Eine volle Ladung Zukunft

Unser Ziel ist, den MVG Busverkehr bis zum Jahr 2035 komplett elektrisch zu betreiben. Und zwar mindestens so wirtschaftlich und zuverlässig wie heute. Damit wollen wir aktiv die Verkehrswende in München mitgestalten und die Stadt leiser, sauberer und lebenswerter machen. Die technischen Möglichkeiten schreiten voran und helfen uns, Schritt für Schritt dieses Ziel zu erreichen.

Unsere Mission – Busse unter Strom

Elektromobilität seit 1895

Elektromobilität ist für die MVG nichts Neues, sie ist vielmehr Teil unserer DNA. Der Grundstein wurde im Jahr 1895 mit Inbetriebnahme der ersten elektrifizierten Straßenbahnstrecke gelegt. 80 Prozent der Verkehrsleistung erbringen wir mittlerweile durch U-Bahn und Tram elektrisch. Und weil unsere Schienenfahrzeuge mit Ökostrom fahren, sind die nicht nur vor Ort emissionsfrei.  

Ökostrom statt Öl

Der letzte Schritt zu 100 Prozent Elektromobilität ist die Umstellung unserer Busflotte. Derzeit fahren in der Spitze täglich mehr als 500 Busse durch die Stadt, die zukünftig mit Ökostrom angetrieben werden sollen, was uns unabhängig von fossilen Energieträgern macht. Das ist eine große Aufgabe, denn wir stellen an unsere Fahrzeuge hohe Ansprüche in Sachen Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit.  

Zielmarke 2035

Wie schnell die Elektrifizierung tatsächlich voran schreitet, wird letztlich vom technologischen Fortschritt abhängen. Neben den Kosten für die Batterie entscheidet die Reichweite der Elektrobusse maßgeblich darüber, ob ein wirtschaftlicher Betrieb mit E-Bussen möglich sein wird. Unser Ziel ist es, das Busnetz bis 2035 komplett zu elektrifizieren.

Fortschritt wird erlebbar 

Elektrobusse sind nicht nur gut fürs Klima, sie sind auch besonders leise unterwegs und tragen damit zu einer lebenswerteren Stadt bei. Auch Fahrgäste profitieren von den geringen Betriebsgeräuschen und der gesteigerten Laufruhe. Außerdem können E-Busse platzsparender konstruiert werden, weil Bauteile wie Kraftstofftank, Getriebe, Motor und Achsen entfallen bzw. deutlich kompakter als bei Dieselbussen ausfallen. Dadurch bieten unsere Elektrofahrzeuge mehr Sitzplätze und eine deutlich barrierefreiere, fahrgastfreundlichere Ausstattung, die auch das Ein- und Aussteigen erleichtert.

Innovation und Forschung 

Mindestens 280 Kilometer sollen die Fahrzeuge in München im ersten Schritt mit einer Ladung zuverlässig bewältigen – bei jeder Witterung. Letzteres ist aus heutiger Sicht noch sehr ambitioniert. Vor allem bei den größeren Fahrzeugen, wie beispielsweise Gelenkbussen. Daher ist die MVG in stetigem Austausch mit Busherstellern aus aller Welt. Im Rahmen von Innovationspartnerschaften können wir unsere Anforderungen bereits im Entwicklungsprozess  einfließen lassen. Andererseits gehören wir zu den Ersten, die neue Technologien auf ihre Alltagstauglichkeit hin überprüfen können. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre, die von einer steilen Entwicklungskurve geprägt waren, machen uns zuversichtlich, dass wir mit dem technischen Fortschritt das Ziel unserer Elektro-Strategie erreichen werden. 

Mobilität der Zukunft: E-Antrieb allein reicht nicht 

Am Ende wird es allerdings nicht damit getan sein, nur Verbrenner gegen Stromer auszutauschen. Wichtig ist es, den Stadtverkehr auch flüssiger und intelligenter zu gestalten. Busse und Bahnen sind nicht nur klima- sondern auch flächeneffizient. Darauf kommt es gerade in hochverdichteten Wachstumsregionen wie München besonders an. Denn nur so kann die Leistungsfähigkeit des Gesamtverkehrssystems aufrechterhalten werden. Wichtige Beiträge dazu sind der Auf- und Ausbau von intelligenten Verkehrs-Steuerungssystemen, von Busspuren und der Haltestelleninfrastruktur. Denn eines ist klar: Ein Bus, der im Stau steht, animiert Autofahrer*innen nicht zum Umstieg. Egal, ob er mit Diesel angetrieben wird oder elektrisch.

Brückentechnologie Hybridantrieb 

Noch sind Dieselfahrzeuge das Rückgrat unseres Busbetriebs. Auch der klassische Dieselbus wird immer weiter auf Effizienz getrimmt. Bestes Beispiel sind unsere Hybridbusse, von denen wir aktuell knapp 300 Stück im Einsatz haben. Dort unterstützt ein Elektromotor den umweltfreundlichen Euro-6-Dieselantrieb, indem er in der Rekuperationsphase beim Bremsen Energie aufnimmt und beim Beschleunigen als unterstützendes Drehmoment wieder abgibt. Auf diese Weise werden circa acht Prozent Kraftstoff eingespart und die Emissionen entsprechend reduziert.

Unsere Meilensteine in Sachen Elektromobilität

März 2022: Mehr Reichweite durch Sonnenenergie? Mit einer Photovoltaik-Anlage des Münchner Start-ups Sono Motors auf der Dachfläche eines Buszug-Anhängers will die MVG untersuchen, wie viel Energie die Solarzellen produzieren können. Auch wenn im Versuchsaufbau der Anhänger von einem Dieselbus gezogen wird, erhofft sich die MVG Erkenntnisse für den Betrieb von E-Bussen. Bei Fahrzeugen mit Elektroantrieb geht nämlich jeder zusätzliche Verbrauch zulasten der Reichweite. Der Test soll zeigen, ob die Solaranlage u.a. genug Energie liefern kann, um die Wärmepumpe der Klimaanlage zuverlässig zu betreiben. 

2022: Der neue Busbetriebshof am Georg-Brauchle-Ring in Moosach wurde mit Fokus auf die Elektromobilität geplant. Wenn das Gebäude in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 eröffnet wird, stehen 56 Ladepositionen für Elektrobusse zur Verfügung. Innovativ ist dabei auch die wassergekühlte Ladeinfrastruktur: Die Ladestationen werden mit klimaneutraler Fernkälte aus Grundwasser gekühlt. Die entstandene Abwärme wiederum wird andernorts zu Heizzwecken genutzt.

Busbetriebshof Moosach

Januar 2022: Die MVG baut ihre E-Bus-Flotte weiter aus. Dazu wurden 14 Exemplare vom Typ Ebusco 2.2 bestellt, die in der ersten Hälfte des Jahres 2023 ausgeliefert werden sollen. Es handelt sich dabei um die 18-Meter-Variante des bereits bei der MVG im Einsatz befindlichen Ebusco-Solobusses. Mit der Auslieferung wächst die Zahl der E-Gelenkbusse auf 24 Stück.

Dezember 2021: Als weltweit erster Kunde hat die MVG zwei Busse vom Typ Ebusco 3.0 übernommen. Der niederländische Hersteller setzt bei diesen Fahrzeugen verstärkt auf Verbundwerkstoff, was sie besonders leicht macht. Die tragende Struktur der Karosserie des Ebusco 3.0, von dem die MVG vier Exemplare bestellt hat, ist aus Carbon gefertigt. Durch das niedrige Fahrzeuggewicht von weniger als 10 Tonnen ist auf jeder Seite der Hinterachse jeweils nur ein einzelner Reifen nötig, was die Radkästen im Innenraum besonders schmal ausfallen lässt. Dadurch kann der Fußboden von vorne bis hinten flach und ohne Anstiege ausgeführt werden. Die MVG erwartet daher eine deutlich höhere Reichweite der Solobusse.

Dezember 2020: Mit Inbetriebnahme des ersten Mercedes eCitaro G am 22. Dezember 2020 kommen in München erstmals auch Elektro-Gelenkbusse zum Einsatz. Zwischenzeitlich sind zehn Fahrzeuge dieses Typs auf der Linie 100 im Einsatz, die nun komplett rund um die Uhr rein elektrisch betrieben wird. 2022 erwarten wir zwei zusätzliche Elektro-Solobusse und 2023 weitere 14 Elektro-Gelenkbusse. Eine Ausschreibung für weitere 21 Elektro-Solobusse ist in Vorbereitung. 

Oktober 2020: Der StadtBus 144 (Rotkreuzplatz – Scheidplatz) wird ab sofort komplett mit E-Bussen betrieben. Voraussetzung war die Inbetriebnahme von acht neuen Elektrobussen. Bei den neuen Fahrzeugen handelt es sich um jeweils zwölf Meter lange Solobusse vom Typ Ebusco mit mindestens 250 km Reichweite. Sie ergänzen die bisherige E-Busflotte von vier Solobussen desselben Herstellers und lösen zwei vorübergehend eingesetzte Leihbusse ab. Damit stehen derzeit insgesamt 13 Elektrobusse für den Einsatz auf den Buslinien 144 und 100 zur Verfügung. 

Juli 2020: Premiere in München: Neuer E-Bus von MAN im Testeinsatz auf der Linie 100. Die Mobilitätsmacher treiben die Entwicklung emissionsfreier Busse voran: Im Rahmen ihrer Innovationspartnerschaft mit MAN setzt die MVG ab sofort einen Elektrobus von MAN für einen Feldversuch auf der MVG-Museenlinie 100 zwischen Hauptbahnhof und Ostbahnhof ein. Dabei handelt es sich um eine Premiere: Der MAN Lion’s City E fährt in München erstmals im Linienbetrieb. 

Januar 2020: Die MVG hat weitere 16 neue Elektrobusse bestellt. Die E-Busflotte der MVG wächst damit bis 2021 auf mindestens 26 strombetriebene Fahrzeuge an.

September 2019: Die MVG setzt auf der Linie 100 testweise zwei weitere Elektrobusse ein. Es handelt sich um zwei 12-Meter-Fahrzeuge, die der niederländische Hersteller Ebusco zur Verfügung stellt. 

März 2019: Der erste Schritt zur vollständigen Elektrifizierung der Linie 100 ist erfolgt. Die MVG setzt zwei 12-Meter-Busse auf der Verbindung zwischen Hauptbahnhof, Odeonsplatz und Ostbahnhof ein. 

Dezember 2018: Der Bund fördert den Kauf von acht neuen Elektrobussen für München. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur unterstützt die Anschaffung der Fahrzeuge samt Ladeinfrastruktur mit rund 1,3 Millionen Euro. Dies entspricht rund 40 Prozent der Mehrkosten. Die Förderung erfolgt im Rahmen des Sofortprogramms „Saubere Luft 2017-2020“. 

Oktober 2018: Die Stadtwerke München (SWM) beschaffen für die MVG bis zu 40 weitere Elektrobusse. Im ersten Schritt wurden die ersten sechs bestellt. Es handelt sich dabei um vier E-Solobusse (12 Meter lang) und zwei E-Gelenkbusse (18 Meter lang). 

Juli 2018: SWM und MVG gehen eine weitere Innovationspartnerschaft ein. Partner ist dieses Mal die Firma Valeo aus Gilching, Spezialist für Busklimatisierung (Heizung, Lüftung, Wärmepumpen). Ziel der Zusammenarbeit ist eine effizientere Klimatisierung und Heizung von Elektrobussen mittels Wärmepumpe. Zwei weitere Innovationspartnerschaften bestehen bereits mit den Fahrzeugherstellern MAN und Ebusco. Grundsätzlicher Ansatz aller Kooperationen ist, neuartige Produkte oder Teilkomponenten zu entwickeln und unter realen Einsatzbedingungen bei der MVG zu testen.

März 2018: Die ersten beiden E-Busse der MVG werden erstmals auf regulären Kursen der Linie X30 eingesetzt.  

Oktober 2017: Die ersten beiden Elektrobusse des Herstellers Ebusco werden der Öffentlichkeit präsentiert. Um die beiden Stromer in den Regelbetrieb zu nehmen, sind erst noch Schulungen des Werkstätten- und Fahrpersonals erforderlich.

2016: SWM und MVG gehen eine Innovationspartnerschaft mit dem Münchner Bushersteller MAN ein. Zudem wird eine Beteiligung an einer Beschaffungsgemeinschaft mit Hamburger Hochbahn und BVG für E-Busse unterzeichnet.

2015: Mit der Bestellung der ersten beiden E-Busse (12 Meter lange Solobusse) für den eigenen Fuhrpark stellt die MVG die Weichen für die Einführung der Elektromobilität. Dabei gibt es Unterstützung der Landeshauptstadt München im Rahmen des integrierten Handlungsprogramm zur Förderung der Elektromobilität.

2013: Ab 2013 testet die MVG insgesamt sieben verschiedene Elektrobusse unterschiedlicher Hersteller, um Erfahrungen in der Praxis zu sammeln. 

2008: Mit der Langzeiterprobung von vier verschiedenen Hybridbussen unterschiedlicher Hersteller beginnt das Kapitel Elektromobilität im Busbereich bei der MVG. 

 

Die Mobilitätsmacher*innen

Videos

Elektromobilität bei der MVG: Ein Blick hinter die Kulissen

Effiziente Brückentechnologie: Hybridbusse bei der MVG

Innovationspartnerschaften

    

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Die Innovationspartnerschaften verfolgen das Ziel, den technologischen Fortschritt durch eine intensive Zusammenarbeit zwischen Herstellern, Zulieferern und MVG/SWM zu beschleunigen. MVG und SWM begleiten die gemeinsamen Projekte aus Anwendersicht. Wir blicken dabei auf das "Gesamtsystem E-Bus" in all seinen Facetten. Aktuell verfolgen wir schwerpunktmäßig folgende Stoßrichtungen:

  • Verbesserung der Systemkosten auf TCO-Basis
  • Erhöhung der Reichweite, insbesondere durch den Einsatz leistungsfähigerer Batteriesysteme, die Stärkung von Leichtbauweisen und die Optimierung von Heizungs- und Klimatisierungssystemen der Fahrzeuge
  • Förderung von einheitlichen und praxistauglichen Standards
     

Initiative Elektrobus

MVG und SWM sind Mitglied der "E-Bus-Initiative" und bringen mit anderen Verkehrsunternehmen die E-Mobilität im Busverkehr voran.

© Initiative Elektrobus