E-Mobilität

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Die ersten Elektrobusse der MVG: Startschuss für München

Der CleanShuttle beim Deutschland-Tag des Nahverkehrs 2017 in Bonn

Saubere Luft für München

Initiative Elektrobus

MVG und SWM sind Mitglied der "E-Bus-Initiative" und bringen mit anderen Verkehrsunternehmen die E-Mobilität im Busverkehr voran.

© Initiative Elektrobus

Unsere Vision ist, den MVG-Busverkehr in Zukunft zu 100% elektrisch zu betreiben. Und zwar mindestens so wirtschaftlich und zuverlässig wie heute. Denn nur dann haben Bus & Bahn eine Chance im Wettbewerb mit dem Autoverkehr. Die technischen Möglichkeiten schreiten voran, Schritt für Schritt werden wir dieses Ziel erreichen.

Die Ausgangslage 

  • 80 Prozent der MVG-Verkehrsleistung werden bereits heute durch U-Bahn und Tram elektrisch erbracht
  • Ziel ist 100% E-Mobilität bei gleicher Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit
  • Aktive Rolle der MVG durch Innovationspartnerschaften mit Herstellern


Zeitschiene

  • 2008 Beginn der Langzeit-Erprobung von 4 Hybridbussen verschiedener Hersteller, Antriebsart und Größe
  • 2013 Beginn der Kurzzeit-Erprobungen von inzwischen 7 E-Fahrzeugen unterschiedlicher Hersteller und Größe
  • 2015 Bestellung der ersten 2 E-Busse (Normalbusse) für den eigenen Fuhrpark mit Unterstützung der Landeshauptstadt (Integriertes Handlungsprogramm zur Förderung der Elektromobilität)
  • 2016 Innovationspartnerschaft mit MAN (MAN-Ziel: erste Testfahrzeuge 2018/2019)    
  • Beteiligung an Beschaffungsgemeinschaft mit Hamburger Hochbahn und BVG für E-Busse
  • 2017 Präsentation der ersten beiden Elektrobusse am 17.10.2017 vor dem MVG Museum (siehe Pressemeldung). Nach einer Einweisung für die Fahrerinnen und Fahrer gehen die beiden "Stromer" in den Realbetrieb. 
  • März 2018: Die beiden E-Busse werden erstmals auf regulären Kurse der Linie X30 eingesetzt. 
  • März 2018: Die Stadtwerke München schreiben 40 Elektrobusse in vier Losen für den Einsatz bei der Münchner Verkehrsgesellschaft aus. Die Lose unterscheiden sich jeweils durch unterschiedliche technische Spezifikationen. In einem ersten Schritt werden in zwei Normalbuslosen jeweils zwei normale Elektrobusse (ca. 12 Meter) und in zwei Gelenkbuslosen jeweils zwei Elektro-Gelenkbusse (ca. 18 Meter) beschafft. Bewähren sich diese Fahrzeuge, werden aus den jeweiligen Losen weitere Fahrzeuge beschafft. Liefertermin für die Elektronormalbusse ist 2019. Diese sind unter anderem für die Einrichtung einer ersten reinen E-Buslinie im Jahr 2019 vorgesehen (siehe Pressemeldung).

Unsere Mission – Busse unter Strom

Klimaschonende Mobilität ist schon heute Realität

Der städtische Nahverkehr in München wird schon heute zum größten Teil elektrisch erbracht: Die MVG ist bereits zu 80% mit Ökostrom unterwegs, nämlich mit U-Bahn und Tram. Annähernd 100 Züge kommen je Verkehrssparte in den Hauptverkehrszeiten zum Einsatz; sie stehen seit Jahrzehnten für gelebte Elektromobilität. 

Klimaneutrale Mobilität ist das Ziel

Mit der Elektrifizierung des Busverkehrs folgt nun der nächste große Schritt hin zu einem völlig emissionsfreien und vom Öl unabhängigen Nahverkehr. Unser Ziel ist es, den Busverkehr in München mit seinen rund 500 Fahrzeugen im Spitzeneinsatz so rasch wie möglich zu 100% elektrisch zu betreiben. Mit Ökostrom. Und zwar mindestens genauso wirtschaftlich und zuverlässig wie heute.  

Zielmarke 2030

Wie schnell die Elektrifizierung tatsächlich voran schreitet, wird letztlich vom technologischen Fortschritt abhängen. Als Zielmarke peilen wir das Jahr 2030 an. Neben den Kosten für die Batterie entscheidet die Reichweite der Elektrobusse maßgeblich darüber, ob ein wirtschaftlicher Betrieb mit E-Bussen möglich sein wird.
Kein Busbetreiber kann es sich auf Dauer leisten, zusätzliche Fahrzeuge allein deshalb vorzuhalten, weil die Reichweite nicht ausreichend ist. Auch die Fördergeber werden die aktuelle Differenz zwischen den Kosten des Dieselbus- und des E-Busbetriebs nicht dauerhaft und in großem Maßstab mit öffentlichen Finanzmitteln ausgleichen können.
Mindestens 280 Kilometer sollen die Fahrzeuge in München im ersten Schritt zuverlässig bewältigen - bei jeder Witterung. Letzteres ist aus heutiger Sicht noch sehr ambitioniert. Vor allem bei den größeren Fahrzeugen, wie beispielsweise Gelenkbussen. Hersteller und Betreiber müssen sich dieser Herausforderung aber stellen, zumal in Ballungsräumen wie München hauptsächlich größere Fahrzeuge benötigt werden. Im Rahmen von Innovationspartnerschaften mit der Industrie treiben wir auch diese Entwicklung aktiv mit voran.

Mobilität der Zukunft: E-Antrieb allein reicht nicht 

Am Ende wird es allerdings nicht damit getan sein, nur Verbrennungs- gegen Elektromotoren auszutauschen. Wichtig ist es, den Stadtverkehr auch effizienter und intelligenter zu gestatten. Busse & Bahnen sind nicht nur klima- sondern auch flächeneffizient. Darauf kommt es gerade in hochverdichteten Wachstumsregionen wie München besonders an. Denn nur so kann die 
Leistungsfähigkeit des Gesamtverkehrssystems aufrecht erhalten werden.
Wichtige Beiträge dazu sind der Auf- und Ausbau von intelligenten Verkehrs-Steuerungssystemen, von Busspuren und der Haltestelleninfrastruktur. Denn eines ist klar: Ein Bus, der im Stau steht, animiert keinen Autofahrer zum Umstieg. Egal, ob er mit Diesel angetrieben wird oder elektrisch.

Unser Weg

Klar und völlig unstrittig ist: Wir werden das MVG-Busnetz Schritt für Schritt zu 100% elektrifizieren, um unabhängig von fossilen, nur begrenzt verfügbaren Energieträgern zu werden. Dafür arbeiten wir jeden Tag und tauschen uns z. B. über unsere Verbände (VDV und UITP) deutschland- und europaweit aus, um den technologischen Fortschritt voranzuteiben. Noch ist die Zeit nicht reif für Beschaffungen in größerem Umfang. Die Fahrzeuge sind technisch noch in der Entwicklung und verfügen noch nicht über die notwendige Einsatzstabilität. Sie sind bisher weder zu angemessenen Kosten zu beschaffen noch wirtschaftlich zu betreiben.
Dennoch spielen wir eine aktive Rolle, um die Elektromobilität voranzubringen (Testeinsätze, Innovationspartnerschaft, Beschaffung zweier erster eigener E-Solobusse, siehe Zeitschiene oben). Nicht ausgeblendet werden darf: Eine große Flotte mit irgendwann mehreren hundert E-Bussen stellt auch völlig andere Anforderungen an Ladetechnik und Stromversorgungsinfrastruktur, z. B. in Betriebshöfen.

Wir gehen davon aus, dass erste Elektrobusse für den Einsatz unter Münchner Bedingungen in wenigen Jahren serienreif sind. Ob und wann dies Gelenkbusse und Buszüge einschließt, wie wir sie in München im MVG-Busnetz hauptsächlich einsetzen, ist maßgeblich von der Batterieentwicklung abhängig und kann heute noch nicht prognostiziert werden. Treiber wird bei der erforderlichen Weiterentwicklung nicht der vergleichsweise kleine Bussektor sein, sondern die Entwicklung beim Pkw.

Bis Fahrzeugtechnik und Ladeinfrastruktur (Reichweite!) serienreif und letztlich wirtschaftlich einsatzbar sind, bleiben für den Serieneinsatz unsere hochmodernen Dieselbusse (noch) erste Wahl, gerade auch in Sachen Klimaschutz. Denn: Möglichst wirtschaftlicher Busverkehr = möglichst viel finanzierbarer ÖPNV = möglichst hoher Klimaschutzbeitrag im Verkehr.

Weitere Fakten

Die MVG fährt bereits zu rund 80 Prozent elektrisch (= U-Bahn und Tram). Entsprechend gering ist der Anteil der Busse an der Verkehrsleistung in München; sie beträgt 0,6 % am Gesamtverkehr bzw. rund 1 % am dieselbetriebenen Verkehr. Veränderungen an den Stadtbussen haben daher keine Auswirkungen auf das Klima in der Stadt. Die Münchner Busflotte ist jung (Durchschnittsalter ca. 6 Jahre) und besonders umweltfreundlich ausgestattet. Aktuell sind ca. 70% der SWM Busse Euro-5-, EEV- oder Euro-6-Fahrzeuge. Alle Stadtbusse in München verfügen über Rußfilter, alle neueren Busse auch über Stickoxidkatalysatoren.

Anders als im PKW-Bereich gibt es bei den Diesel-Bussen keinen Abgasskandal. Das zeigen auch unabhängige Studien wie z. B. die ICCT-Studie (ICCT = The International Council On Clean Transportation), die um den Jahreswechsel  2016/2017 publiziert wurde. Ein großer Euro-6-Gelenkbus der MVG stößt im Realbetrieb pro Kilometer in etwa so viel NOx aus wie ein durchschnittlicher Mittelklasse-PKW. Umgerechnet in Personenkilometer verursacht ein Busfahrgast ca. 30 mg NOx-Ausstoß. Der Fahrer eines durchschnittlichen Mittelklasse-PKW ca. 414 mg.

(Stand der Informationen: Juli 2018)