freuen uns, dass die Corona-Krise unsere Pläne am Sendlinger Tor bisher nicht durchkreuzt hat und unser ganzes Team die Bauarbeiten auch in diesen Zeiten engagiert und tatkräftig für München vorantreibt!“

U1/U2 weiter über Zentralbereich erreichbar
Für Fahrgäste, die am Sendlinger Tor in die Züge der Linien U1/U2 ein- oder von der U3/U6 zur U1/U2 umsteigen, ändert sich nichts Wesentliches. Sie erreichen die Bahnsteige weiterhin über die Treppen und Aufzüge im Zentralbereich – sowohl vom Zwischengeschoss als auch von der U3/U6 aus. Die MVG informiert die Fahrgäste über die Veränderungen mit gut sichtbaren Wegweisern und mit Personal vor Ort über die Änderungen.

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