Tram im Münchner Norden

 
 

Verlängerung Tram 23

Bessere Mobilität für ein wachsendes Gebiet. Im Norden Münchens sind zukünftig immer mehr Menschen auf den ÖPNV angewiesen. Deshalb planen die Stadtwerke München (SWM) zusammen mit der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und der städtischen Verwaltung eine Verlängerung der bestehenden Tram-Linie 23, sowie der Tram 24.

Wieso ist das Projekt notwendig?

  • Im Münchner Norden werden bis 2030 tausende neue Wohnungen gebaut
  • Zusätzlich entstehen in dem Gebiet viele Arbeitsplätze
  • Der ÖPNV muss sich diesem Wachstum anpassen

 

Der Norden Münchens gewinnt mehr und mehr an Attraktivität und Bedeutung. Zum einen, weil dort in den kommenden Jahren ein lebendiges Stadtquartier heranwachsen wird. Auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne entstehen ca. 5.500 neue Wohnungen für bis zu 15.000 Menschen. Zwei große Schulstandorte, Kindertagesstätten, soziale Einrichtungen, Geschäfte u.v.m. sind auf dem dortigen Areal in Freimann und dem östlich angrenzenden Gewerbegebiet an der Heidemannstraße in Planung.

In Milbertshofen wiederum wird im Bereich der früheren Kronprinz-Rupprecht-Kaserne das Forschungs- und Innovationszentrum (FIZ) von BMW in mehreren Bauphasen massiv erweitert. Der ausgebaute Standort soll in der Gesamtentwicklung bis 2050 ca. 15.000 Angestellte beschäftigen.

Mit dem Wachstum steigt vor Ort auch der Bedarf an einer attraktiven und leistungsfähigen Verkehrsanbindung. Mehr Menschen bedeuten einen höheren Anspruch an den öffentlichen Nahverkehr und die Notwendigkeit, diesen auszubauen.

Nur so kann der ÖPNV das zunehmende Fahrgastaufkommen nachhaltig bewältigen, den Anstieg des Kfz-Verkehrs in einem stark belasteten Straßennetz so gering wie möglich halten und gleichzeitig die Luftreinheit Münchens verbessern.

 

Was ist geplant?

Tram Münchner Norden Streckenverlauf Streckenverlauf Tram Münchner Norden © MVG

Der Stadtrat hat folgende Planungsinhalte beschlossen:

  • Die bestehende Tramstrecke wird über die Bayernkaserne zum Kieferngarten verlängert
  • Die Tramverbindung im Abschnitt von Am Hart bis Bayernkaserne ermöglicht einen Pendelbetrieb der Tram 24 zwischen Am Hart und Kieferngarten
     

Die geplante „Tram Münchner Norden “ ist eine ca. 5,7 km lange Neubaustrecke im Stadtbezirk Schwabing-Freimann und Milbertshofen-Am Hart mit 12 neuen Haltestellen. Diese Streckenführung ist ein zentraler Baustein des Nahverkehrsplans der Landeshauptstadt München.

So begünstigt der Tram-Ausbau das Quartier: Fahrgäste haben an den Endpunkten Kieferngarten und Am Hart die Möglichkeit zum bequemen Umstieg auf Bus und U-Bahn. Zudem werden neue Verbindungen zwischen der Parkstadt Schwabing / Domagkpark, Milbertshofen / Am Hart und Fröttmaning / Garching möglich.

Zur Überquerung der Gleisanlagen des DB Nordrings entsteht ein Brückenbauwerk, welches darüber hinaus auch eine neue Geh- und Radwegverbindung von der Bayernkaserne in die Parkstadt Schwabing bietet. Durch diese attraktive Fahrradhauptroute ist künftig eine direkte und schnelle Verbindung zur Innenstadt gegeben. Mit der Entscheidung des Stadtrats im März 2021 für die Tram 24 und gegen die Schnellbusverbindung ist im Bereich Kieferngarten bis Am Hart zudem abschnittsweise ein Rasengleis möglich.

Streckenverlauf (Karte zoombar/verschiebbar)

Eckdaten & Zeichenerklärung

Streckengrafik Tram Münchner Norden Legende

 

Video: Geplanter Streckenverlauf entlang der Heidemannstraße

 

Planungsprozess und Projekthistorie

Mitte 2021

Einreichen des Antrags auf Planfeststellung für die Tramstrecke Schwabing Nord bis Kieferngarten bei der Regierung von Oberbayern und damit Einleiten des Baugenehmigungsverfahrens

Mitte 2021

Trassierungsbeschluss für die Tramstrecke Schwabing Nord bis Kieferngarten (Bestätigung der Planung durch den Stadtrat und Auftrag an die SWM, den Antrag auf Planfeststellung einzureichen).

Mitte 2019 Abschluss der Vorplanung.
 

FAQ - Häufig gestellte Fragen

Wird die neue Straßenbahn auf einer eigenen Trasse fahren oder in den dortigen Kfz-Verkehr integriert sein?

Die Planung sieht vor, dass die Tram auf einer eigenen Trasse geführt wird. Für einen pünktlichen, schnellen und zuverlässigen Betrieb ist es erforderlich, dass der Gleiskörper getrennt vom übrigen motorisierten Individualverkehr verläuft. Durch den sogenannten besonderen Bahnkörper wird die Qualität des Trambetriebs gesichert. Mögliches Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer oder störende Umstände (z.B. wegen Nichtbeachtung der Straßenverkehrsordnung, Parken in zweiter Reihe, Lieferverkehre, Unfälle, unerlaubte Überholmanöver sowie Baustellen- und Umleitungsverkehre) können so den Trambetrieb nicht beeinträchtigen.

Was ändert sich für den Kfz-Verkehr in der Heidemannstraße?

Auch nach dem Bau der neuen Tramstrecke zum Kieferngarten wird für den Kfz-Verkehr genügend Fläche berücksichtigt. So werden beispielsweise in der Heidemannstraße, wo bereits vorhanden, weiterhin zwei Fahrstreifen verbleiben. Um den erforderlichen Platz für die neue Tramtrasse zu gewinnen, soll der Straßenraum verbreitert werden. Zudem ist an den Kreuzungen entlang der Tramtrasse ein Ausbau für eine ausreichende Leistungsfähigkeit geplant.

Warum braucht es die neue Tramverbindung von Schwabing Nord zum Kieferngarten sowie zwischen Am Hart und Kieferngarten, könnte diese Strecke nicht einfach nur ein Bus befahren?

Die Kapazität der Tram gegenüber Bussen ist deutlich höher. Zudem handelt es sich bei der neuen Strecke um die Verlängerung einer bestehenden Tramlinie. Ein Umsteigen von und in andere Verkehrsmittel beispielsweise am heutigen Endpunkt der Tram 23 in Schwabing Nord ist deshalb zukünftig nicht notwendig. 

Warum endet die Tram nicht in Fröttmaning?

Untersuchungen bestätigten diese Variante als sinnvollste. Sie ermöglicht einen direkten Umstieg zu U-Bahn und zum Bus, die Tram erreicht so mehr potenzielle Fahrgäste. Der U-Bahnhof Kieferngarten kann zudem vom zentralen und südlichen Bereich des Stadtquartiers Bayernkaserne direkt erreicht werden. Die Tram stellt für Bewohnerinnen und Bewohner des Kieferngartens auch eine Alternative zur U6 dar.

Ein Linienbetrieb der Tram bis Fröttmaning ist nach den derzeitigen Erkenntnissen volkswirtschaftlich nicht darstellbar und damit nicht förderfähig. Das Nutzen-Kosten-Verhältnis sinkt unter 1, wenn die Wendeschleife östlich der U6 liegt. Die Siedlungsstruktur östlich der U6 ist vergleichsweise gering. Zudem ist das Gebiet bereits gut an die U6 am U-Bahnhof Kieferngarten angebunden. Das zu erwartende Fahrgastpotenzial und der verkehrliche Nutzen ist trotz der P+R Fröttmaning mit 1.276 Parkplätzen gering. Dem gegenüber stehen längere Fahrzeiten sowie zusätzliche Aufwendungen beim Fahrzeugeinsatz, Betrieb und Unterhalt. Die Wendeschleife Kieferngarten ist zudem unabhängig einer eventuell möglichen Weiterführung erforderlich.

Ist die Tram noch erforderlich, wenn die U-Bahn-Querverbindung U26 umgesetzt wird?

Die beiden Verkehrssysteme Tram und U-Bahn haben unterschiedliche Funktionen und können sich gut ergänzen. Eine neue Tramstrecke dient überwiegend der Erschließung und Verbindung der dortigen Stadtquartiere. Die U-Bahn wiederum ist Teil des Schnellbahnsystems zur Fahrgastbeförderung über längere Strecken mit entsprechend größeren Haltestellenabständen.

Wer ist an der Planung und Bauausführung der Tram- und Bustrasse beteiligt?

Unter Federführung der SWM/MVG wirken an der aktuellen Planung die Fachabteilungen der städtischen Referate mit – u.a. des Referats für Stadtplanung und Bauordnung, des Baureferats, des Mobilitätsreferats und des Kreisverwaltungsreferats. Im Planungsprozess zum Brückenbauwerk über die Gleisanlagen des DB-Nordring ist die Deutsche Bahn AG eingebunden. 

Informationsveranstaltung vom 28.01.2021

Hier können Sie den ungekürzten Mitschnitt der öffentlichen Informationsveranstaltung vom 28.01.2021 zum ÖPNV-Projekt "Tram Münchner Norden" ansehen. Veranstalter waren die Stadtwerke München GmbH (SWM) mit der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). In dieser Informationsveranstaltung präsentieren die Projektverantwortlichen den Planungsstand (vom 28.01.2021) und beantworten Fragen der Öffentlichkeit.

 

Eckdaten

  • Verlängerung der Linie 23 von Schwabing Nord bis Am Hart
  • Linie 24 vom Am Hart bis Kieferngarten
  • Streckenlänge ca. 5,7 km
  • voraussichtlich 12 Haltestellen
  • Brückenbauwerk über den DB-Nordring

Kontakt

Für Fragen oder Anregungen im Zusammenhang mit der Tram Münchner Norden, wenden Sie sich bitte an den MVG Kundendialog unter kundendialog@mvg.de – wir bemühen uns, Ihre Frage schnellstmöglich zu beantworten.