Tram-Betriebshof Ständlerstraße

 

Tram-Betriebshof Ständlerstraße Tram-Betriebshof Ständlerstraße (Visualisierung: SWM/ediundsepp)

Die Stadtwerke München (SWM) bauen an der Ständlerstraße einen neuen Tram-Betriebshof für München. Der Neubau wird gebraucht, damit der Straßenbahn-Betrieb auch in Zukunft zuverlässig läuft. Er ist außerdem Voraussetzung für den bereits beschlossenen Ausbau des Tramnetzes.

Tram-Standort mit Tradition
Der Standort im Münchner Süden hat eine lange Historie. Sie geht zurück bis ins Jahr 1918. Heute befindet sich auf dem Gelände unter anderem die Hauptwerkstätte der Tram. Hierher kommen Züge, wenn eine größere Wartung oder Reparatur ansteht.

Die Hauptwerkstätte verwandelt sich in den kommenden Jahren zu einem vollwertigen Betriebshof. Der geplante Neubau für die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) wird sich über das gesamte Areal an der Ständlerstraße erstrecken. Auf dieser Seite stellen wir Ihnen das Projekt vor.

 

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Verkehrswende in München gelingt nur, wenn Infrastruktur-Projekte für den ÖPNV umgsetzt werden. Deswegen hat der Stadtrat etwa die Tram-Westtangente oder die Tram Münchner Norden beschlossen.
     
  • Für diese und weitere Neubaustrecken muss die Fahrzeugflotte deutlich erweitert werden. Der Zuwachs an Trambahnen hat wiederum einen höheren Bedarf an Werkstätten und Abstellflächen zur Folge.
     
  • Natürlich muss auch der aktuelle Betrieb stabil laufen. Es gilt, den Fahrgästen attraktive Verbindungen mit guter Taktung anzubieten und Fahrzeug-Ausfälle zu vermeiden.
     
  • Der geplante Tram-Betriebshof Ständlerstraße ist für beides die Basis: Er bietet genug Platz für die wachsende Flotte und moderne Werkstätten, um die Züge instandzuhalten. Rund 100 Trambahnen werden hier beheimatet sein. Eine erste Teilinbetriebnahme ist 2025 geplant.
     
  • Um die Zeit bis 2025 zu überbrücken, gibt es seit September 2022 auch eine Interimswerkstätte auf dem Gelände an der Ständlerstraße. Sie ersetzt Teile der bisherigen Hauptwerkstätte der Tram, die wegen Bauschäden gesperrt werden mussten.

Die Herausforderungen ausführlicher erklärt ...

Bei der Verkehrswende und für das Erreichen der Klimaschutzziele in München spielt die Straßenbahn eine elementare Rolle. Sie ist schon seit 1876 ein Münchner Kindl und bei den Fahrgästen sehr beliebt. Neue Strecken lassen sich – im Vergleich zur U-Bahn – relativ schnell und kostengünstiger bauen. Projekte aus der jüngeren Vergangenheit wie die Tram 23 oder die Tram nach St. Emmeram (Linien 16/17) zeigen, dass die ursprünglich erwarteten Fahrgastzahlen schon nach kurzer Zeit übertroffen wurden.

30 Prozent für Busse und Bahnen
Der Ausbau der Straßenbahn hilft, ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg zur Verkehrswende zu erreichen: Bis 2030 sollen in München 30 Prozent der Wege mit Bussen oder Bahnen zurückgelegt werden. Wenn man zudem bedenkt, dass die Landeshauptstadt von Jahr zu Jahr wächst, müssen folglich auch immer mehr Menschen dazu bewegt werden, vom Auto auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen. 

Für die Zukunft gehen die Planungen mit der Straßenbahn daher unvermindert weiter. In den nächsten Jahren soll ihr Netz um ca. 15 km erweitert werden. Neben den aktuellen Neubauprojekten Tram-Westtangente, Tram Münchner Norden und Tram-Nordtangente hat der Münchner Stadtrat im Zuge des Nahverkehrsplans bereits grünes Licht für die Untersuchung weiterer Ausbaustrecken gegeben.

Je größer das Netz, desto mehr Fahrzeuge
Für mehr Tramstrecken werden mehr Fahrzeuge und damit auch mehr Werkstätten und Abstellflächen benötigt. Daher geht kein Weg an einem neuen Betriebshof vorbei, in dem die zusätzlichen Züge gewartet, repariert und untergebracht werden können. 73 Stück sind bereits bestellt bzw. im Bau, weitere werden folgen. 

Der geplante Betriebshof an der Ständlerstraße wird Münchens zweiter Tram-Betriebshof. Er ergänzt den bereits vorhandenen Betriebshof an der Einsteinstraße und ist - anders als die bisherige Werkstatt-Infrastruktur - auf moderne Züge mit größerer Kapazität ausgelegt.

Die Planung für den Neubau wurde mehrfach modifiziert, um auf neue Rahmenbedingungen zu reagieren. Dazu zählen die Sperrung von Teilen der vorhandenen Hauptwerkstätte wegen Bauschäden, steigender Platzbedarf für die eingeläutete ÖPNV-Offensive, aber auch Kostengründe.

Die Interimswerkstatt

Zwei Tramfahrzeuge Typ Avenio in der Interimswerkstatt Foto: SWM/MVG

Seit September 2022 gibt es auf dem Gelände des geplanten Tram-Betriebshofs an der Ständlerstraße eine Interimswerkstätte. Sie soll ca. acht Jahre lang betrieben werden und Stück für Stück in den entstehenden Neubau des Tram-Betriebshofs aufgehen. 

Die Interimswerkstätte kompensiert den Wegfall der seit 2018 teilweise gesperrten Hauptwerkstätte und überbrückt die Zeit bis zur vollständigen Fertigstellung des neuen Tram-Betriebshofs. So können vor Ort wieder mehr Fahrzeuge instandgesetzt und neu in Betrieb genommen werden. Das sorgt für einen zuverlässigen Trambetrieb und vermeidet Zugausfälle.

Die Interimswerkstätte besteht aus drei Hallen:

  • einer Fahrzeughalle mit vier Arbeitsgleisen, die Platz für vierteilige Trambahnen bietet. 20 neue Straßenbahnen werden hier jährlich bis 2026 in Betrieb genommen.
  • einer Drehgestellwerkstatt mit modernen Prüf- und Arbeitsständen.
  • einem großen Lager mit einer Verschieberegalanlage, in dem bis zu 800 Paletten untergebracht werden können.


Die Interimswerkstätte ist eine provisorische Übergangslösung. Um die Herausforderungen der Verkehrswende zu schultern, ist der Neubau des Tram-Betriebshof mit wesentlich mehr Kapazitäten unumgänglich.

Der Neubau: Münchens zweiter Tram-Betriebshof

Die leichte Instandhaltung mit Verwaltungsgebäude © SWM/ediundsepp

Nach der jüngsten Umplanung ab dem Jahr 2018 befindet sich das Projekt Tram-Betriebshof Ständlerstraße mittlerweile wieder in der Entwurfsplanung. Die Fläche, die es in Ramersdorf-Perlach optimal zu nutzen gilt, beträgt etwa 10 ha. Insgesamt sollen auf dem Areal ca. 10 km Gleise verlegt und künftig rund 100 vierteilige Züge abgestellt werden. 2023 ist die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens zur Genehmigung des Bauvorhabens vorgesehen.

Die erste Teilinbetriebnahme soll 2025 stattfinden, beginnend mit der Fahrzeug-Abstellung. Die zwei großen Werkstätten des neuen Betriebshofs folgen im Anschluss. Ab 2028 soll die Interimswerkstätte über ca. zwei Jahre zurückgebaut werden. Der neue Tram-Betriebshof geht dann vollständig in Betrieb.

So teilt sich das Gelände künftig auf

Der Lageplan zeigt, wie das Grundstück an der Ständlerstraße mit dem neuen Tram-Betriebshof künftig aufgeteilt und genutzt wird. Die aktuelle Planung sieht folgende Bestandteile vor:

1) MVG Museum (vorhanden) 2) denkmalgeschützte Montagehalle (Teil der bisherigen Hauptwerkstätte) 3) Betriebsdienstgebäude mit Parkplatz 4) Schallschutzeinhausung mit Gleisharfe 5) Freiabstellung mit Lärmschutzwänden 6) Drehgestellwerkstatt 7) schwere Instandhaltung 8) Komponentenwerkstatt 9) Lager 10) Sozialbereiche und Kantine 11) leichte Instandhaltung 12) Gleichrichterwerk 13) Grünfläche

© SWM/ediundsepp

Das wird für den Schallschutz getan

Bei allen Neubauvorhaben ist unser Ziel, die dafür notwendigen Eingriffe in die jeweilige Umgebung so gering wie möglich zu halten. Dem Schutz der Anlieger*innen vor Anlagen-, Betriebs- und Verkehrslärm kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Für den geplanten Betriebshof entsteht deshalb ein umfangreiches Schallgutachten. Auf dessen Basis werden gezielte Maßnahmen ergriffen, um den gesetzlichen Anforderungen zum Schutz vor Schallimmissionen zu entsprechen.

Nach derzeitigem Planungsstand werden an der Ständlerstraße folgende Lärmschutzwände und Einhausungen vorgesehen:

1) Lärmschutzwand mit 2 m Höhe und ca. 600 m Länge 2 + 3) Lärmschutzwände mit einer Höhe von 7 m abfallend auf 2 m Höhe, ca. 420 m lang 4) Lärmschutzwand mit 7 m Höhe und ca. 150 m Länge 5) Einhausung der Ausfahrt der Abstellanlage im Norden

Ein Schallschutz für die Pkw-Ein- und Ausfahrt an der Traunreuter Straße und für die Umfahrungsstraße im Betriebshof ist noch in Untersuchung​.
 

© SWM/ediundsepp

Verkehrsführung mit System

Der betriebliche Verkehr wird hauptsächlich auf der vom Wohngebiet abgewandten Seite geführt. Die nächtlichen Einrückfahrten (grüne Pfeile in der Abbildung unten) und der Werkstattverkehr finden im Westen der Liegenschaft statt. Die morgentlichen Ausrückfahrten (blaue Pfeile) aus der Abstellanlage führen durch die Schallschutzeinhausung. 

Das Abnahmgleis ist nur tagsüber in Betrieb, und es herrscht Wochenendruhe. Die neue Lärmschutzwand zwischen Abnahmegleis und Wohnsiedlung sowie den Kleingärten stellt im Vergleich zur heutigen Situation ohne Lärmschutz eine Verbesserung dar.
 

© SWM/ediundsepp

So sieht die Grünplanung aus

Unsere Planungen entstehen in engem Austausch mit den zuständigen Umweltbehörden. Gemeinsam wird darauf geachtet, die Auswirkungen des Neubaus auf die Flora und Fauna zu minimieren und die erforderlichen Eingriff soweit wie möglich auszugleichen.

Wir ermöglichen eine zugängliche Ausgleichsfläche für Artenschutz an der Lauensteinstraße (Biotop für Zauneidechsen)​, im Süden​ werden neue Bäume gepflanzt. Die Dächer der Anlage nutzen wir, indem sie intensiv begrünt und mit Photovoltaik-Modulen ausgestattet werden. Wo möglich, wird Rasengleis angelegt. Die direkten Anwohner*innen können sich in die Grünplanung einbringen (siehe unten).
 

© SWM/ediundsepp

Genehmigungsverfahren und Öffentlichkeitsarbeit

Die Neubau-Planungen sind nach mehreren Überarbeitungen aufgrund veränderter Rahmenbedingungen nun wieder so weit fortgeschritten, dass belastbare Unterlagen vorliegen. Diese stellen wir der Öffentlichkeit in verschiedenen Veranstaltungsformaten vor. 

Ein Schwerpunkt liegt auf der Einbindung der direkten Anwohner*innen. Für Fragen haben wir auch ein eigenes Postfach eingerichtet: Sie erreichen das Projektteam per E-Mail an: kommunikation.tbs@swm.de

Für den Neubau ist eine Änderung des Flächennutzungsplans notwendig. Außerdem wird ein Planfeststellungsverfahren zur Genehmigung des Neubauvorhabens durchgeführt. Die zuständigen Behörden legen die entsprechenden Pläne und Gutachten zur Einsichtnahme und Kommentierung öffentlich aus.

Die folgende Übersicht zeigt die geplanten Kommunikationsmaßnahmen und Genehmigungsschritte:

 

Querformat nutzen  Bei Mobilgeräten ggf. Querformat nutzen!
 

Die Termine unserer Kommunikation im Überblick

Zeitpunkt

Art der Veranstaltung

 

19. September 2022 Ortstermin für direkte Anwohner*innen (nicht-öffentlich)
28. Oktober 2022 Öffentliche Infoveranstaltung (im MVG-Museum, Infos dazu folgen)
vsl. Dezember 2022 Workshop zur Grünplanung für direkte Anwohner*innen (Infos dazu folgen)
vsl. Anfang 2023 Bürger-Sprechstunde (im MVG-Museum, Infos dazu folgen)
 

Bildergalerie

In dieser Galerie finden Sie Visualierungen, die unsere aktuelle Neuplanung des Tram-Betriebshofs Ständlerstraße darstellen sowie Bildmaterial von der dortigen Interimswerkstätte. 

 
 

Kontakt

Für Fragen oder Anregungen im Zusammenhang mit dem Tram-Betriebshof Ständlerstraße wenden Sie sich bitte an kommunikation.tbs@swm.de. Wir werden Ihre Frage schnellstmöglich beantworten.